Auch wenn in den großen Ligen rund um den Globus der Ball ruhte, durften sich die Fans in den vergangenen Tagen nicht nur über jede Menge internationalen Frauenfussball freuen, sondern auch über Mannschaften, die Geschichte schrieben.

Im März wurden gleich drei internationale Frauen-Turniere ausgetragen. An erster Stelle ist der SheBelieves Cup in den USA zu nennen, an dem vier der Top 5 der Welt teilnahmen. Am Ende durfte Frankreich den Turniersieg bejubeln. Darüber hinaus gingen am Mittwoch auch der prestigeträchtige Algarve Cup und der Cyprus Cup zu Ende – bei denen ebenfalls Teams aus Europa die Oberhand behielten. FIFA.com fasst das Geschehen der vergangenen Woche zusammen.

Frankreich triumphiert in den USA
Zum zweiten Mal wurde in den USA der hochkarätig besetzte SheBelieves Cup ausgetragen. Der Weltmeister USA traf dabei auf Olympiasieger Deutschland sowie England und Frankreich. Für das europäische Trio war der SheBelieves Cup zugleich Wegweiser und wichtige Vorbereitung auf die im Sommer stattfindende UEFA Women’s Euro in den Niederlanden.

Wie hart umkämpft die Partien und wie eng das Teilnehmerfeld war, zeigt die Tatsache, dass keine der Mannschaften alle drei Spiele gewinnen konnte. Am ersten Spieltag setzte sich Frankreich mit 2:1 gegen England durch, während die U.S.-Girls knapp mit 1:0 gegen Europameister Deutschland die Oberhand behielten. In Runde zwei verloren die USA dann ihre Begegnung gegen England nach einem Treffer von Ellen White in der letzten Minute. Die Begegnung zwischen Frankreich und den DFB-Frauen bliebt gänzlich ohne Tore.

Zum Abschluss des Turniers feierten Les Bleues ein deutliches 3:0 gegen die Gastgeberinnen und sicherten sich den Turniererfolg. Camille Abily brachte die Französinnen durch einen verwandelten Foulelfmeter früh in Führung, kurz darauf erhöhte Eugénie Le Sommer auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel setzte Abily mit ihrem zweiten Tor den Schlusspunkt. Über einen versöhnlichen Abschluss durfte sich auch die Mannschaft von Steffi Jones freuen, die den SheBelieves Cup dank eines knappen 1:0 gegen England auf Rang zwei beendete. Für den einzigen Treffer der Partie sorgte Anja Mittag.

Abschlusstabelle: Frankreich (7 Punkte), Deutschland (4), England (3), USA (3)

Spanien stößt Kanada vom Thron
Beim traditionellen Algarve Cup in Portugal gingen in diesem Jahr wieder zwölf Mannschaften an den Start, nachdem im letzten Jahr aufgrund der parallel stattfindenden Wettbewerbe nur acht dabei waren. Und wie schon im Jahr zuvor, zog Kanada auch 2017 ins Finale ein. Die Elf von John Herdmann konnte in der Gruppe überzeugen und sich nach zwei Siegen (1:0 gegen Dänemark und 2:1 Russland) und einem Unentschieden (0:0 gegen Portugal) den Gruppensieg sichern.

Ebenfalls einen starken Auftritt zeigte Spanien. In Staffel B setzten sich La Furia Roja gegen Japan (2:1) und Norwegen (3:0) durch und trennte sich im letzten Gruppenspiel mit einem torlosen Remis von Island. Im Finale schrieb Spanien dann Geschichte. Dank eines eines Treffers von Leila Ouahabi wurde Kanada vom Thron gestoßen und die Spanierinnen konnten gleich bei ihrer ersten Teilnahme den Titel gewinnen. Nach diesem Erfolg dürfte Ibererinnen mit breiter Brust in die Gruppenphase der UEFA Women’s Euro starten, wo man auf England, Schottland und Portugal trifft.

"Der Algarve Cup ist immer ein tolles Turnier - eines der besten der Welt", lobte Herdman bei der Abschlusspressekonferenz. "Eine Vielzahl von Teams, aus Asien, Europa und Amerika nehmen teil, das gibt dem ganzen mehr Qualität. Mann trifft auf verschiedene Spielstile, und der Stil Spaniens war gut für uns. Sie waren ein wirklich guter Gegner. Sie haben während des Turniers ihre Qualität gezeigt und sind bereit für die Euro."

EM-Teilnehmer Norwegen musste sich am Ende mit dem elften Platz begnügen. Island und Schweden schlossen das Turnier nach eher durchschnittlichen Leistungen auf Rang neun beziehungsweise sieben ab. Platz fünf eroberte EM-Gastgeber Niederlande, nach einem beeindruckenden 3:2 gegen Japan. Die Dänin Pernille Harder hatte mit ihren vier erzielten Treffern großen Anteil am Erfolg ihres Teams, dass sich nach einem 4:1 im Elfmeterschießen gegen Australien über den dritten Platz freuen durfte.

Schweiz in Bestform
Nach der erstmaligen Qualifikation für eine Frauen-EM setzte die Schweiz ihren Aufwärtstrend weiter fort und bejubelte den ersten internationalen Turniergewinn in der Geschichte des Teams. In der Gruppenphase ließen die Eidgenossinnen nichts anbrennen und holten nach einem 2:2 gegen Belgien, einem 1:0 gegen Korea DVR und 6:0 gegen Italien den Gruppensieg und den damit verbundenen Einzug ins Finale. Dort traf das von Martina Voss-Tecklenburg trainierte Ensemble auf Südkorea. Ein Freistoßtor von Lara Dickenmann nach einer knappen Stunde besiegelte den 1:0-Endstand.

Nordkorea landete mit einem 2:0-Sieg gegen Republik Irland auf Platz drei. Österreich konnte nicht an die guten Leistungen im letzten Jahr anknüpfen. Der Sieger von 2016 verlor auf Zypern das Spiel um Platz sieben gegen Belgien im Elfmeterschießen (2:3).