"Frauenfussball und Frauen im Fussball sind eine Priorität. Das ist ein Teil der Lösung für die Zukunft des Fussballs." Das waren die Worte von FIFA-Präsident Gianni Infantino am Internationalen Frauentag vor einem Jahr.

Infantino rief dazu auf, sich ehrgeizige Ziele zu setzen, während er gleichzeitig eine Reihe von Reformen bei der FIFA anstieß, die beispielsweise dazu führten, dass es mindestens eine weibliche Vertreterin pro Kontinentalverband geben sollte, die in den neuen FIFA-Rat gewählt werden könnte. Das bedeutet in der Praxis, dass mindestens sechs Frauen in diesem wichtigen Gremium sitzen werden. Gleichzeitig wurde Fatma Samoura zur ersten Generalsekretärin in der Geschichte der FIFA.

Es waren die ersten wichtigen Schritte einer neuen Verwaltung im Weltfussball, die sich auf den Weg gemacht hat, die verlangte Gleichstellung der Geschlechter im Sport zu erreichen. Dabei hat man sich weitere ehrgeizige Ziele gesetzt. So sieht die Vision FIFA 2.0 für die Zukunft vor, die Zahl der Spielerinnen bis 2026 auf 60 Millionen zu steigern.

Jede große Karriere und jeder noch so lange Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Und so haben sich die Stadien der ersten Liga in Spanien für die Partien der obersten Frauenliga des Landes geöffnet. Und so wurde eine FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft in Jordanien abgehalten, wobei das Lokale Organisationskomitee zu drei Vierteln aus Frauen bestand. "Die neue Infrastruktur zu errichten, also die Stadien und die 14 Trainingsplätze, um die Anforderungen der FIFA zu erfüllen, das alles war von grundlegender Bedeutung. Darüber hinaus haben wir auch viel hochrangiges Personal ausbilden können. Diese Maßnahmen werden mit Sicherheit zur Weiterentwicklung des Frauenfussballs in Jordanien beitragen und davon wird auch die Gemeinschaft profitieren", merkte die Haupt-Geschäftsführerin des lokalen Organisationskomitees Samar Nassar dazu an.

Unterschiedlicher Kontext, aber der gleiche Blick nach vorne
Die Schlachten, die die Frauen im Fussball zu schlagen haben, sind so unterschiedlich wie die sozialen und kulturellen Realitäten in den Ländern, in denen sie ausgetragen werden. Während man an einigen Orten auf dieser Welt noch dafür kämpft, dass Mädchen überhaupt Zugang zum Fussball gewährt wird, geht es an anderen darum, Frauen Führungs- und Entscheidungspositionen zu sichern.

Wichtig ist es, jeden noch so kleinen Kampf zu gewinnen, um die Fortschritte auf eine solide Basis zu stellen. Dazu gehört auch, dass die brasilianische Frauenauswahl nun mit Emily Lima erstmals eine Cheftrainerin hat. Oder dass in Papua-Neuguinea die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft nicht nur gezeigt hat, wie gut die Frauen mittlerweile Fussball spielen, sondern auch dazu beigetragen hat, die Botschaft #ENDViolence zu verbreiten, die Teil des weltweiten Kampfes gegen eines der schlimmsten sozialen Übel ist, der Gewalt gegen Frauen.

"Es hat hier viele Kampagnen abseits des Spielfeldes gegeben, die den Mädchen und Frauen Mut machen sollten, Barrieren zu überwinden und der Gewalt ein Ende zu bereiten. Ich hoffe aufrichtig, dass dieses Turnier ein Vermächtnis hinterlässt und dass jedes Mädchen, das Fussball spielen möchte, das auch tun kann", erklärte Sonia Bien-Aime, Mitglied des FIFA-Rates, nach dem Turnier.

Natürlich folgen die Fortschritte ihrem eigenen Rhythmus. Und während in Kolumbien erstmals eine Profiliga der Frauen den Spielbetrieb aufgenommen hat, gibt es in Asien mit Chan Yuenk bereits eine erste Frau, die auf der Trainerbank eines Vereins Platz genommen hat, der in der AFC Champions-League spielt… bei den Männern!

All das sind wertvolle und wichtige Fortschritte beim Streben nach einer Gleichberechtigung, der man nach einem Jahr wieder etwas näher gekommen ist. Die Botschaft in Worten von Samoura ist unzweideutig: "Die Menschheit besteht aus Männern und Frauen und keine Gesellschaft kann gedeihen, wenn die Hälfte der Bevölkerung ausgegrenzt wird."