Im Monat Januar standen im Frauenfussball zwei besonders wichtige Ereignisse auf dem Programm: Zum einen die Vergabe der The Best FIFA Football Awards™ und zum anderen die Auslosung der Qualifikationsgruppen für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™. Auf dem Transfermarkt beherrschte der Wechsel von U.S.-Superstar Alex Morgan die Schlagzeilen. FIFA.com fasst die wichtigsten Ereignisse des Monats Januar zusammen.

Internationaler Frauenfussball
Auslosung der Gruppen für die WM-Qualifikation
In zwei der stärksten Konföderationen, nämlich in Europa und Asien, wurden die Gruppen für die Vorausscheidung für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ ausgelost. Die europäische Auslosung wurde in zwei Ländern mit besonders großer Aufmerksamkeit verfolgt, nämlich in Kosovo, dessen Frauen-Nationalmannschaft erstmals überhaupt an einem internationalen Wettbewerb teilnimmt, und in Andorra, das erstmals bei einer Frauen-WM-Qualifikation dabei ist.

Die 16 an der Vorausscheidung teilnehmenden Nationen wurden in vier Vierergruppen aufgeteilt. Fünf Mannschaften werden bei den Qualifikationsspielen im April den Sprung in die Hauptrunde der Europa-Qualifikation schaffen. Am 25. April folgt dann die Auslosung der endgültigen Qualifikationsgruppen. Hier sind dann die 30 besten europäischen Nationen vertreten. Neben Gastgeber Frankreich qualifizieren sich noch acht weitere europäische Teams für das Weltturnier 2019.

Jordanien, das erst vor wenigen Monaten Gastgeber der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft war, richtet im kommenden Jahr den AFC Asien-Pokal der Frauen aus. Damit findet dieses Turnier erstmals in einem westasiatischen Land statt. Japan, Australien und die VR China sind als die drei besten Teams der Turnierauflage 2014 bei dem Turnier gesetzt, ebenso wie Jordanien als Gastgeber. Im April spielen 20 weitere asiatische Nationen an vier verschiedenen Spielorten um die verbleibenden vier Plätze bei der Kontinentalmeisterschaft. Die Schwergewichte Korea Republik und Korea DVR landeten zusammen in einer Qualifikationsgruppe. Es qualifiziert sich jeweils nur der Gruppensieger. Bei der FIFA Frauen-WM in Frankreich werden insgesamt fünf asiatische Teams an den Start gehen.

Die Besten der Besten
Am 9. Januar wurden in Zürich die The Best FIFA Football Awards vergeben. Bei den Frauen wurden zwei altbekannte Gesichter ausgezeichnet. Die offensive Mittelfeldspielerin Carli Lloyd aus den USA wurde zum zweiten Mal in Folge FIFA Weltfussballerin des Jahres, vor der Brasilianerin Marta und der Deutschen Melanie Behringer, die ihre Karriere in der Nationalmannschaft beendet hat. Bei den Trainerinnen war Silvia Neid erfolgreich. Sie komplettierte ihre enorm beeindruckende Trophäensammlung mit der Auszeichnung als FIFA-Welttrainerin (Frauen) des Jahres 2016.

Indien ist auf dem Weg
Indien startete mit einem respektablen Erfolg in ein besonders wichtiges Fussballjahr. Die Frauen-Nationalmannschaft des zweitbevölkerungsreichsten Landes der Welt gewann ein weiteres Mal den Titel bei der SAFF-Frauen-Meisterschaft in Siliguri (Westbengalen). In der Gruppenphase landeten die Inderinnen in ihrer Gruppe auf Platz zwei, da Bangladesch die bessere Tordifferenz hatte. Doch im Finale setzten sie sich gegen das Nachbarland durch. Nachdem es zur Halbzeit 1:1 gestanden hatte, siegten die Inderinnen mit 3:1. Die mit Abstand beste Torjägerin war die Nepalesin Sabitra Bhandari, die es in nur vier Spielen auf zwölf Tore brachte. Indien hat somit alle vier Auflagen des seit 2010 ausgetragenen Turniers gewonnen.

Europäische Teams bringen sich in Form
Die UEFA EURO 2017 der Frauen wirft ihre Schatten voraus. Drei Spitzenteams entflohen dem derzeit in Nord- und Mitteleuropa herrschenden Winterwetter und kamen zu einem Miniturnier im spanischen La Manga zusammen. Norwegen setzte sich in seinen Spielen gegen Schweden und England durch und gewann damit das Turnier.

Frankreich reiste zu einem Freundschaftsspiel gegen Südafrika nach La Réunion, wo sich die Bleues dank zweier Treffer von Griedge Mbock Bathy mit 2:0 durchsetzten. Doch die Reise kam die Französinnen teuer zu stehen, denn die junge Delphine Cascarino zog sich eine ernste Knieverletzung zu.

EURO-Gastgeber Niederlande hat endlich wieder eine Cheftrainerin. Die langjährige Nationalspielerin und frühere Assistenztrainerin Sarina Wiegman unterzeichnete einen Zweijahresvertrag.

Abschied einer Größe
Die englische Nationalspielerin Kelly Smith hat ihre Stiefel an den Nagel gehängt. Smith verließ die Bühne als englische Rekordtorschützin mit 46 Toren in 117 Länderspielen. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London gehörte sie zum Team Großbritanniens.

Frauen-Vereinsfussball
Alex Morgan wechselt nach Lyon
Aus Frankreich wurden im Januar einige große Transfers vermeldet. Besonders viele Schlagzeilen machte der Wechsel der U.S.-Nationalstürmerin Alex Morgan, die auf Leihbasis von Orlando Pride zu Olympique Lyon wechselte und dort bereits ihr Debüt feierte. Auch Amandine Henry wechselte auf Leihbasis aus den USA in ihr Heimatland. Sie kam von den Portland Thorns und wird künftig für Paris Saint-Germain spielen. Montpellier machte unterdessen seine Ambitionen erneut deutlich und nahm die schwedische Topstürmerin Stina Blackstenius und die belgische Mittelfeldspielerin Janice Cayman unter Vertrag. Aus England werden die Transfers der ehemaligen U.S.-Mittelfeldspielerin Heather O'Reilly (zu Arsenal) und der vielseitigen U.S.-Stürmerin Crystal Dunn (zu Chelsea) vermeldet.

Ein neuer Name in den USA
In der nordamerikanischen NWSL gibt es in der kommenden Saison einen neuen Namen. Der amtierende Titelträger Western New York Flash zog in den Süden um und tritt künftig als North Carolina Courage an. In der Saison 2017 spielen weiterhin zehn Mannschaften. Erstmals seit 2014 umfasst die reguläre Saison indes 24 Spiele.