Am Donnerstag, 16. November, fiel mit der Präsentation des Offiziellen Emblems der formelle Startschuss zur FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Uruguay 2018. Bei der Veranstaltung war auch Diego Forlán anwesend, eines der großen Fussballidole der Charrúas und Botschafter des Turniers.

"Als Uruguayer und jemand, der eng mit dem Fussball verbunden ist, freue ich mich sehr, dass wir hier eine Frauen-WM ausrichten können", so Forlán im Gespräch mit FIFA.com. Später stand dann der Fototermin mit den Spielerinnen der U-17-Auswahl im Salón de los Pasos Perdidos des Regierungspalastes von Montevideo an.

"Für die Sportart ist das sehr wichtig, weil sich durch die WM viel bewegen wird", fügte der ehemalige Kapitän der Celeste hinzu, der selbst an drei Weltmeisterschaften teilgenommen hat und bei der WM 2010 in Südafrika mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet wurde.

"Auf kurze Sicht wird die WM dafür sorgen, dass mehr und mehr Mädchen auf der Straße, in den Vierteln, Klubs und Schulen Fussball spielen. Das ist für ein bevölkerungsarmes Land wie dieses fundamental", so Forlán.

"Die mittel- und langfristigen Auswirkungen hängen von mehreren Faktoren ab", fuhr er fort. "In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die WM zu nutzen, um den Vereinswettbewerb auf die nationale Ebene auszuweiten. Wenn diese Mädchen sehen, dass man mit dem Fussball seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, wäre das sicher ein großer Anreiz."

Auf die Frage, was das Turnier zehn Jahre nach der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Chile 2008 für die gesamte Region bedeutet, appellierte Forlán an den gesunden Menschenverstand.

"Selbst für die Länder in Südamerika, in denen der Frauenfussball bereits weiter entwickelt ist, muss die Nähe einer WM positive Auswirkungen haben. Es hilft schon, wenn über das Thema geredet wird."

Wir wollten wissen, wie es in diesem Zusammenhang mit Themen ist, die über das Sportliche hinausgehen – beispielsweise die Gleichstellung der Geschlechter. "Die WM ist auch ein idealer Rahmen, um über dieses Thema zu diskutieren", meinte Forlán.

"Zwar ändert sich hier schon einiges, aber es gibt noch immer Situationen, in denen die Chancen ungleich verteilt sind – im beruflichen wie im privaten Bereich. Die WM sollte das Bewusstsein dafür schärfen und einen Wandel begünstigen."

Uruguay von seiner schönsten Seite

  • Tourismus: "Dieses Land ist ein sehr schönes Reiseziel. In Montevideo, Colonia und Maldonado gibt es viel zu sehen und zu tun. Es lohnt sich, herzukommen und das Land kennenzulernen."
  • Fussball-Leidenschaft: "Der Frauenfussball genießt nicht so viel Aufmerksamkeit wie der Männerfussball, aber früher haben die Fans nicht besonders darauf geachtet, was auf U-17- oder U-20-Ebene passiert. Das hat sich mittlerweile geändert. Ich bin sicher, dass die WM eine verdiente Chance bringt."

Eine Botschaft für die Spielerinnen der U-17-Auswahl

"Es macht mich neidisch, dass sie eine WM zu Hause bestreiten können. Das ist ein Privileg. Sie sollen sich gut vorbereiten, vor allem aber sollen sie das Turnier genießen. Ich glaube nicht, dass man von ihnen den WM-Sieg erwartet, auch wenn wir ihnen alle wünschen, dass sie weit kommen."