Am 2. und 3. Oktober veranstaltete die FIFA-Division für Frauenfussball einen Workshop mit neun führenden Frauenfussball-Expertinnen aus aller Welt. Ziel des zweitägigen Intensiv-Workshops war es, einen technischen Rahmen für zwei Pilotprojekte weiterzuentwickeln, der von der Division Frauenfussball und der Division für Technische Entwicklung gemeinsam erarbeitet wurde.

"Diese neun Expertinnen wurden wegen ihrem unermüdlichen Einsatz und ihrer hart erarbeiteten Kompetenz in den Bereichen Spitzenfussball, Teilhabe und Entwicklung ausgewählt, um uns bei diesen Projekten zu unterstützen", sagte Sarai Bareman, die leitende Beauftragte für den Frauenfussball. Unter den Expertinnen sind ehemalige Spielerinnen, Spitzentrainerinnen, Goldmedaillengewinnerinnen und technische Leiterinnen im Frauenfussball.

Die Teilnehmerinnen am Workshop

• Anja Palusevic (Deutschland)
• Anne Noe (Belgien)
• Belinda Wilson (Australien) - @Bilby55Wilson
• Houriya Taheri (VAE) - @Houriya69054186
• Lucia Mijares (Mexiko) -@lmijares
• Patricia Gonzalez (Spanien) - @PatriGlez8
• Pia Sundhage (Schweden)
• Rachel Pavlou (England)
• Vanessa Martínez (Mexiko) - @vanemartinezlag

"Das waren zwei wirklich produktive Tage", sagte Rachel Pavlou, Frauenfussball-Entwicklungs-Managerin beim englischen Fussballverband FA. "Einige der Expertinnen hier hatten sich bereits mit der FIFA zusammengesetzt und in einer ersten Phase das Grundgerüst entwickelt. Hier haben wir nun dieses Grundgerüst auf Grundlage des Wissens und der Erfahrung in diesem Raum geprüft und hinterfragt. Das hat uns ermöglicht, bestimmte Aspekte beträchtlich zu verfeinern."

"Bei der FIFA weiß man, dass es viele Leute gibt, die über langjährige Erfahrung im Umgang mit großen Herausforderungen verfügen. Dadurch ergeben sich sehr gute Arbeitsbedingungen", fügte Pavlou hinzu.

(Freue mich sehr, bei diesem Workshop mit der schwedischen Frauenfussballtrainerin Pia Mariane Sundhage in einer Gruppe zu arbeiten)

Die Pilotprojekte
Die beiden Projekte der FIFA, das Teilhabe-Projekt und das Akademie-Projekt, decken zwei Schlüsselbereiche der Fussballentwicklung ab. Beim Teilhabe-Projekt geht es um das erklärte Ziel der FIFA, die Zahl der weiblichen Spielerinnen bis 2026 auf 60 Millionen zu erhöhen Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Steigerung der Teilhabe in allen Bereichen, von der Schule bis hin zu internationalen Wettbewerben. Beim Akademie-Projekt geht es um die Förderung der Spitzenspielerinnen im Nachwuchsbereich und die Einrichtung von Fussballakademien für Mädchen.

"Nachdem wir nun das Feedback und den Input der Expertinnen erhalten haben, können die Konzepte und Rahmenbedingungen fertiggestellt werden und die Umsetzung der Pilotprojekte kann beginnen", sagte Sarai gegenüber FIFA. com. "Die Umsetzung dieser Pilotprojekte in zwölf unserer Mitgliedsverbände bedeutet für die Frauenfussball-Division und für die FIFA insgesamt einen spannenden Schritt nach vorn, da sie darauf abzielt, den Frauenfussball weiter zu stärken und auf der wachsenden Bekanntheit und Popularität des Frauenfussballs in den letzten Jahren aufbaut.

"Ich bin besonders begeistert von dem Teilhabe-Projekt", so Pavlou. "Die Basis des Frauenfussballs zu verbreitern und allen Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt die Möglichkeit zu eröffnen, Fussball spielen zu können, ist mein wichtigstes Anliegen."

"Mir sind beide Projekte sehr wichtig", meinte die Spanierin Patricia Gonzalez, die jahrelange Erfahrung sowohl als Spielerin als auch als Trainerin hat. "Einerseits müssen wir die Anzahl der Spielerinnen und auch das Niveau erhöhen. Gleichzeitig ist aber auch die Förderung der Elite sehr stark mit dieser Teilhabe verbunden, denn wenn wir den Spitzenspielerinnen neue Wege eröffnen, dann werden wir auch mit Sicherheit mehr Mädchen für den Fussball begeistern können. Daher sind für mich sind diese beiden Projekte eng miteinander verknüpft."

Fussballförderung als Verantwortung
Die Pilotprojekte sollen innerhalb der einzelnen Konföderationen umgesetzt werden. Pro Kontinentalverband werden zwei Mitgliedsverbände jeweils ein Projekt übernehmen (ein Mitgliedsverband setzt das Akademie-Projekt um und ein anderer das Teilhabe-Projekt)

Auf die Frage, was sie motiviert, sich weiterhin für die Entwicklung des Frauenfussballs zu engagieren, machte Patricia Gonzalez eine kurze Pause, um ihre Antwort sorgfältig zu überdenken. "Es geht um Verantwortung", erklärte sie dann. "Die Verantwortung, die ich in mir selbst fühle, den Frauenfussball voranzubringen. Ich habe als Kind schon Fussball gespielt und war danach Profispielerin und Trainerin. Ich bin mir der Tatsache sehr bewusst, dass alle Wegen, die ich beschritten habe, für mich einfacher waren als für diejenigen, die vor mir auf ihnen unterwegs waren, weil die früheren Generationen dazu beigetragen haben, mir dies zu ermöglichen. Daher empfinde ich nun die große Verantwortung, es auch der nächsten Generation leichter zu machen."