
Damals
Brasilien verfügt über einen scheinbar unerschöpflichen Reichtum an Nachwuchstalenten und spielt daher im Juniorenbereich nach wie vor eine herausragende Rolle. Bei der aktuellen Auflage der FIFA U-20-Weltmeisterschaft strebt die brasilianische Seleção nun nach dem fünften Titelgewinn, nachdem sie bereits die Auflagen von 1983 in Mexiko, 1985 in der Sowjetunion, 1993 in Australien sowie 2003 in den Vereinigten Arabischen Emiraten für sich entscheiden konnte. Der amtierende Vize-Weltmeister war nur ein einziges Mal nicht bei diesem Wettbewerb dabei, und zwar 1979 in Japan.
Heute
Mit einigen technisch sehenswerten Auftritten und anderen, bei denen eher die kämpferische Leistung im Vordergrund stand, sicherte sich die brasilianische Juniorenauswahl den Titelgewinn bei der U-20-Südamerikameisterschaft in Peru. Dabei besiegte man am letzten Spieltag der sechs Mannschaften umfassenden Endrunde das Team Uruguays mit sage und schreibe 6:0. Die Seleção musste im gesamten Turnierverlauf lediglich eine Niederlage hinnehmen. Die Brasilianer unterlagen Argentinien in einer Partie, in der sie fast über die gesamte Spielzeit mit einem Mann weniger auskommen mussten. Bei diesem Turnier konnten sich die gefeierten Nachwuchsspieler Neymar und sein Lucas auch auf kontinentaler Ebene profilieren. Beide Spieler standen im Kader der Seleção für die Copa América, weshalb Coach Ney Franco in Kolumbien auf das Duo verzichtet.
Die Zukunft
Obwohl Neymar mit einer beeindruckenden Bilanz aufwarten konnte, beruhte die Stärke Brasiliens keinesfalls nur auf einem Spieler. Auch wenn Neymar und Lucas in Kolumbien nicht dabei sind, kann sich Brasilien voll auf Philippe Coutinho von Internazionale, der das südamerikanische Turnier wegen einer Verletzung verpasst hatte, verlassen. Coutinho wird gemeinsam mit Oscar, der 2010 mit Internacional Porto Alegre die Copa Libertadores gewinnen konnte, Francos beste Waffe sein. Auch Mittelfeldspieler Casemiro besticht seit Januar durch eine große Reife und wurde deshalb von Trainer Franco zu einem der Anführer des Teams ernannt. Nach dem Sieg beim südamerikanischen Qualifikationsturnier und der gleichzeitigen Qualifikation für das Olympische Fussballturnier 2012 in London, hatten Neymar und seine Teamkollegen eine Menge Gründe zu feiern.
"Das ist nur der Anfang für diese Generation", so Neymar während der Titelfeier auf peruanischem Boden. Er betonte, im Team habe während der langen, 60-tägigen Vorbereitung perfekte Harmonie geherrscht. "Hier gab es keinen Star. In diesen zwei Monaten sind wir zu einer wunderbaren Familie zusammengewachsen. Das war der verdiente Lohn für einen Arbeitsprozess, der am 13. Dezember begann."
