
Die Azzurrini (die kleinen Azzurri) sind in der Altersrangordnung erst das vierte italienische Team, doch logischerweise gehört es zu ihrer Aufgabe, den Nachwuchs für die amtierenden Weltmeister sicherzustellen, die der Stolz des ganzen Landes sind. Die FIFA U-20-Weltmeisterschaft stellt nicht nur für sich alleine eine sportliche Herausforderung für die jungen Italiener dar, sie dient auch als Sprungbrett für eine Karriere auf höherem Niveau, selbst wenn viele von ihnen bereits bei großen Klubs unter Vertrag stehen.
Qualifikation
Trotz der Niederlage gegen Deutschland (1:3) im Finale der U-19-Europameisterschaft hat Italien bewiesen, dass es bereits über ein sehr routiniertes Team verfügt, und sowohl in der Qualifikation (sechs Siege in sechs Spielen) als auch bei der Europameisterschaft (zwei Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage im Endspiel) durchgehend solide Leistungen gezeigt. In einer starken Gruppe B hinterließen die Azzurrini beim Turnier in der Tschechischen Republik einen bleibenden Eindruck und setzten sich unter anderem mit 4:3 gegen den bis dahin ungeschlagenen Gastgeber durch, was ihnen den ersten Platz in ihrer Gruppe bescherte. Die Qualifikation für Ägypten 2009 war somit gesichert. Im anschließenden Halbfinale zeigten die Italiener beim 1:0-Sieg gegen Ungarn noch einmal ihre ganze Klasse, bevor sie gegen Deutschland in einem hart umkämpften Endspiel mit 1:3 unterlagen.
Trainer
Der 54-jährige Francesco Rocca musste seine eigene Karriere als Profifussballer aufgrund einer schweren Verletzung bereits mit 26 Jahren beenden, dennoch brachte er es auf insgesamt 141 Einsätze für den AS Rom in der Serie A und auf 18 Länderspieleinsätze. Zu Beginn seiner Tätigkeit als Nationaltrainer hatte er zunächst die Leitung der Olympiaauswahl inne. Seit 2006 trainierte er die Nationalmannschaften der Altersklassen U-19 und U-18, bevor er 2008 zum Coach der U-20 berufen wurde. Eine gelungene Wahl, hatte Rocca doch seine Schützlinge bereits erfolgreich durch die Qualifikation zur Weltmeisterschaft geführt.
Der ehemalige unermüdliche Außenverteidiger mit dem Spitznamen Kawasaki versteht es, den jungen Spielern seinen Enthusiasmus und seine Beharrlichkeit zu vermitteln. Sachlichkeit und Effizienz sind in bester italienischer Fussballtradition, die Leitsätze dieses Trainers, der nicht müde wird, seinen Spielern zu empfehlen, erst die nötige Erfahrung zu sammeln, bevor sie sich eines Tages um einen Platz in der italienischen A-Nationalmannschaft bewerben können.
Die Stars der Mannschaft
In der Offensive dürften die Hoffnungen der Italiener vor allem auf Fabio Sciacca ruhen. Der offensive Mittelfeldspieler, der beim Serie-A-Klub Catania unter Vertrag steht, feierte im April sein Debüt in Italiens höchster Spielklasse. Nach starken Vorstellungen in den letzten Saisonspielen wurde er erstmals in die U-20-Nationalmannschaft berufen und soll dort nun die Fäden ziehen. Ein weiterer Leistungsträger der Azzurrini ist Innenverteidiger Michelangelo Albertazzi, der aufgrund seiner Spielweise bereits mit dem legendären Franco Baresi verglichen wird. Diesen Vorschusslorbeeren wurde Albertazzi bislang mit herausragenden Leistungen in der Juniorenmannschaft des AC Mailand gerecht.
Bisherige Erfolge
- Bei der ersten Teilnahme an einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft im Jahre 2005 schied Italien im Viertelfinale nach Elfmeterschießen gegen Marokko aus.
- Erfolgreichster Torschütze der U-20-Auswahl ist ein gewisser Marco Materazzi mit zwölf Treffern.
Zitat
"Die Erfahrung, die diese jungen Spieler bei solchen Turnieren sammeln können, ist enorm wichtig für sie, sowohl auf fussballerischer als auch auf persönlicher Ebene". Francesco Rocca (Trainer, Italien)

