Ägypten

Damals
Ägypten hat sich für vier der letzten fünf Auflagen der FIFA U-20-Weltmeisterschaft qualifiziert und war somit seit 2001 nur ein Mal nicht dabei, nämlich 2007 in Kanada. Dies unterstreicht eindrucksvoll die hohe Qualität der Nachwuchsförderung in dem nordafrikanischen Land, das seit seinem Debüt 1981 in Australien insgesamt sechs Mal beim Turnier dabei war. Ägypten war im Jahr 2009 Gastgeber der jüngsten Auflage der FIFA U‑20‑WM, schied allerdings im Achtelfinale aus. Das beste Abschneiden feierten die Ägypter kurioserweise fern der Heimat, nämlich 2001 in Argentinien, wo sie den dritten Platz belegten. Nur bei zwei ihrer insgesamt sechs Turnierteilnahmen gelang den Nordafrikanern der Sprung in die K.o.-Runde nicht.

Heute
Für viele neutrale Beobachter war Ägypten bei der Afrikanischen Junioren-Meisterschaft das fussballerisch stärkste Team. Bei diesem Turnier buchten die Ägypter ihr WM‑Ticket für Kolumbien durch den Vorstoß in die Halbfinalrunde. Allerdings gab es auf dem Weg dorthin durchaus bange Momente. So verlor man in der Gruppenphase unerwartet mit 0:1 gegen Mali und im Achtelfinale gelang lediglich ein äußerst knapper 1:0-Sieg gegen Südafrika. Im Halbfinale hatte Ägypten dann Kamerun am Rande einer Niederlage, doch es gelang nicht, den entscheidenden Treffer zu erzielen. Im anschließend erforderlichen Elfmeterschießen zogen die Ägypter den Kürzeren, wobei es teils heftige Proteste wegen zweier Schüsse des Gegners gab, die der Schiedsrichter wiederholen ließ. Im Spiel um Platz drei behielten die Ägypter dann wieder mit 1:0 die Oberhand gegen Mali.

Die Zukunft
Torhüter Ahmed El Shenawi und Mittelfeldspieler Mohamed Hamdy gehören zu den Schlüsselspielern der Mannschaft, und Mittelfeldregisseur Mohamed Ibrahim wird allgemein schon bald der Sprung in die A-Nationalmannschaft zugetraut. In Kolumbien werden die Ägypter in der Gruppenphase auf den heißen Titelfavoriten Brasilien treffen, was von den ambitionierten und selbstbewussten Nordafrikanern als interessante Herausforderung aber nicht als zusätzlicher Druck empfunden wird, wie ihr Trainer unterstreicht. "Ich werde meine Mannschaft zusammenziehen und auf diese Herausforderungen vorbereiten", so Diaa El Sayed. "Ich brauche dafür nur genügend Zeit, in der ich unsere Gegner eingehend analysieren kann, um unser Team auf das Turnier vorzubereiten." Während die Ägypter den Brasilianern bei der Ballzirkulation durchaus Paroli bieten können, müssen sie sich vor dem eigenen und dem gegnerischen Tor wohl noch steigern, um tatsächlich für eine große Überraschung sorgen zu können.