Costa Rica

Damals
Der beachtliche Fortschritt des Nachwuchsfussballs in Costa Rica ist eine unbestrittene Tatsache. Bei den letzten beiden Auflagen der CONCACAF U-20-Meisterschaft erreichte die Mannschaft jeweils das Endspiel, wobei eines gewonnen wurde und eines verloren ging. Costa Rica untermauerte auf diese Weise seine Vormachtstellung in diesem Wettbewerb. Die Geschichte begann im Jahr 1989, als die Ticos in Saudiarabien erstmals an einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft teilnahmen, wo man jedoch bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten musste. Es sollten zehn Jahre vergehen, bis Costa Rica erstmals über die Gruppenphase hinauskam: In Nigeria waren es dann die Ghanaer, die den Hoffnungen der Mittelamerikaner im Achtelfinale ein jähes Ende setzten. Weitere zehn Jahre später, 2009 in Ägypten, folgte der bis dato größte Erfolg Costa Ricas: Nachdem die Costa-Ricaner als Dritte der Gruppe E ins Achtelfinale eingezogen waren, schafften sie es bis ins Halbfinale, wo sie sich nur knapp den Brasilianern geschlagen geben mussten. Am Ende reichte es für den beachtenswerten vierten Rang.

Heute
Auch wenn die Costa-Ricaner bei der regionalen Meisterschaft in Guatemala von den Mexikanern vom Thron gestoßen wurden, präsentierten sie sich als starkes Kollektiv, das letztendlich keine Mühe hatte, sich für die U-20-WM 2011 in Kolumbien zu qualifizieren. Unter Trainer Ronald González löste die costa-ricanische Auswahl mit einem 6:1-Kantersieg im Viertelfinale gegen Kuba auf beeindruckende Weise das WM-Ticket. Vor diesem entscheidenden Spiel hatte sich Costa Rica gegen Guadeloupe und Kanada jeweils mit 3:0 durchgesetzt. Erst im Endspiel lernten die Ticos das Gefühl kennen, nicht als Sieger vom Platz zu gehen: Die 1:3-Niederlage gegen Mexiko bedeutete auch, dass der Titel der CONCACAF-Meisterschaft an El Tri abgegeben werden musste. Die Bilanz der Costa-Ricaner in diesem Turnier kann sich dennoch sehen lassen: In fünf Partien gab es vier Siege und eine Niederlage. Beeindruckend sind vor allem die Offensivqualitäten der Mannschaft, die 15 Tore erzielte und nur fünf Gegentreffer hinnehmen musste (nur zwei vor dem Finale).

Die Zukunft
Die costa-ricanische U-20-Nationalmannschaft besticht, wie immer in letzter Zeit, vor allem durch ihre Schnelligkeit und Kreativität in der Offensive. Joel Campbell konnte seine Torgefährlichkeit bereits in unterschiedlichen Nachwuchsmannschaften Costa Ricas unter Beweis stellen. Beim Qualifikationsturnier für die U-20-Weltmeisterschaft in Guatemala sicherte er sich mit sechs Treffern (durchschnittlich über ein Tor pro Spiel) die Torjägerkrone des Turniers. "Man muss natürlich weiterhin mit ihm arbeiten, er ist erst 17 Jahre alt. Er dürfte jedoch eine große Zukunft vor sich haben. Wenn ich Geld hätte, würde ich ihn kaufen", sagte Ricardo La Volpe, der Trainer der costa-ricanischen A-Nationalmannschaft, über den Stürmer, den er auch zum CONCACAF Gold Cup und zur Copa América mitnahm. Abgesehen von seiner Durchschlagskraft in der Offensive besticht Campbell auch durch sein mannschaftsdienliches Spiel ohne Ball in der Defensive.