• Das erste Halbfinale des Turniers steht fest
  • Venezuela erreicht erstmals die Runde der letzten Vier
  • Uruguay gewinnt packendes Elfmeterschießen

TAGESRÜCKBLICK – Die ersten zwei Viertelfinalpartien bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Korea Republik boten volle vier Stunden voller Spannung und am Ende dramatische Entscheidungen. Letztlich setzten sich die südamerikanischen Vertreter Venezuela und Uruguay durch und treffen nun im ersten Halbfinale aufeinander.

Venezuela hat erstmals diese Runde des Turniers erreicht und wird damit das bislang beste Abschneiden des Landes bei einem FIFA-Turnier einstellen. Doch es war ein hartes Stück Arbeit. Die Südamerikaner belagerten das Tor der USA während eines Großteils der 120 Minuten, hatten jedoch mehrfach Pech und vergaben so manche Großchance. Am Ende reichte es zu einem knappen 2:1-Sieg in der Verlängerung.

Die Partie zwischen Uruguay und Portugal verlief sehr viel ausgeglichener. Nachdem Xande Silva die Portugiesen mit dem achtschnellsten Tor der FIFA U-20-WM-Geschichte in Führung gebracht hatte, entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch, der letztlich erst im Elfmeterschießen entschieden werden konnte. Nach acht verwandelten Elfmetern wurden fünf Schüsse in Folge nicht genutzt. Uruguays Torhüter Santiago Mele hielt drei Versuche und leitete damit den Erfolg seines Teams ein.

Die Ergebnisse
Viertelfinale: Venezuela – USA 2:1 (n.V.) | Portugal – Uruguay 2:2 (4:5 i.E.)

Schlüsselszenen des Tages
Penarandas Ausdauer macht sich bezahlt
Venezuela als das stärkere Team in der Partie gegen die USA zu bezeichnen, wäre untertrieben. Die Südamerikaner versuchten 20 Mal, zum Torabschluss zu kommen, die Stars and Stripes nur sieben Mal. Doch dieses recht eindeutige Verhältnis spiegelt nicht die gesamte Dramatik der Partie wider, die von Kontern, Rettungstaten und Schüssen gegen das Gebälk geprägt war. Adalberto Penaranda vergab auch die wohl größte Torchance der Partie, als der Ball nach einem Abpraller vor seinen Füßen landete und er das leere Tor nicht traf. Doch der gleiche Spieler erzielte in der Verlängerung dann den Führungstreffer für Venezuela, der den USA letztlich das Genick brach und den Südamerikanern das Weiterkommen sicherte.

Peixe kann es nicht fassen
Es gibt Momente im Fussball, in denen man nur fassungslos staunen kann. Der Treffer von Mario Mandzukic im gestrigen Finale der UEFA Champions League war ein solcher Moment. Direkt am Spielfeldrand ist die Reaktion auf solche herausragenden Momente oft noch viel intensiver. So war es auch, als Trainer Peixe das zweite Tor Portugals erlebte. Der tückische Schuss von Diogo Goncalves war einfach wunderschön anzuschauen. Der Trainer, Gewinner des Goldenen Balles von adidas 1991, konnte es kaum glauben, verbarg den Kopf in den Händen und gestikulierte dann immer wieder wild und begeistert in Richtung seiner ebenfalls überwältigten Assistenten.

Kleine und große Äpfel
In der Partie zwischen den USA und Venezuela fehlte zu Beginn Yeferson ‘Manzanita’ Soteldo (sein Spitzname bedeutet kleiner Apfel), doch  dafür bot die Partie in der ersten Halbzeit ein Big-Apple-Derby der besonderen Art. Venezuelas Kapitän Yangel Herrera vertrat dabei den FC New York City und Tyler Adams den Lokalrivalen New York Red Bulls. Der Schlagabtausch war sehr intensiv, wie es sich für ein Derby gehört. Am Ende hatte das Team aus dem Yankee Stadium die Nase vorn.

ABBA erstmals im Einsatz
Die Fans in Daejeon wurden erstmals bei einem FIFA-Turnier Zeugen einer Neuerung beim Elfmeterschießen, oftmals ABBA-System genannt: Dabei führt Team A zunächst einen Elfmeter aus, gefolgt von Team B, das zwei Mal in Folge schießt. Dann geht es mit zwei Elfmetern für Team A weiter, bis beide Mannschaften fünf Mal geschossen haben. Ist dann noch keine Entscheidung gefallen, folgt der so genannte Sudden Death. Santiago Bueno war der Mann, der dieses historische Elfmeterduell schließlich zugunsten Uruguays beendete.

Stimme des Tages
"Wir haben gestern viel Elfmeterschießen trainiert, weil wir wussten, dass es gegen dieses großartige Team dazu kommen könnte. Ich mag das neue ABBA-System."
Fabian Coito (Trainer Uruguay)

So geht es weiter
Donnerstag, 8. Juni
Uruguay – Venezuela

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