• Italien und Uruguay bestreiten das kleine Finale
  • Für Riccardo Orsolini geht es noch um den Goldenen Schuh
  • Beide Mannschaften kennen sich schon aus Gruppe D

Italien und Uruguay treffen am 11. Juni, dem letzten Spieltag der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Korea Republik 2017, erneut aufeinander. Wenn man das den beiden Mannschaften gesagt hätte, als sie sich Anfang Mai Richtung Incheon International Airport aufmachten, hätten sie das vermutlich mit Freuden unterschrieben.

Doch es ist nicht das Endspiel, das Italien und Uruguay bestreiten. Das findet einige Stunden später zwischen Venezuela und England statt. Die Azzurrini und die Celeste spielen "nur" das kleine Finale um Platz drei.

Beide Mannschaften trafen dabei schon am ersten Spieltag der Gruppe D aufeinander. Für sie endet die FIFA U-20-Weltmeisterschaft damit just in dem Stadion, in dem sie begonnen hat. Zum Auftakt war es ein später Freistoßkracher von Rodrigo Amaral, der das Spiel entschied. Doch was ist nun zu erwarten, da es um die Bronzemedaille geht?

"Wir haben ein großartiges Turnier gespielt", befand Uruguays Trainer Fabian Coito schon nach dem verlorenen Elfmeterschießen gegen Venezuela im Halbfinale. "Für unsere jungen Spieler war das eine gute Erfahrung. Wir hatten in praktisch jedem Spiel starke Szenen und lagen bis zur letzten Minute im Rennen um das Finale. Wir sind jetzt zwar auch sehr traurig, aber wir müssen weiter kämpfen. Es stimmt, dass das Spiel um den dritten Platz nur ein Trostpreis ist, aber wir müssen uns sammeln und auf ein Spiel konzentrieren, das wir so nicht erwartet haben und nicht wollten."

Uruguay kann dabei auf seine starke Defensive bauen. Bis zum Viertelfinale gegen Portugal kassierten die Südamerikaner in der Republik Korea nicht ein einziges Gegentor.

"Darauf sind wir stolz", sagt mit Stürmer Agustin Canobbio selbst einer, der bei Uruguay nicht in erster Linie für die Abwehrarbeit zuständig ist. "Wir sind am letzten Spieltag der U-20-Weltmeisterschaft noch dabei. Das ist ein Grund zur Zufriedenheit. Jetzt heißt es noch mal alles geben und Dritter werden. Wir sind im Verlaufe des Turniers selbstbewusster und reifer geworden."

Historische Azzurrini
Für Italien ist die FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2017 derweil schon deshalb ein Erfolg, weil die Mannschaft bei einem solchen Turnier noch nie besser abgeschnitten hat.

"England hat verdient gewonnen", erkannte Italiens Cheftrainer Alberico Evani nach der Niederlage seiner Azzurrini an. "Wir hatten nicht mehr viel zuzusetzen. Mit zunehmender Spieldauer hatten wir körperlich unsere Probleme. Genau das haben die Engländer dann ausgenutzt, indem sie den Ball haben laufen lassen."

Riccardo Orsolini geht als bester Torschütze des Turniers in den letzten Spieltag und könnte am Sonntagabend entsprechend gleich doppelt ausgezeichnet werden. Aber Italien-Trainer Evani verweist auf die Erschöpfung nach mehr als drei Turnierwochen.

"Unsere Spieler haben gute Leistungen gezeigt. Wir haben praktisch mit denselben elf Spielern durchgespielt und trotz Müdigkeit und Erschöpfung immer alles gegeben. Ich hoffe, dass wir uns am Sonntag mit einem Platz auf dem Treppchen belohnen."