• Englands Torhüter Freddie Woodman spricht über den Sieg gegen Mexiko
  • Der Schlussmann blickt voraus auf das erneute Aufeinandertreffen mit Italien im Halbfinale
  • Viel Lob für seine Teamkameraden, die "mit vollem Einsatz verteidigen"

Englands Trainer Paul Simpson fasste die Schlussphase des 1:0-Siegs seiner Schützlinge in Unterzahl gegen Mexiko perfekt zusammen: "Als es darauf ankam, haben wir verteidigt, als ginge es um unser Leben. Wir mussten uns regelrecht eingraben und standen mit dem Rücken zur Wand."

Glücklicherweise war die Wand, die die Young Lions im Rücken hatten, ihr überaus zuverlässiger Torhüter Freddie Woodman.

Mexiko hatte am Ende fast doppelt so oft aufs Tor geschossen, doch der Keeper von Newcastle United und seine Abwehr hielten verbissen dagegen und konnten mit entschlossenen Aktionen den eigenen Kasten sauber halten und erstmals seit einem knappen Vierteljahrhundert wieder das Halbfinale einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft erreichen. Woodman gibt sich indes überaus bescheiden und will den Beifall dafür keineswegs für sich allein.

 

"Für mich ist es leicht, wenn ich so viele tolle Jungs vor mir habe, zehn Spieler, die sich allem in den Weg werfen und mit vollem Einsatz verteidigen", sagte er gegenüber FIFA.com. "Natürlich sieht eine weiße Weste immer nach einer starken Torwartleistung aus, aber die Jungs in der Abwehr sind es, die mir den Job sehr viel leichter machen."

Während des gegnerischen Ansturms in Cheonan stand Woodman indes wie ein Fels in der Brandung und verlieh seiner Hintermannschaft die nötige Ruhe und Stabilität. "Ich arbeite hart und versuche, meine Emotionen immer unter Kontrolle zu halten und mich voll und ganz auf das Spiel zu konzentrieren", so der Torhüter. "Es war ja klar, dass die Mexikaner den Druck erhöhen würden, dass sie mit Mann und Maus angreifen würden. Schließlich war es ein WM-Viertelfinale. Wir wussten, dass sie alles versuchen würden."

Auf die Frage nach einer Selbsteinschätzung seiner Leistung meint der 1,90 Meter große Schlussmann nur lakonisch: "War ganz ok", und lacht dabei leise. Das passt zu einem Torhüter, der stets auf die Jungs vor seinem Strafraum verweist, die sich für den Erfolg abrackern.

Fragt man ihn hingegen nach seinen eigenen Stärken, so bleibt der 20-Jährige zunächst stumm. Viel lieber würde er über die Stärken seiner Mitspieler sprechen. Auf Nachfrage lässt er sich dann zumindest zu der Selbsteinschätzung "Vielleicht gutaussehend…" hinreißen, und lacht erneut.

Er sieht sich als ruhenden Pol und als Fundament des erfolgreichen englischen Teams. "[Als Torhüter] ist man meist mit sich selbst allein. Ich kann ganz gut mit meiner eigenen Gesellschaft leben. Man ist einfach mit sich selbst und seinen Gedanken allein und zufrieden. Das kann ganz nett sein."

Der Torhüter, der seinen Großvater als großes Vorbild nennt, hat in der Republik Korea erst zwei Gegentore kassiert (eines davon ein kurioses Eigentor) und im Achtelfinale einen Elfmeter gehalten. Sein Anteil am Halbfinaleinzug der Engländer war somit durchaus beträchtlich.

Dort treffen die Engländer auf einen vertrauten Gegner. Italien warf England vor einem Jahr bei der UEFA U-19-Europameisterschaft genau in dieser Runde aus dem Rennen. Bei der 1:2-Niederlage musste Woodman zwei Mal hinter sich greifen. "Natürlich war das schmerzvoll, aber wir mussten sofort nach vorn blicken und weiter machen", erinnert er sich. "Jetzt aber werden wir nicht auf dieses Spiel zurückblicken. Wir sehen in diesem Spiel nicht mehr und nicht weniger als das WM-Halbfinale. Es geht nicht um Revanche sondern einfach nur um das nächste Spiel. Der Gegner ist stark, aber wir haben die Chance, das WM-Finale zu erreichen."