• Italien und England sichern sich Halbfinalteilnahme
  • "Azzurrini" siegen in Unterzahl und stehen erstmals unter den letzten Vier
  • England zieht in erstes Halbfinale seit 24 Jahren ein

TAGESRÜCKBLICK – Der letzte Viertelfinaltag der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Republik Korea 2017 hielt ein episches Duell sowie eine äußerst enge Begegnung bereit. Italien und England sicherten sich am Ende das Ticket in die nächste Runde. Somit wird das zweite Halbfinale eine rein europäische Angelegenheit.

Obwohl es unglaublich scheint, zogen die Azzurrini zum ersten Mal in diesem Wettbewerb in die Runde der letzten Vier ein. Diesen Erfolg verdienten sie sich mit einem dramatischen Sieg nach Verlängerung gegen Sambia. Zweimal holten die jungen Italiener einen Rückstand auf und erkämpften sich nach 120 Minuten den Sieg, obwohl sie ab der 44. Minute nach dem Platzverweis für Verteidiger Giuseppe Pezzella in Unterzahl spielten. 

Auch England hatte ein hartes Stück Arbeit zu leisten, doch am Ende sicherten der Torhüter Freddie Woodman und eine stabile Defensive den knappen 1:0-Erfolg gegen Mexiko. Damit ziehen die Three Lions zum ersten Mal seit 1993 in ein Halbfinale ein. Josh Onomah sah in der 73. Minute die Gelb-Rote Karte.

Die Ergebnisse
Viertelfinale: Italien - Sambia 3:2 (n.V.) | Mexiko - England 0:1

Schlüsselszenen des Tages
Furchtbares Deja-vu für Alberico
Alberico Evani und Beston Chambeshi, heute Trainer Italiens beziehungsweise Sambias, hatten in Korea Republik eine persönliche Angelegenheit zu klären. 1988 waren sie sich beim Olympischen Fussballturnier der Männer in Seoul gegenübergestanden. Damals siegten die Afrikaner 4:0, und als Patson Daka schon nach vier Minuten die sambische Führung erzielte, fühlte sich Evani 29 Jahre zurückversetzt. "Ich hatte Angst und die Erinnerungen an damals überwältigten mich", verriet er in der Pressekonferenz nach der Partie. Doch seine Jungs machten ihm wieder Mut. "Als ich meine Spieler so spielen sah, verschwanden die Erinnerungen."

Neuseeländischer Einfluss
Die FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2015 färbte offenbar auf die aktuelle Auflage ab. Wie damals in Neuseeland gingen drei der vier Viertelfinalpartien in die Verlängerung. Ein Beweis dafür, wie ausgeglichen dieses Turnier ist. Dies scheint die Teams aber nicht daran zu hindern, aufregende Spiele zu liefern. In den vier Duellen wurden 13 Tore erzielt - ein Durchschnitt von 3,25 Treffern pro Partie!

Pannen-Riccardo richtet's wieder
Riccardo Orsolini erlebte eine emotionale Achterbahnfahrt. Er hätte als Pechvogel des Spiels in Erinnerung bleiben können, doch jedes Mal, wenn ihm etwas missglückte, sorgte er für Wiedergutmachung. Beim Stande von 1:0 für Sambia vergab er eine so klare Torchance, dass er beim Anblick der Wiederholung auf der Riesenleinwand sein Gesicht in die Hände vergrub. In der zweiten Halbzeit machte er den Fehler durch einen ähnlichen Kopfball zum 1:1 wieder wett. Beim 2:2-Ausgleich von Dimarco rannte der Spieler mit der Nummer drei außer sich vor Freude zur Eckfahne, die er mit einem Tritt demolierte. Orsolini, mit vier Treffern einer der erfolgreichsten Schützen des Turniers, besann sich, hob die Einzelteile auf, setzte sie wieder zusammen und auf ihren Platz. Alles wieder gut!

Die Stimmen
"Wir haben in der Defensive alles gegeben und einige wirklich gute Chancen herausgespielt, als wir das mussten. Wir konnten sie einfach nur nicht verwerten und am Ende des Spiels mussten wir uns fallen lassen, standen mit dem Rücken zur Wand. Es war unglaublich."
Paul Simpson, Trainer England

So geht es weiter 
Donnerstag, 8. Juni
Italien - England

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