• Die englischen Sieger der FIFA U-20-WM äußern sich bei FIFA.com zum Triumph
  • Dominic Calvert-Lewin beschreibt sein Siegtor
  • Kapitän Lewis Cook: "Absolut bester Tag meines Lebens!"

"Es war vielleicht nicht das schönste Spiel, aber wir sind Weltmeister."

So beschreibt Englands Kapitän Lewis Cook ganz bescheiden den historischen Erfolg der Engländer, die erstmals überhaupt die FIFA U-20-Weltmeisterschaft gewinnen konnten.

Dabei hatte das Endspiel durchaus Flair, auch wenn England gegen Venezuela ein schweres Stück Arbeit zu verrichten hatte. Dass am Ende trotzdem der Triumph gegen die Südamerikaner stand, die während des Turniers in der Republik Korea durchgängig zu überzeugen wussten, lag am flüssigen Kombinationsfussball, individueller Klasse, beeindruckender Organisation und greifbarem Mannschaftsgeist. Dominic Calvert-Lewins Führungstreffer schuf dabei die perfekten Voraussetzungen, um genau diese Stärken zum Tragen zu bringen und den WM-Traum mit einem 1:0-Sieg wahr werden zu lassen.

"Ich kann nicht in Worte fassen, wie ich mich gerade fühle!", jubelte der Schütze des goldenen Tores bei FIFA.com unmittelbar nach den Freudenszenen auf dem Platz. "Ich meine, wer kann schon von sich behaupten, einmal eine Weltmeisterschaft gewonnen zu haben? Die Siegermentalität der Mannschaft war ausschlaggebend. Wir haben immer an uns geglaubt."

Der Everton-Spieler benötigte allerdings zwei Anläufe, um den überragenden Wuilker Farinez im Tor der Vintotino zu überwinden. "Eigentlich hätte schon meine erste Chance drin sein müssen", erklärte Calvert-Lewin durchaus selbstkritisch. Die Entstehung seines zweiten Turniertors beschreibt er wie folgt: "Ich habe nach meiner vergebenen ersten Chance einfach nachgesetzt.

Als ich merkte, dass der Torhüter den Ball abprallen lassen würde, habe ich nachgesetzt und ihn ins Eck geschossen. Und auf einmal war ich von jubelnden Mitspielern umgeben."

Einer davon war Josh Onomah, der zusammen mit Mannschaftskamerad Cook ein erstaunlich abgeklärtes Gespann im Mittelfeld bildete. Dem Mann von Tottenham Hotspur wäre um ein Haar sogar das vielleicht tollste Tor in der Geschichte der U-20-Weltmeisterschaft gelungen. Nachdem schon Ronaldo Lucena in der ersten Hälfte mit seinem Schuss aus gut 30 Metern nur den Pfosten getroffen hatte, versuchte sich auch Onomah aus ähnlicher Distanz – und bei seinem Kracher blieb so manchem der Mund vor Staunen offen stehen.

"Als das Ding an die Latte ging, war ich fassungslos", gestand der Mittelfeldspieler. Mit Blick auf die Medaille um seinen Hals fügte er dann jedoch hinzu: "Mir fehlen die Worte. Wenn man sich immer schon gewünscht hat, die WM zu gewinnen und es dann schafft, erfüllt sich ein Traum. Venezuela hat es uns richtig schwer gemacht. Aber wir haben dagegen gehalten. Man muss die Jungs für ihre kämpferische Einstellung loben, mit der wir uns den Sieg verdient haben."

Die Geschichte hätte freilich auch ganz anders enden können, wenn sich Freddie Woodman nicht zum Elfmeterheld aufgeschwungen hätte. An seiner reflexartig hochgerissenen Hand scheiterte der unglückliche Adalberto Peñaranda. "Ich sehe Freddie ja jeden Tag im Training und habe auch selbst schon Elfmeter gegen ihn verschossen. Ich hatte keinen Zweifel, dass er den Schuss hält", erklärte Mannschaftskamerad Adam Armstrong von Newcastle United, der sich seinerseits bei Englands Auftaktsieg gegen Argentinien in die Torschützenliste eingetragen hatte.

"Ich hatte volles Vertrauen in Fred", meinte auch Cook. "Ich habe ihn nur angesehen und gedacht: 'Du schaffst das, du hältst den!' Und so kam es dann ja auch." Jetzt muss sich der Kapitän erst mal an den Gedanken gewöhnen, Weltmeister zu sein.

"Verinnerlicht habe ich das noch nicht", gibt er zu. "Es ist der absolut beste Tag meines bisherigen Lebens! Das Erlebnis Korea war toll. Die Jungs ließen wirklich nichts zu wünschen übrig. Unglaublich!"