• Venezuela und England stehen erstmals im Endspiel der U-20-WM
  • "La Vinotinto" ist das torgefährlichste Team
  • Die "Three Lions" gehen mit frischeren Beinen ins Finale

Wie die Zeit vergeht: Nach 22 Wettbewerbstagen, die einem wie ein kurzer Augenblick vorkamen, steht schon das Endspiel der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Korea 2017 auf dem Programm. Das große Finale, von dem alle geträumt haben, das aber nur zwei genießen werden. Aber nicht irgendwelche Teams. Venezuela oder England werden nicht nur den nächsten Weltmeister in dieser Alterskategorie stellen, sie werden dies zum ersten Mal in ihrer Geschichte tun.

Nach Beendigung des Spiels um Platz drei zwischen Uruguay und Italien werden am 11. Juni um 19:00 Uhr Ortszeit Venezuela und England in das Suwon World Cup Stadium einlaufen, um den kommenden Weltmeister zu ermitteln.

Keines der beiden Teams gehörte im Vorfeld zu den großen Favoriten, doch sie haben im Verlauf des Wettbewerbs bewiesen, dass sie nicht zufällig im Finale stehen. Venezuela lieferte mit drei Siegen die bessere Gruppenphase ab, die Three Lions wiederum setzten sich seit dem Achtelfinale stets innerhalb der regulären Spielzeit durch. In jedem Fall verspricht es ein spannendes und großartiges Duell zu werden.

Die Spiele
Spiel um Platz drei: Uruguay - Italien
Finale: Venezuela - England

Interessante Aspekte 
1 Venezuela zeigte eine herausragende Turnierleistung, die der Lohn war für zweieinhalb Jahre Vorbereitung mit zahllosen Trainingseinheiten und 37 Freundschaftsspielen. Nicht umsonst stellen die Venezolaner mit 14 Treffern den erfolgreichsten Angriff und stehen auch in den anderen Offensivstatistiken ganz oben: die meisten Schussversuche (110), die meisten Schüsse aufs Tor (38) und neben England die meisten Pfostentreffer (5). Gleichzeitig ist Wuilker Fariñez von der vier Halbfinalisten der Torhüter mit den wenigsten Abwehraktionen (13). Die Nummer eins Venezuelas gehört zu den Stars des Teams und zeigte spektakuläre Paraden, aber er konnte sich stets auf seine Defensive verlassen.

2 England liegt in der Rangliste der treffsichersten Teams mit elf Toren auf Platz vier, während Torhüter Freddie Woodman mit 15 abgewehrten Schüssen nahezu die gleichen Werte wie Fariñez aufweist. Auch bei den Engländern gehört die Abwehrarbeit zu den Stärken des Teams. Eine gute Nachricht für Paul Simpson ist die Rückkehr von Mittelfeldspieler Josh Onomah nach seiner Sperre im Halbfinale, doch der Coach kann ohnehin nicht über mangelnde Alternativen klagen: Bis auf den dritten Torwart Luke Southwood hat Simpson bisher jeden seiner Spieler eingesetzt.

3 Ein wichtiger Punkt in einem Entscheidungsspiel ist der körperliche Aspekt. In dieser Hinsicht geht England mit viel weniger Minuten in den Beinen ins Finale. Die Engländer haben bei dieser WM noch nie in die Verlängerung gehen müssen: 2:1 gegen Costa Rica im Achtelfinale, 1:0 gegen Mexiko im Viertelfinale und ein 3:1 gegen Italien in der Runde der letzten Vier. Venezuela hingegen benötigte ab der K.o.-Runde immer mehr als 90 Minuten für den Sieg. Sowohl das 1:0 gegen Japan als auch das 2:1 gegen die USA wurden in der Verlängerung erkämpft. Gegen Uruguay fiel die Entscheidung sogar erst im Elfmeterschießen, einschließlich der emotionalen Belastung, die ein solches Ereignis mit sich bringt.

4 Uruguay und Italien stehen vor der unangenehmen Aufgabe, sich nach der Enttäuschung über das Ausscheiden aus dem Titelrennen noch einmal zu motivieren. Dennoch werden wohl beide Teams einen versöhnlichen Abschluss anstreben. Wie es der Zufall wollte, trafen sie zum Auftakt des Turniers aufeinander. Damals gewann Uruguay nach einem Treffer durch Rodrigo Amaral 1:0. Für die Italiener wird am Ende unabhängig vom Ergebnis das beste Abschneiden in ihrer Geschichte zu Buche stehen. Uruguay hingegen ist zweifacher Vizeweltmeister, wurde 1979 in Japan Dritter und 1997 in Tunesien sowie 1999 in Nigeria jeweils Vierter.