• Trainer Chambeshi blickt voraus auf Sambias Viertelfinale bei der FIFA U-20-WM
  • Erinnerungen an seine eigene Viertelfinalteilnahme bei den Olympischen Spielen 1988 in der Republik Korea
  • Der Afrikameister trifft in Suwon auf Italien

Bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Korea Republik 2017 ist die Mannschaft Sambias in unbekannte Gewässer vorgestoßen: Erstmals bereitet sich das afrikanische Team auf ein WM-Viertelfinale in dieser Altersklasse vor. Wenigstens ein Mann an Bord kann allerdings zumindest auf eine ähnliche Erfahrung zurückblicken – und glücklicherweise ist es genau der Mann, der am Ruder steht.

Vor fast 30 Jahren bereitete sich Sambias heutiger U-20-Nationaltrainer Beston Chambeshi selbst mit seinem Team auf ein Viertelfinale vor, nämlich beim Olympischen Fussballturnier 1988 in Seoul. Nun ist Chambeshi also wieder in der Republik Korea, die sich "seitdem enorm verändert hat", und genießt die Erinnerungen an seine erste Reise in das südostasiatische Land.

"Es war einfach fantastisch. Wir haben damals gegen Deutschland gespielt, mit großartigen Spielern wie [Jürgen] Klinsmann. Und auch Irak und Italien gehörten zu unseren Gegnern", so der Trainer in einem Gespräch mit FIFA.com. "Es war natürlich nicht leicht, aber wir hatten damals ein ziemlich starkes Team. Wir waren eine eingeschworene Truppe, genau wie die Jungs jetzt."

Gemeinsam mit nationalen Fussballlegenden wie Kalusha Bwalya und Charles Musonda sowie sechs Spielern, die 1993 bei einem Flugzeugabsturz in Gabun auf tragische Weise ihr Leben verloren, stürmten die Sambier in Seoul durch die Gruppenphase, bevor sie von der DFB-Auswahl mit einem entfesselten Klinsmann nach Hause geschickt wurden.

Chambeshi war damals mit dem FC Nkana sambischer Meister und Torschützenkönig geworden. Der legendäre sambische Kommentator Dennis Liwewe prägte damals seinen Spitznamen "Quecksilber." "Ich war eigentlich gar nicht so besonders schnell, aber talentiert war ich wohl schon", meint Chambeshi mit einem Lächeln. "Dieser Spitzname hat mich jedenfalls immer zu guten Leistungen motiviert."

2012 gewann Sambia den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal und Liwewe, der 40 Jahre lang die Stimme des sambischen Fussballs war, beschrieb jenes Team mit Worten, die auch perfekt auf die jetzige Mannschaft in der Republik Korea zutreffen: "Wir haben den richtigen Geist gezeigt: Angriff, Angriff, Angriff", sagte er nach dem Triumph gegenüber der BBC. "Aufgeben kommt für uns niemals in Frage."

Genau diesen Geist zeigte Sambia auch in den Partien gegen Iran und Deutschland. In beiden Spielen gerieten die Afrikaner zunächst in Rückstand, kämpften sich jedoch wieder zurück und gingen schließlich nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle als Sieger vom Platz. Als Belohnung winkt nun das Viertelfinale gegen Italien. "In Sambia sorgt der Vorstoß des Teams für Schlagzeilen", so Chambeshi. "Geschichte schreiben und den eigenen Namen hinterlassen – darum geht es beim Fussball. [Doch] es gibt keinen Druck. Die Jungs genießen es einfach.

Man spielt nicht alle Tage auf dieser Bühne. Es hilft den Jungs daher sehr, dass sie so eine Art "Vaterfigur" wie mich haben, denn ich kann ihnen eine ganze Menge übe den Fussball vermitteln, über den Spaß daran und dass sie alles selbst in der Hand haben."

Gegen die perfekt organisierten Azzurrini, die gerade Frankreich aus dem Turnier befördert haben, darf sich Sambia keine Fehler leisten. Chambeshi ist allerdings nach der soliden Leistung gegen Deutschland durchaus optimistisch.

Der aktuelle Erfolgslauf der Mannschaft könnte indes nur der erste Schritt in eine noch erfolgreichere Zukunft sein, in der das Team möglicherweise in die Fußstapfen der A-Mannschaft der Chipolopolo tritt. "So ist es im Fussball. Rekorde werden aufgestellt und Rekorde werden gebrochen. Dieses Turnier ist nur ein Schritt auf unserem Weg. In einigen Jahren könnten wir sogar noch bessere Leistungen für Sambia und Afrika zeigen – den dafür nötigen Eifer haben die Spieler.