• Nicolás de la Cruz erzielt 100. Tor und schießt Uruguay in die nächste Runde
    • Sambia nach Krimi zum ersten Mal unter den letzten Acht
    • England nach 24 Jahren zum ersten Mal wieder im Viertelfinale 

    Die Sambier tanzen, die Uruguayer fallen sich in die Arme, und die Engländer lassen mit erhobenen Fäusten einen lauten Jubelschrei los: Die Mittwochsspiele des Achtelfinales der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Republik Korea 2017 lieferten Bilder des Jubels und der grenzenlosen Enttäuschung, und jeder brachte seine Gefühle auf seine Weise zum Ausdruck.

    Die Afrikaner zogen nach einem fantastischen, emotionsgeladenen Spiel gegen Deutschland zum ersten Mal ins Viertelfinale ein, und Uruguay setzte sich mit einer konzentrierten Leistung gegen Saudiarabien durch. Damit findet die Runde der letzten Acht zum ersten Mal seit Kolumbien 2011 ohne asiatischen Vertreter statt.

    England fuhr mit einer Negativserie von 17 sieglosen Spielen in Folge im Gepäck zur WM, doch dann leitete das Team die Wende ein: Die Engländer setzten sich gegen Costa Rica durch und stehen nun nach 24 Jahren zum ersten Mal wieder im Viertelfinale des Turniers.

    Die Ergebnisse
    Achtelfinale: Uruguay – Saudiarabien 1:0  |  England – Costa Rica 2:1  | Sambia – Deutschland 4:3 (n. V.)

    Schlüsselszenen des Tages
    Herzlichen Glückwunsch, Bolita!
    Nicolás de la Cruz hat bei den aktuellen Auflagen der Südamerikameisterschaft und der U-20-WM offensichtlich eine besondere Beziehung zu Elfmetern. Dabei scheint sich ein bestimmtes Muster zu wiederholen. Beim WM-Auftaktspiel Uruguays gegen Italien vergab er vom Elfmeterpunkt, genau wie zuvor beim Auftaktspiel des Kontinentalturniers gegen Venezuela. Seinen zweiten Elfer verwandelte er hingegen jeweils sicher. Das war im Februar gegen Argentinien der Fall und heute Nachmittag auf der Weltbühne. Wenige Stunden vor seinem 20. Geburtstag katapultierte er die Celeste mit einem knallharten Schuss in die Maschen in die nächste Runde. Damit erzielte er außerdem das 100. Tor des Turniers – Grund genug, sich den Spielball unter das Trikot zu schieben und nicht wieder herzugeben. Mit der Kugel vor dem Bauch sah er irgendwie schwanger aus, und auch das ist sehr passend. Kurz vor Turnierbeginn hatte Bolita nämlich bekanntgegeben, dass er in wenigen Monaten zum ersten Mal Vater wird.

    Jeju verabschiedet sich mit Schlagerspiel
    Nach sieben Spielen schließt das Stadion in Jeju nun bei dieser WM seine Tore, und zum Abschied fand dort ein an Spannung kaum zu überbietendes Spiel statt, das so schnell niemand vergessen wird. Die erste Halbzeit war gar nichts gegen die zweite, in der es in den letzten acht Minuten vor Toren nur so wimmelte. Es folgte die Verlängerung, in der Sambia schließlich der Siegtreffer und damit der Einzug ins Viertelfinale gelang. Die jungen Chipolopolo schienen bereits in der regulären Spielzeit alles klar gemacht zu haben, als Enock Mwepu in der 86. Minute nach einem schnellen Konter das 3:1 erzielte. Doch Deutschland sollte man nie abschreiben. In der 89. Minute erzielte Suat Serdar per Hacke den Anschlusstreffer, und in der Nachspielzeit fand Jonas Arweiler sich plötzlich völlig freistehend im Strafraum wieder und markierte den Ausgleich. Direkt danach pfiff der Schiedsrichter ab. In der Verlängerung erzielte Shemmy Mayembe dann den Siegtreffer für die Afrikaner. Deutschland gab jedoch nicht auf, und mit dem letzten Spielzug der Partie wäre Serdar fast erneut das Remis gelungen! Am Ende führten die Sambier, angeführt von Mayembe, vor der Tribüne einen rituellen Tanz auf.

    Toffees nicht zu klebrig für Engländer
    Einigen mag das Toffee, diese englische Spezialität, aus der unterschiedliche Süßigkeiten hergestellt werden – insbesondere Sahnebonbons – zu klebrig sein. Das gilt allerdings nicht für die englische U-20-Auswahl, bei denen Toffees eher Glücksgefühle auslösen. Die Young Lions nutzten nämlich die Toffee-Connection, um sich zum ersten Mal seit Australien 1993 wieder für das Viertelfinale zu qualifizieren. Das 1:0 erzielte Lookman nach einer Vorlage von Jonjoe Kenny. Das 2:0 erzielte ebenfalls Lookman nach einer Hereingabe von Dominic Calvert-Lewin. Lookman legte ein schönes Dribbling hin und schob den Ball zwischen den Beinen des costa-ricanischen Torhüters hindurch in die Maschen. Alle drei Spieler stehen beim FC Everton unter Vertrag, dessen Spieler und Fans auch als die Toffees bekannt sind. Der Spitzname geht auf ein Süßwarengeschäft zurück, das ganz in der Nähe des Goodison Park angesiedelt war und von Fans und Spielern häufig frequentiert wurde.

    Die Stimme
    "Es ist einfach überwältigend, dass ich das Siegtor geschossen habe. Es war immer mein Traum, ein Tor für die Nationalmannschaft zu schießen, und jetzt ist er wahr geworden. In der letzten Partie habe ich eine ähnliche Chance vergeben. Dieses Mal war ich vorbereitet. Ich habe einfach geschossen, und es hat geklappt!"
    Shemmy Mayembe über sein erstes Tor für Sambia zum 4:3-Sieg in der Verlängerung

    So geht es weiter
    Sonntag, 4. Juni
    Portugal – Uruguay

    Montag, 5. Juni
    Frankreich/Italien – Sambia
    Mexiko/Senegal – England

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