• Gastgeber Republik Korea schied im Achtelfinale aus
  • Niederlage hinterlässt beim Trainer, den Spielern und den Fans Bedauern
  • Gleichzeitig bietet sie Anlass zur Hoffnung

Der beeindruckende Lauf der Republik Korea bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2017 auf heimischen Boden fand am 30. Mai in Cheonan ein Ende. Die jungen Taeguk Warriors scheiterten nach grandiosem Kampf im Achtelfinale an Portugal, das in letzter Zeit eine besondere Freude an der Rolle des Spielverderbers gefunden zu haben scheint. In den letzten vier Turnieren, UEFA EURO und FIFA WM zusammengenommen, in denen portugiesische Auswahlen den Weg des Gastgebers kreuzten, warfen sie diesen aus dem Rennen.

"Das ist für uns ein unglückliches Ergebnis, aber meine Spieler haben ihr Bestes gegeben. Ich bin stolz auf sie.  Die zwei Gegentore in der ersten Halbzeit haben uns sehr wehgetan. Portugal hat mit seinen einzigen zwei Chancen getroffen. Eine maximale Erfolgsquote", sagte der Trainer Shin Tae Yong im Anschluss an die Partie. "Nach diesen zwei Toren haben meine Spieler unter Druck gestanden. Sie konnten sich davon nie befreien. Sie haben trotzdem bis zum Ende gekämpft. Sie haben ihr Bestes gegeben. Doch es hat nicht gereicht. Wir möchten uns bei den Fans entschuldigen."

Nach dem Applaus zu urteilen, der im Anschluss an die 90 Minuten noch scheinbar endlos im Cheonan Sports Complex widerhallte, ist ihnen längst vergeben worden. Schließlich kann mit Fug und Recht festgestellt werden, dass "ihre" WM insgesamt ein Erfolg war: Das Team kam über die erste Runde hinaus, obwohl es in einer sehr starken Gruppe A mit England, Argentinien und Guinea konkurrieren musste. Gegen Portugal scheute es keine Mühen, um den Rückstand aufzuholen, und konnte gegen Ende der Partie durch Lee Sangheon sogar noch verkürzen.

Nach vorne schauen
"Das war nicht einfach ein Ehrentreffer", sagte der Spieler mit der Rückennummer 16 im Gespräch mit FIFA.com über sein Tor in der 81. Minute. "Ich glaube wirklich, dass es den Spielverlauf hätte ändern können. Wenn wir etwas effizienter gewesen wären, hätten wir aufholen können. Aber an diesem Abend war die Effizienz auf der Seite der Portugiesen", resümierte der Mittelfeldspieler mit gesenktem Kopf.

Nach Niederlagen herrscht immer Bedauern. Und angesichts der Begeisterung, die das Team entfacht hat, obwohl es "nur" das Achtelfinale erreicht hat, ist es umso größer. "Es war ein außergewöhnliches Erlebnis für uns. Es war das erste Mal, dass wir vor so vielen Menschen gespielt haben. Paradoxerweise war es vielleicht auch das, was uns teuer zu stehen kam: Wir haben uns zu sehr unter Druck gesetzt", versuchte Lee eine Analyse.

Aber in das Bedauern mischt sich auch die Hoffnung. "Das Ende einer Geschichte ist immer der Beginn einer anderen", sagte Lee zum Abschied. "Es hilft nichts, nach hinten zu schauen. Die Zukunft erwartet uns. Wir werden zu unseren Klubs zurückkehren und weiterarbeiten. Und wenn wir die Gelegenheit bekommen, so etwas erneut zu erleben, stärker zurückkommen!"