Sambia hat sich am 12. März mit einem 2:0-Sieg im Endspiel gegen Senegal erstmals den Titel beim CAF U-20-Afrikanischen Nationen-Pokal gesichert. Der Turniersieg für die jungen Chipolopolo hatte eine besondere Note, weil er vor heimischem Publikum zustande kam, im Stadion mit dem höchst passenden Namen Heroes National Stadium in Lusaka. Für Gastgeber Sambia war es also ein doppelt schöner Erfolg, für Senegals junge Löwen hingegen war es nach dem 0:1 gegen Nigeria vor zwei Jahren bereits die zweite Finalniederlage in Folge.

Angefeuert von fast 60.000 leidenschaftlichen Fans gingen die Schützlinge von Beston Chambesi schon früh durch Talent Patson Daka in Führung. Daka profitierte dabei von einem groben Patzer des senegalesischen Schlussmanns Lamine Sarr, der eine Flanke von Fashion Sakala nicht festhalten konnte. Für Daka war es das vierte Tor im Turnier. Zwanzig Minuten später war Sarr erneut nicht schuldlos, als Edward Chilufya die Führung ausbaute. Auch für ihn war es das vierte Tor im Wettbewerb.

Senegals Auswahltrainer Joseph Koto zeigte sich dennoch nachsichtig. "Das war heute einfach kein guter Tag für uns. Wir haben den Gegner zum Toreschießen eingeladen und unsere eigenen Chancen nicht genutzt. Aber das passiert im Fussball eben schon mal, besonders bei jungen Spielern, die sich noch in einem Lernprozess befinden", erklärte er nach dem Spiel. "Gratulation an Sambia zum verdienten Sieg. Die Spieler haben sich nach ihren beiden Toren vorbildlich verhalten", lobte Koto auch die jungen Chipolopolo, die sowohl die beste Offensive (13 Tore) als auch die beste Defensive (2 Gegentore) des Wettbewerbs stellte.

Kotos sambischer Trainerkollege hielt mit seiner Freude nicht hinter dem Berg. "Fantastisch!", jubelte Chambesi. "Als Trainer bin ich sehr glücklich über diesen gewonnenen Titel. Ich kann den Spielern gar nicht genug danken. Sie haben für diesen Erfolg keine Mühen gescheut. Es war nicht leicht, denn wir hatten es nicht nur mit dem sehr guten Endspielgegner Senegal zu tun sondern auch mit dem Druck der Erwartungshaltung der Zuschauer. Die Spieler sind mit der Situation sehr gut umgegangen, das ganze Land kann stolz auf sie sein!", betonte der Trainer und nutzte die Gelegenheit, gleich fünf seiner Schützlinge in die Elf des Turniers zu loben: Torhüter Mangani Banda, Verteidiger Salomon Sakala, die Mittelfeldakteure Chilufya und Zakala sowie Top-Torjäger Daka.

Vom Heroes National Stadium ins Suwon Artium
Turnierdritter wurde mit Guinea eine Nation, die 18 Jahre nicht mehr an einem CAF Afrikanischen Nationen-Pokal in dieser Altersklasse teilgenommen hatte. Damit erreichte das Team sein selbst gestecktes Ziel der Teilnahme an der FIFA U-20-Weltmeisterschaft. Für deren Endrunde hatte sich Gambia zuletzt vor 38 Jahren qualifiziert. Zusammen mit Mali stellte Gambia allerdings die mit zehn Gegentoren schlechteste Abwehr des Turniers. Dass es trotzdem zum dritten Platz langte, war Luther Singh zu verdanken, der mit vier Toren und zwei Vorlagen bester Torschütze des Wettbewerbs wurde.

Mit Ägypten und Kamerun kamen auch die beiden Finalisten des vor wenigen Wochen in Gabun zu Ende gegangenen CAF Afrikanischen Nationen-Pokals der Senioren nicht sonderlich weit. Die Nordafrikaner mussten dabei den Preis für ihr einfallsloses Offensivspiel zahlen, durch das sie in drei Begegnungen lediglich zwei Tore schossen. Auf das torlose Unentschieden gegen Mali folgte ein mageres 1:1 gegen Guinea, ehe dann beim 1:3 gegen Gastgeber Sambia noch vor dem Halbfinale Endstation war. Kameruns Nachwuchs gewann zunächst deutlich gegen Sudan (4:1), unterlag dann aber erst Südafrika (1:3) und anschließend Senegal (0:2), womit das Team ebenfalls schon nach der Vorrunde ausschied.

Sudan wiederum hatte sich in der Qualifikation zwar gegen den siebenfachen Gewinner Nigeria durchgesetzt, enttäuschte aber bei der Endrunde auf ganzer Linie. Einzig im ersten Gruppenspiel gegen Senegal gab es beim 1:1 einen Punkt. An die Niederlage gegen Kamerun schloss sich eine weitere gegen Südafrika (1:3) an. Mali, der WM-Dritte von Neuseeland 2015, enttäuschte ebenfalls. Es hatte fast den Anschein, als könnten die kleinen Adler nur bei Weltmeisterschaften gut spielen, zumal ihr Kader größtenteils aus Spielern bestand, die vor zwei Jahren bei der FIFA U-17-Weltmeisterachaft in Chile noch auf dem zweiten Platz gelandet waren. Aus Sambia reisten sie jedoch mit nur einem Punkt, aber einer deutlichen Niederlage gegen die Gastgeber (1:6) und einer weiteren gegen Gambia (2:3) ab.

Ohne Mali und Nigeria, aber auch ohne das in der Runde zuvor ausgeschiedene Ghana war die Vorschlussrunde mit Sambia, Senegal, Guinea und Südafrika komplett neu zusammengesetzt. Diese vier Mannschaften werden Afrika bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft vom 20. Mai bis 17. Juni in der Republik Korea vertreten. Einen Vorgeschmack darauf bietet der 15. März, wenn im Suwon Artrium im Beisein von Diego Maradona und Pablo Aimar die Auslosung stattfindet.