• Sohn des früheren italienischen Nationalstürmers Enrico Chiesa
  • Der 19-Jährige feierte Serie-A-Debüt am ersten Spieltag 2016/17 gegen Juve
  • In Korea 2017 zählt nur der Titel 

Maldini, Vieri, Abate – so lauten die Namen einiger italienischer Fussballfamilien, in denen ein Sohn in die Fußstapfen des Vaters getreten ist und ebenfalls in der Serie A die Stiefel geschnürt hat. In dieser Saison ist ein weiterer Name hinzugekommen: Federico Chiesa, Sohn des früheren italienischen Nationalstürmers Enrico Chiesa, feierte sein Debüt für die Fiorentina.

Chiesa stand im August 2016, am ersten Spieltag der neuen Saison, gegen den amtierenden Meister Juventus Turin erstmals in der Startaufstellung von Paulo Sousa. Der Einsatz kam für den Teenager so überraschend, dass er nicht einmal genug Zeit hatte, vor der Partie noch seinen Vater und Mentor anzurufen.

"Mein Vater hatte großen Einfluss auf meine bisherige Karriere. Er hat mir in den richtigen Momenten die richtigen Ratschläge gegeben. Der Trainer hat mir erst eine Stunde vor dem Anpfiff gesagt, dass ich gegen Juventus spielen würde. Daher hatte ich keine Gelegenheit mehr, vor meinem Debüt noch mit ihm zu sprechen", so Chiesa gegenüber FIFA.com.

"Es war schon ein ganz besonderes Gefühl, gegen den ewigen Rivalen Juventus für die Fiorentina zu debütieren", so der Spieler weiter. "Ich genieße jedes Spiel, denn es war schon von kleinauf mein Traum, eines Tages gegen die besten Klubs und Spieler Italiens anzutreten."

Der in Genua geborene Chiesa spielte zunächst für U.S. Settignanese und schloss sich 2007 dem AC Florenz an, für den schon sein Vater gespielt hatte. In der Nachwuchsmannschaft von Settignanese erlernte der junge Chiesa die fussballerischen Grundlagen von dem legendären Schweden Kurt Hamrin, der 1969 Europapokalsieger geworden war und nun als Trainer arbeitete.

"Ich erinnere mich leider kaum an Kurt Hamrin", gibt Chiesa zu. "Ich war damals erst sechs Jahre alt und wusste nicht, wer das war und was er im Fussball geleistet hatte. Heute empfinde ich es rückblickend natürlich als große Ehre, dass ich von ihm trainiert wurde."

Ambitionen in Korea
Chiesa trägt wie sein Vater das Trikot mit der Rückennummer 25 und hat sich schon in seiner Debütsaison in Florenz als Schlüsselspieler etabliert. Trainer Sousa zeigt sich begeistert von dem Teenager, der "mit der Freude eines Kindes spielt." In Italien hat sich das vielversprechende Talent also bereits einen Namen gemacht. Nun hofft der Nachwuchsstar der Viola auf möglichst viele Einsätze für die Azzurrini bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft im Mai in der Republik Korea.

Viele der heutigen Topstars im Weltfussball haben bei ihrer Teilnahme an der FIFA U-20-WM für Furore gesorgt, darunter Lionel Messi, Sergio Agüero oder auch Paul Pogba. Für sie alle war das Nachwuchsturnier das Sprungbrett für ihre nachfolgende Weltkarriere.

"Natürlich hoffe ich, bei der U-20-WM für Italien zu spielen", so Chiesa. "Viele Spieler, die danach im internationalen Fussball großen Eindruck hinterließen, haben schließlich auch an diesem Wettbewerb teilgenommen. Für mich wäre es also eine große Ehre und eine herausragende Erfahrung."

Italien kann zwar im Seniorenbereich vier Weltmeistertitel vorweisen, doch bei der FIFA U-20-WM sind die Azzurrini noch nie über das Viertelfinale hinaus gekommen. 2017 ist Italien erstmals seit 2009 wieder bei der Endrunde dabei. Für Chiesa steht fest, dass das Team mit großen Ambitionen nach Korea reist: "Wir fliegen nach Korea, um U-20-Weltmeister zu werden", so der 19-Jährige.

Trainer der Azzurrini ist der frühere Mittelfeldspieler Alberigo Evani, der 1994 in den USA mit Italien Vizeweltmeister wurde und mit dem AC Mailand zwei Mal den Europapokal gewann. Er soll die jungen Akteure erfolgreich durch das Turnier in der Republik Korea führen. "Alberigo Evani ist ein großartiger Trainer", so Chiesa. "Er hat sehr viele Länderspiele bestritten und verfügt über genügend Erfahrung, um Italien zum Gewinn der U-20-Weltmeisterschaft zu verhelfen."