Sich Ansehen zu verschaffen, ist schon schwierig genug. Doch dieses aufrechtzuerhalten, gleicht einer Herkulesaufgabe. Die FIFA U-20-Weltmeisterschaft, die seit jeher als Sprungbrett für die Stars von morgen angesehen wird, wurde dieser Erwartungshaltung ein weiteres Mal gerecht.

Auch bei der jüngsten Auflage des Turniers konnten sich einige Youngster in Szene setzen und sich für namhafte Vereine empfehlen. Die drei besten Spieler der FIFA U-20-WM 2015 in Neuseeland sehen sich nun neuen Herausforderungen bei großen Klubs in europäischen Topligen gegenüber. Adama Traoré aus Mali, der Brasilianer Danilo und der Serbe Sergej Milinkovic-Savic – die Gewinner des Goldenen, Silbernen bzw. Bronzenen Balls von adidas – wurden vor dieser Saison von AS Monaco, CF Valencia bzw. Lazio Rom verpflichtet und wollen dort unter Beweis stellen, dass ihre Leistung bei der WM kein Zufallsprodukt war.

Monacos malischer Paradiesvogel
Traoré ist der einzige dieser drei Spieler, der nicht in eine andere Liga gewechselt ist, da ihn Monaco vom Ligue-1-Rivalen OSC Lille geholt hat. Der 20-jährige Mittelfeldspieler wechselte Berichten zufolge für EUR 14 Mio. in das Fürstentum, wo man fest überzeugt ist, dass er diese Summe wert ist.

"Er wurde zum besten Spieler der U-20-WM gewählt. Das sagt alles über seine Qualitäten", betonte Vizepräsident Vadim Vasilyev. "Diese Nachwuchshoffnung hat sich für Monaco entschieden, um sich hier weiterzuentwickeln. Dass er trotz höher dotierter Angebote großer Vereine unbedingt zu uns wollte, verdeutlicht die Qualität unseres Projektes."

Zu den weiteren Interessenten zählten angeblich Paris Saint-Germain, der FC Liverpool und Manchester United, so dass Traoré die Qual der Wahl hatte. Der 20-Jährige, der vor Neuseeland von einem zentralen Mittelfeldspieler zu einem klassischen Zehner umfunktioniert worden war, sah für sich in Monaco die besten Chancen, sich taktisch weiterzuentwickeln.

"Für Monaco zu spielen, gibt mir die Möglichkeit, viele neue Dinge zu lernen", sagte Traoré, der bei den Monegassen einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieb. "Ich muss mich physisch verbessern und an meinem Stellungsspiel arbeiten. Ich habe mit Trainer Leonardo Jardim gesprochten, der mir beibringen will, wie ich mich auf dem Platz bewegen muss. Dies ist sehr wichtig [für meine Entwicklung]."

Danilo folgt dem Ruf aus dem Mestalla
Die Aussicht auf Einsätze in der UEFA Champions League hat dem 20-Jährigen die Entscheidung etwas leichter gemacht, auch wenn ihm Danilos neuer Arbeitgeber dabei einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Valencia hat das Playoff-Hinspiel mit 3:1 für sich entschieden und somit gute Karten, die Gruppenphase zu erreichen und Monaco in die Europa League zu verbannen.

Der brasilianische Mittelfeldstratege erweckte dank seiner zahlreichen großartigen Leistungen in Neuseeland als Kapitän der Seleção die Aufmerksamkeit des spanischen Topklubs. Der groß gewachsene und elegante 19-Jährige konnte so sehr überzeugen, dass sein bisheriger Arbeitgeber, Sporting Braga, den zahlreichen Angeboten nicht mehr widerstehen konnte.

Somit hatte es Danilo selbst in der Hand, zu welchem Verein er wechseln würde, und am Ende entschied er sich für die spanische Primera División. "Ich habe mich für Valencia entschieden, weil der Klub hohes Ansehen genießt und eine lange Tradition vorweisen kann, aber auch wegen der guten Stimmung, die dort herrscht", sagte der Gewinner des Silbernen Balls von adidas, der einen einjährigen Leihvertrag mit Kaufoption erhielt. "Das ist eine aufregende Zeit für mich, eine neue Herausforderung. Ich hoffe, dass ich der Würde des Mestalla gerecht werden kann."

Serbischer Star soll in Serie A für Furore sorgen
Danilos neuer Trainer, Nuno Espírito Santo, erwartet von der Verpflichtung des Brasilianers, dass seine Mannschaft "viel stärker" wird, und ähnliche Hoffnungen macht sich auch Lazio Rom durch das Engagement von Milinkovic-Savic. Die Vorschusslorbeeren für den serbischen Mittelfeldspieler können mit EUR 9 Mio. plus Boni beziffert werden, die die Italiener an den belgischen Klub KRC Genk überwiesen haben.

Milinkovic-Savic, der bei den Belgiern Stammspieler war und sich beim serbischen U-20-WM-Triumph als kreativer Offensivspieler auszeichnen konnte, war nach dem Turnier in Neuseeland ebenso begehrt wie die anderen WM-Stars. Lazio setzte sich im Verhandlungspoker gegen Teams wie den AC Florenz durch, und Sportdirektor Igli Tare beschrieb den Mittelfeldmotor als "Mosaiksteinchen, das uns noch gefehlt hat".

Und auch wenn die hohe Ablösesumme in Italien Verwunderung auslöste, ließ sich der serbische Star nicht von der bevorstehenden Herausforderung beeindrucken, dieses Vertrauen nun auch rechtfertigen zu müssen. "Wenn Lazio so viel Geld für mich ausgegeben hat, liegt das daran, dass ich so viel wert bin", sagte er selbstbewusst. "Je mehr Zeit vergeht, desto klarer wird mir, wie bedeutsam dieser Transfer ist. Dieser Wechsel war eine großartige Gelegenheit, ich werde dieses Jahr nie vergessen. Es ist verrückt, denn alles ist so schnell gegangen. Zunächst wurde ich Weltmeister, dann wechselte ich zu einem solch renommierten Klub."

Vertrauen in Südafrika
Diese zu den besten Spielern des Turniers gewählten Akteure sind natürlich nicht die einzigen Stars der WM 2015, die sich ins Rampenlicht spielen konnten. Predrag Rajkovic, Mannschaftskamerad von Milinkovic-Savic und Kapitän der serbischen U-20-Nationalmannschaft, wurde als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet und seinem Klub Roter Stern Belgrad liegen bereits Angebote aus England und Deutschland sowie vom türkischen Spitzenverein Galatasaray Istanbul vor.

Rajkovic könnte jedoch auch in Belgrad bleiben, denn um die Karriereleiter empor zu klettern, ist nicht zwangsläufig ein Wechsel erforderlich. Viktor Kovalenko, der Torschützenkönig der U-20-Weltmeisterschaft, hat dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sergei Palkin, Sportdirektor von Shakhtar Donetsk, stellte klar, dass der vielversprechende ukrainische Star unverkäuflich sei, und zwar "unabhängig davon, welche Angebote wir erhalten."

Kovalenko spielt stattdessen eine zentrale Rolle in Shakhtars Zukunftsplänen, zumal er kürzlich sein Champions-League-Debüt gegen Fenerbahce Istanbul gegeben und somit den Durchbruch geschafft hat. "Er hat eine großartige Perspektive in unserem Verein und ihm steht zweifelsohne eine große Zukunft bevor", sagte Trainer Mircea Lucescu. "Viktor hat alles, was ein Spieler braucht."

Ebenso wie den anderen Stars der U-20-WM 2015 liegt auch dem neuen Shakhtar-Star die Welt zu Füßen. Und ebenso wie die anderen und viele Spieler davor hat er diesen Karrieresprung der FIFA U-20-Weltmeisterschaft zu verdanken.