ZUSAMMENFASSUNG DES TAGES – Der letzte Spieltag der Gruppenphase bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft brachte Emotionen, Tore und vor allem Entscheidungen. Denn nach den ersten 36 Duellen steht nun offiziell fest, welche Mannschaften sich qualifiziert haben, welche ausgeschieden sind und wie die entsprechenden Paarungen im Achtelfinale aussehen.

Spanien und Nigeria haben die Gruppenphase mit dem jeweils dritten Sieg im dritten Spiel abgeschlossen und sicherten sich den ersten Platz in den Gruppen C beziehungsweise D. Guatemala, das in den ersten beiden Begegnungen reichlich Lehrgeld zahlen musste, sorgte mit dem abschließenden Sieg gegen Kroatien und dem Einzug in die zweite Runde für die große Überraschung des Turniers. Die CONMEBOL schreibt ihre Erfolgsstory fort: Durch den Sieg Ecuadors gegen Costa Rica, das ebenfalls eine Runde weiterkommt, sind zum sechsten Mal in Folge alle vier Vertreter in die zweite Runde eingezogen.

Die Ergebnisse
Gruppe C
Ecuador – Costa Rica 3:0
Australien – Spanien 1:5

Gruppe D
Saudiarabien – Nigeria 0:2
Kroatien – Guatemala 0:1

Das Tor des Tages
Kroatien – Guatemala, Marvin Ceballos (81.)
Das erste Tor Guatemalas in der Geschichte der FIFA U-20-Weltmeisterschaft hätte zu keinem besseren Zeitpunkt fallen können: Der Stürmer von Comunicaciones stieß nach einem langen Abschlag seines Torhüters Roberto Padilla in die Lücke und spitzelte das Spielgerät ins Netz, nachdem sich beide Verteidiger verschätzt hatten. Eine Überraschung für Freund und Feind, die erstmalig miterlebten, wie ein Team mit einer Tordifferenz von minus zehn in die nächste Runde einzieht.

Die Momente des Tages
Eine Geste für Alex
Der spanische Nationaltrainer Julen Lopetegui weiß, was es heißt, auf der Ersatzbank zu sitzen. Tatsächlich war Lopetegui der Ersatztorhüter der U-20-Auswahl seines Landes bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft UdSSR 1985. Nach der Verletzung seines etatmäßigen Keepers Aitor beschloss er in der Halbzeitpause der Partie gegen Australien, den dritten Torhüter, Alex, zu bringen. "Wenn Pacheco im Achtelfinale irgendetwas zustößt, etwa eine Rote Karte, ist es besser, dass Alex bereit ist und etwas Spielpraxis hat", erklärte der Trainer seine Maßnahme gegenüber FIFA.com. Der Schlussmann von Real Saragossa bedankte sich für das Vertrauen mit drei Glanzparaden.

Ungeduldiger Torjäger
Der Spanier Álvaro Vázquez scheint es bei seinen Einsätzen immer besonders eilig zu haben. Schon gegen Ecuador erzielte er 14 Minuten nach seiner Einwechslung den zweiten Treffer seines Teams. Und in seiner ersten Partie als Stammspieler gelangen ihm innerhalb von zwölf Minuten nicht weniger als drei Treffer. Damit erzielte er nach seinem Landsmann Adrián (neun Minuten, Kanada 2007) und dem Brasilianer Adailton (fünf Minuten, Malaysia 1997) den drittschnellsten Hattrick in der Geschichte der FIFA U-20-Weltmeisterschaft. Ganz nebenbei avancierte er zum bisher erfolgreichsten Torschützen des aktuellen Wettbewerbs.  

Schmerzhafter Jubel
Die Freude der Guatemalteken nach dem Treffer von Ceballos kannte keine Grenzen. Der Jubel fiel so stürmisch aus, dass sich der eigene Torhüter dabei am Kopf verletzte. Mit Tränen in den Augen und einem riesigen Kopfverband kehrte er auf das Spielfeld zurück, was der überraschenden Qualifikation zusätzliche Dramatik verlieh.

Lohnenswertes Risiko
Der nigerianische Trainer John Obuh, der in einem knallbunten Outfit für Aufmerksamkeit sorgte, war in seiner taktischen Ausrichtung mindestens ebenso gewagt wie bei der Wahl seiner Kleidung: In seinem Streben nach dem Gruppensieg, um im Achtelfinale Brasilien aus dem Weg zu gehen, stellte er gegen Saudiarabien zwei offensive Mittelfeldspieler und nicht weniger als vier Stürmer auf! Omoh Ojabu, Abdul Ajagun, Uche Nwofor und Ahmed Musa, der beim 2:0-Erfolg den ersten Treffer erzielte.

Die Statistik
58 -
 So viele Sekunden benötigte der Spanier Sergi Roberto, um gegen Australien das schnellste Tor in Kolumbien 2011 zu erzielen. Sein präziser Rechtsschuss war zudem das sechstschnellste Tor in der Geschichte der FIFA U-20-Weltmeisterschaft.

Die Achtelfinalpaarungen:
Dienstag, 9. August
Kamerun – Mexiko
Portugal – Guatemala
Kolumbien – Costa Rica
Argentinien – Ägypten

Mittwoch, 10. August
Nigeria – England
Spanien – Korea Republik
Brasilien – Saudiarabien
Frankreich – Ecuador