Südamerika: Vier Tickets zu vergeben
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Vier Startplätze bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2013 in der Türkei stehen auf dem Spiel. Dieser erstrebenswerte Preis winkt bei der 26. Auflage der U-20-Südamerika-Meisterschaft, die vom 9. Januar bis zum 3. Februar in Argentinien stattfindet.

Die Spiele der Gruppe A mit Gastgeber Argentinien, Kolumbien, Chile, Paraguay und Bolivien werden in Mendoza ausgetragen. Die Teams der Gruppe B mit Titelverteidiger Brasilien, Uruguay, Ecuador, Peru und Venezuela treffen in San Juan aufeinander. Die ersten drei Mannschaften jeder Gruppe ziehen in die Runde der letzten Sechs ein.

In der entscheidenden Turnierphase, die komplett in Mendoza stattfindet, spielt erneut jeder gegen jeden. Die ersten Vier sichern sich die WM-Tickets.

Ein Favorit und viele Aspiranten
Argentinien hat bereits sechs Weltmeister-Trophäen in der Vitrine und geht damit in Südamerika erneut als Titelanwärter ins Rennen, obwohl der Gastgeber der aktuellen Auflage bereits seit 2003 nicht mehr als Sieger aus diesem Turnier hervorgegangen ist.

Die Albiceleste wird von Marcelo Trobbiani trainiert, der als Spieler der Weltmeister-Mannschaft von 1986 angehörte, und kann mit einem talentierten Kader aufwarten, aus dem besonders Juan Iturbe (FC Porto), Federico Cartabia (FC Valencia) und Ricardo Centurión (Racing Club Avellaneda) herausragen.

"Dass wir zu Hause antreten, bringt keinen Druck, sondern Verantwortung. Wir wollen vor allem die Qualifikation sicherstellen, an zweiter Stelle kommt der Titel", so Trobbiani.

Cristian Bonilla und Sebastián Pérez (Atlético Nacional) sind die einzigen Spieler im Kader Kolumbiens, die bereits in der Auswahl vertreten waren, die bei der letzten WM dieser Altersklasse vor zwei Jahren auf heimischem Boden ins Viertelfinale einzog.

Ihre Erfahrung könnte sich für das Team von Carlos Restrepo als entscheidend erweisen, wenn es darum geht, in Argentinien zu versuchen, den Titelgewinnen in Südamerika aus den Jahren 1987 und 2005 einen weiteren hinzuzufügen. Die drei nachfolgenden Auflagen gewannen im Übrigen die Brasilianer.

Mit ähnlichen Aspirationen geht Chile ins Turnier, muss dabei allerdings auf Stürmer Ángelo Henríquez (Manchester United, auf Leihbasis bei Wigan Athletic) verzichten.

La Rojita von Mario Salas, bei der sowohl Mittelfeldspieler Bryan Rabello (FC Sevilla) als auch Angreifer Diego Rubio (Sporting Lissabon) mit von der Partie sind, hat sich klare Ziele gesteckt: "Ein gutes Turnier spielen und die WM-Qualifikation schaffen", so der chilenische Trainer, dessen Team seit 2007 nicht mehr bei einer Weltmeisterschaft dabei war. Damals belegte man in Kanada den dritten Platz.

Auch Paraguay hält nicht mit seinen Ambitionen hinter dem Berg. "Wir verfügen über Spieler, die bereits einige Erstligaspiele bestritten haben. Wir sind physisch, taktisch und emotional gut vorbereitet", so Trainer Víctor Genes, der sich dabei auf wertvolle Akteure wie die Mittelfeldspieler Derlis González (Benfica Lissabon) und Ángel Lucena (Libertad Asunción) sowie den Stürmer Brian Montenegro (Tacuary) bezieht.

Bolivien stützt sich laut Trainer Marco Barrero vor allem auf seine vier "Legionäre": Torhüter Guillermo Viscarra (Vitoria, Brasilien), die Stürmer Carlos Paniagua (FC Sevilla, Spanien), Ricardo Vaca (Recreativo Huelva, Spanien) sowie Alex Pontons (Pro Vercelli, Italien).

"Wir können für mehr als eine Überraschung sorgen", so der Trainer. Bleibt noch zu erwähnen, dass Bolivien, das seit 1983 nicht mehr über die Gruppenphase des Turniers hinausgekommen ist, noch nie bei einer U-20-Weltmeisterschaft dabei war.

Zwei Schwergewichte
Brasilien ist eine unbestreitbare Macht in dieser Altersklasse, das zeigen vor allem die fünf Weltmeister-Titel. Den letzten davon holten die Brasilianer 2011. Außerdem gewannen sie elf Mal die Südamerika-Meisterschaft, unter anderem die drei letzten Auflagen.

Die aktuelle Auswahl von Emerson Ávila mag vielleicht nicht ganz so brillant sein wie die letzte mit Neymar, Lucas und Oscar. Dabei ist allerdings Rafael Alcántara (FC Barcelona B), der Bruder des spanischen Nationalspielers Thiago Alcántara und Sohn des beliebten und erfolgreichen brasilianischen Fussballers Mazinho. "Brasilien ist immer in der Favoritenrolle, das ist auch bei diesem Turnier nicht anders. Wir müssen besser sein als unsere Gegner", meint Rafinha.

Auch Uruguay dürfte in den Titelkampf eingreifen, denn das Team präsentiert sich mit sieben Spielern des Kaders, der bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2011 in Mexiko ins Finale einzog. Herausragend ist vor allem der Torhüter Jonathan Cubero, der als bester Torwart des Turniers mit dem Goldenen Handschuh von adidas ausgezeichnet wurde.

Die mageren Ergebnisse in der Vorbereitung ließen jedoch die Alarmglocken schrillen, wie auch Trainer Juan Verzeri eingesteht. Angesichts dieser Tatsache kommt den Beiträgen der Stürmer Dante López (AS Rom), Rubén Bentancourt (PSV Eindhoven) und Gonzalo Bueno (Nacional Montevideo) große Bedeutung zu.

Ecuador hat ebenfalls sieben Spieler im Kader, die bereits bei der U-17-WM in Mexiko dabei waren, bei der El Tri der Sprung ins Achtelfinale gelang. Nachdem das Team vor zwei Jahren bei der U-20-Weltmeisterschaft vertreten war, sieht Julio César Rosero sich in der Pflicht, an den damaligen Erfolg anzuknüpfen.

"Die Mannschaft ist überzeugt von ihren Möglichkeiten", erklärt der Trainer, der auf erfahrene Akteure wie Außenverteidiger Marcos López (Deportivo Cuenca), Innenverteidiger Pedro Velazco (Barcelona, Ecuador) sowie Angreifer José Cevallos (Liga de Quito) setzt.

Der Stürmer Josef Martínez (BSC Young Boys, Schweiz) ist das As im Ärmel von Marcos Mathías, dem Trainer von Venezuela, das die zweite WM-Teilnahme in dieser Altersklasse anstrebt. Zum ersten Mal war man 2009 in Ägypten dabei.

Peru hat sich hingegen noch nie für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. "Wir sind in einer kniffligen Gruppe gelandet, aber nichts ist unmöglich", meint Edison Flores, Mittelfeldspieler beim FC Villarreal B in Spanien. Die Peruaner haben seit 1975 bei der Südamerika-Meisterschaft nicht mehr unter den ersten Vier gestanden. Damals belegten sie den vierten Platz.