Unmittelbar nach der Auslosung der Gruppen bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Ägypten 2009 machten die Experten in Gruppe D Ghana und England als Favoriten auf den Gruppensieg aus. Während allerdings Ghanas Trainer Sellas Tetteh alle seine Spieler zur Verfügung hat und somit seinen stärksten Kader aufbieten kann, muss Englands Trainer Brian Eastick auf mehrere Schlüsselspieler verzichten, die entweder in ihren Klubs unabkömmlich sind oder wegen Verletzungen ausfallen.
Angesichts dieser Schwächung der Engländer darf man durchaus erwarten, dass Uruguay in der Gruppe ein gewichtiges Wörtchen mitreden will. Die Südamerikaner haben eine durchaus erfolgreiche Bilanz bei diesem Turnier vorzuweisen. Sie konnten vier Mal unter die besten vier Mannschaften vorstoßen und haben sich auch dieses Mal wieder mit Glanz qualifiziert, nämlich als torgefährlichstes Team der gesamten Südamerika-Zone. Die Usbeken sind ihrerseits fest entschlossen, es den drei anderen Teams in der Gruppe so schwer wie möglich zu machen. Eine Mannschaft, die auf dem Weg ins Finale des asiatischen Qualifikationswettbewerbes die VR China und die Republik Korea ausgeschaltet hat, sollte niemand unterschätzen.
Die Mannschaften
Ghana
Usbekistan
England
Uruguay
Die Spiele (Anstoßangaben in Ortszeit)
Ghana - Usbekistan, Ismailia, 26. September; 18:45 Uhr
England - Uruguay, Ismailia, 26. September; 21:30 Uhr
Uruguay - Usbekistan, Ismailia, 29. September; 18:45 Uhr
Ghana - England, Ismailia, 29. September, 21:30 Uhr
Usbekistan - England, Suez, 2. Oktober; 21:30 Uhr
Uruguay - Ghana, Ismailia, 2. Oktober, 21:30 Uhr
Wie lief die Qualifikation?
Ghana: Sieger der afrikanischen Junioren-Meisterschaft Ruanda 2009.
Usbekistan: Zweiter bei der asiatischen U-19-Meisterschaft Vereinigte Arabische Emirate 2008.
England: Dritter in der Gruppe B bei der UEFA U-19-Europameisterschaft Tschechische Republik 2008.
Uruguay: Dritter bei der südamerikanischen U-20-Meisterschaft Venezuela 2009.
Der Austragungsort
Die meisten Spiele der Gruppe D finden in Ismailia statt, einer ruhigen Stadt mit ca. 750.000 Einwohnern, die vor allem wegen ihrer hochwertigen Mangofrüchte bekannt ist. Sie liegt am westlichen Ufer des Suez-Kanals, etwa auf halber Strecke zwischen Port Said im Norden und Suez im Süden. Die Autofahrt von Kairo dauert ca. 90 Minuten. Die Spiele finden im Heimstadion des SC Ismailia statt, dem ersten ägyptischen Klub, der einen kontinentalen Titel gewinnen konnte, nämlich die CAF Champions League im Jahr 1969. Nur ein Gruppenspiel wird nicht in Ismailia ausgetragen, nämlich die Partie zwischen Usbekistan und England, die in Suez stattfindet.
Das Top-Spiel: England - Uruguay, Ismailia, 26. September, 21:30 Uhr
Diese Partie stellt nicht nur für beide Teams den so wichtigen Turnierauftakt dar, sondern kann durchaus bereits eine wichtige Vorentscheidung im Hinblick auf den Ausgang der Gruppe bedeuten. Uruguay geht als Favorit in die Partie und hat auch die Geschichte auf seiner Seite. England konnte bei einer FIFA U-20-Wetmeisterschaft noch nie gegen einen südamerikanischen Vertreter siegen. In den fünf bisherigen Begegnungen gab es vier Unentschieden und eine Niederlage.
Uruguay seinerseits hat seit 1991 bei FIFA U-20-Weltmeisterschaften nicht mehr gegen einen europäischen Gegner verloren. Damals setzte es eine saftige 0:6-Niederlage gegen Spanien. Seitdem fuhren die Uruguayer drei Siege und vier Unentschieden gegen Vertreter der UEFA-Zone ein. Bei den letzten drei Begegnungen gab es jeweils ein Unentschieden: 1997 im Viertelfinale gegen Frankreich (Sieg für Uruguay im Elfmeterschießen), 1999 gegen Portugal und 2007 gegen Spanien.
1991 gab es bereits einmal ein Aufeinandertreffen von Uruguay und England bei einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft. Für beide Teams bedeutete damals das 0:0 im letzten Gruppenspiel das Ausscheiden, während Spanien und Syrien in die nächste Runde einzogen.
Das Zitat
"In einer solch schweren Gruppe müssen die Spieler einfach alles geben. Das bringt manchmal das Beste der Mannschaft zum Vorschein. Ich bin mit der Ausgeglichenheit unserer Mannschaft sehr zufrieden. Wir werden noch etwas an der Feinabstimmung arbeiten, dann haben wir, was wir wollen." Sellas Tetteh (Trainer, Ghana)



