Argentinien kam trotz drückender Überlegenheit in Wellington gegen kämpferisch starke Österreicher nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Die ÖFB-Elf machte damit als Gruppenzweiter ihren Achtelfinaleinzug perfekt. Die Südamerikaner hingegen müssen angesichts von zwei Punkten auf ihrem Konto und Platz drei in der Gruppe B bei der FIFA U-20-WM 2015 um ihr Weiterkommen bangen.

Die Albiceleste stand unter Zugzwang und wollte unbedingt den ersten Sieg einfahren. Dieses Unterfangen wäre aber beinahe vom Anstoß weg deutlich schwieriger geworden. Schon der zweite Pass landete bei den Österreichern und Andres Grubers Schuss konnte von Augusto Batalla noch gerade zur Ecke abgewehrt werden. Kurz darauf wäre der argentinische Schlussmann bei einem satten Volleyschuss von Valentin Grubeck wohl chancenlos gewesen (8.). Die Albiceleste fand nicht in ihren Rhythmus und spielte oft zu kompliziert, hätte mit der ersten wirklichen Möglichkeit aber um ein Haar die Führung erzielt: Nicolas Tripichio schloss, in der Nähe vom Elfmeterpunkt freistehend, ab, doch sein Schuss wurde ausgerechnet vom eigenen Mann, Giovanni Simeone, kurz vor der Linie abgeblockt (10.).

Die Führung wäre ebenfalls möglich gewesen, als Angel Correa innerhalb des Strafraums einen Gegenspieler stehen ließ, sein Versuch aber von Tino Casali gehalten werden konnte (20.). Als der Ball in der 31. Minute dann endlich einmal im Netz zappelte, stand Simeone bei seinem Drehschuss im Abseits (31.). Mit dem Pausenpfiff wollte es Argentiniens Nummer neun dann aber noch einmal wissen: Simeone drehte sich in der Box um seinen Gegenspieler herum, doch fand erst seinen Meister in Casali - und schob den Nachschuss haarscharf am Tor vorbei (45+1).

Es dauerte nur fünf Minuten, bis der Südamerika-Meister sich im zweiten Durchgang die erste Chance erspielte: Der gerade eingewechselte Alejandro Romero verzog und der Ball flog knapp am linken Pfosten vorbei. Danach konnte sich wieder einmal der heute bärenstarke ÖFB-Keeper Casali auszeichnen, als er einen Drop-Kick von Leonardo Rolon parierte (56.). Argentinien drückte und drückte, aber der Ball wollte einfach nichts in Tor. Die nächste Chance vergab Correa: Nach einer Flanke von Romero ließ Simeone in der Mitte durch und Correa köpfte den Ball aus kurzer Distanz über das Tor. Die Heraf-Elf verteidigte mit Mann und Maus und die Albiceleste verzweifelte immer wieder mit ihren Angriffen. Correa versuchte es noch einmal, doch wiederholt hatte Casali etwas dagegen (82.).

Österreich trifft am kommenden Donnerstag in Whangerei auf den Zweiten der Gruppe F. Rekordtitelträger Argentinien muss derweil hoffen, dass man am Ende zu den vier besten Drittplatzierten zählt.