
Die bevorstehende Partie zwischen Frankreich und Mali wird ein besonderes Aufeinandertreffen. Zunächst einmal, weil fünf Spieler der malischen Auswahl in Frankreich aktiv sind: Ibrahima Diallo bei AJ Auxerre, Boubacar Sylla bei Châteauroux sowie Kalifa Traoré, Kalifa Coulibaly und Adama Touré bei Paris Saint-Germain.
Gleichzeitig hat in der französischen Mannschaft etwa Kapitän Gueida Fofana malisch-guineische Wurzeln, und auch sonst ist Westafrika bei den Bleus recht gut vertreten: Gilles Sunu ist togoischer Abkunft, die Wurzeln von Kalidou Koulibaly, Cédric Bakambu und Jonathan Ligali liegen in Senegal, Kongo beziehungsweise Benin. Ein veritabler französisch-westafrikanischer Schmelztiegel wird somit am Freitag in Cali ein attraktives Spiel bieten.
Andererseits haben die beiden Mannschaften weder einen vergleichbaren Stil noch dieselben Ziele. Die französische Mannschaft ist gut organisiert, gefährlich im Angriff und stark in der Abwehr. Für einen amtierenden Europameister wäre ein vorzeitiges Ausscheiden eine schmerzhafte Niederlage. Die Malier sind insgesamt etwas ungeschliffener, dafür insbesondere in der Offensive sehr schlecht auszurechnen. Nach den zwei Niederlagen in den ersten Partien indes stehen die Chancen auf ein Weiterkommen praktisch bei null.
Das Duell
Frankreich - Mali, Freitag, 5. August, Cali, 20:00 Uhr (Ortszeit)
Die Ausgangslage
Theoretisch ist die Ausgangssituation für beide Mannschaften ähnlich, da beide noch die Chance auf den Einzug in die nächste Runde haben. Das afrikanische Team hat indes die ersten zwei Spiele verloren und befindet sich daher in fast aussichtsloser Position. Es bleibt der Ehrgeiz, sich mit einer guten Leistung und erhobenem Haupt verabschieden zu können. Die Franzosen hingegen haben nach dem souveränen 3:1-Erfolg gegen die Republik Korea wieder Selbstvertrauen getankt, nachdem sie in der Eröffnungspartie gegen Kolumbien noch mit 1:4 unter die Räder geraten waren. Im Falle eines Sieges gegen Mali hätten sie die Qualifikation praktisch sicher, und selbst bei einem Unentschieden stehen die Chancen auf das Weiterkommen sehr hoch.
Mit Rechenaufgaben wollen sich aber beide Teams nicht beschäftigen. Auf die Frage, ob er lieber als Zweiter oder als einer der besten Gruppendritten in die nächste Runde einziehen will, antwortet etwa der französische Trainer Francis Smerecki, dass er einfach nur die "die Qualifikation" anstrebt. Der nach der Niederlage gegen Kolumbien sehr enttäuschte malische Coach Sekou Diallo wiederum setzt auf das Prinzip Hoffnung: "Zwei Spiele, zwei Niederlagen - wir sind in einer schlechten Position. Aber man weiß nie…!"
Zumindest sind bei beiden Teams alle Akteure gesund. Frankreich kann auf den gesamten Kader zurückgreifen, bei den Maliern wird Kalifa Traoré aufgrund seines Platzverweises gegen Kolumbien gesperrt fehlen. Doch angesichts der Verärgerung von Diallo ist es durchaus vorstellbar, dass an der Startformation ohnehin einige Veränderungen vorgenommen werden.
Die Statistik
0 - Die Auswahl Malis hat bei ihren vier bisherigen Teilnahmen an der FIFA U-20-Weltmeisterschaft noch nie die ersten beiden Spiele verloren. Zudem haben die Schützlinge von Diallo in Kolumbien bisher noch kein einziges Tor erzielt.
Die Zitate
"Frankreich? Es ist sehr einfach: es handelt sich um unsere allerletzte Chance. Wir müssen sie ergreifen, wenn wir unter die ersten Drei kommen wollen. Doch die Chancen sind minimal."
Sekou Dialo (Trainer, Mali)
"Bevor wir auf Mali treffen, kann ich nicht sagen, ob wir auf einem guten Weg sind. Ich weiß nur, dass wir offen angesprochen haben, was gegen Kolumbien nicht funktioniert hat. Die Mannschaft ist geeint, war aufgrund der Auftaktniederlage aber erschüttert. Sie hat sich schnell erholt und ich hoffe, dass wir das Tor ins Achtelfinale aufstoßen können."
Francis Smerecki (Trainer, Frankreich)





