Solide Abwehr gegen torgefährliche Bankspieler
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Die Begegnungen zwischen Frankreich und Portugal zählen zu den europäischen Klassikern. Dennoch sind beide Nationen noch nie im Rahmen einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft aufeinandergetroffen. Dafür werden die drei Halbfinalpartien zwischen den A-Nationalmannschaften beider Länder (bei der UEFA EURO 1984 und 2000 sowie bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ 2006), die Frankreich alle für sich entscheiden konnte, allen Anhängern des runden Leders noch in guter Erinnerung sein. In der Junioren-Kategorie standen sich Portugal und Frankreich bislang zwei Mal im Finale einer Europameisterschaft gegenüber. Während sich die Portugiesen 1996 den U-17-Titel sicherten, setzten sich bei der U-18-EM im Jahr darauf die Franzosen durch.

An Brisanz wird es auch dem bevorstehenden Aufeinandertreffen in Kolumbien 2011 nicht mangeln. Die portugiesische U-20-Auswahl ist bei diesem Turnier seit 525 Minuten ohne Gegentor und damit in die Nähe der von den Brasilianern gehaltenen Rekordmarke (634 Minuten) gerückt. Auf der anderen Seite werden die Franzosen bei ihrem Versuch, die gegenerische Abwehr zu knacken, auf ihren Edel-Joker Alexandre Lacazette (vier Treffer) bauen können.

Das Duell
Frankreich - Portugal, Medellín, Mittwoch, 17. August, 17:00 Uhr (Ortszeit)

Die Ausgangslage
Für Frankreich ist das Erreichen des Halbfinales an sich schon ein historischer Erfolg. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich der amtierende Europameister damit zufrieden geben würde. Nach ihrem holprigen Turnierstart haben sich die jungen Bleus von Spiel zu Spiel gesteigert und zuletzt im Viertelfinale gegen die starken Nigerianer eine überzeugende Vorstellung geboten. Im Vergleich mit den anderen Teams ist Frankreich vielleicht die am besten organisierte Mannschaft des Turniers, die zudem mit Alexandre Lacazette (vier Tore) über einen ganz besonderen Trumpf verfügt. Denn der Angreifer, der bisher immer eingewechselt wurde, sorgte dann stets für die spielentscheidenden Akzente. Dagegen könnte die verletzungsbedingte Auswechslung von Gilles, für den die Partie gegen Nigeria nach eine halben Stunde zu Ende war, dem französischen Trainerstab einige Probleme bereiten.

Auf portugiesischer Seite hat der Sieg über Argentinien der Mannschaft zweifellos neues Selbstvertrauen gegeben, wenngleich ihr die Hitze in Cartagena und die Verlängerung viel Kraft gekostet haben dürften. Das eigentliche Problem der Portugiesen ist indes ihre geringe Trefferquote (drei Tore), die bislang nur durch ihre schier unüberwindbare Abwehr kompensiert wurde, die noch kein einziges Gegentor zuließ.

Wenn die portugiesischen Junioren den Rasen in Medellín betreten, werden sie sicher an das Geschehen von vor genau 20 Jahren denken, als Portugals U-20-Nationalteam mit Luis Figo, Rui Costa und Joao Pinto in Lissabon den vorerst letzten WM-Titel in dieser Alterskategorie holte. Und natürlich werden sie versuchen, diesen Jahrestag ihrerseits mit einem Sieg zu würdigen. Bliebe noch anzumerken, dass Mittelfeldspieler Sana von Servette Genf wegen einer Sperre fehlen wird, so dass mit Ilidio Vale ein weiterer Ersatzspieler zum Einsatz kommen könnte.

Statistik
3 – So viele Tore hat Portugal seit Beginn dieses Turniers in Kolumbien erzielt. Bislang gelang es nur zwei Mannschaften, mit einer solch niedrigen Trefferquote bis ins Halbfinale einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft vorzustoßen: 1993 gelang dies England und in der Auflage von 1989 Portugal selbst! Damals wurden die Portugiesen auch Weltmeister.

Zitate
"Jetzt haben wir die Gewissheit, dass wir hier sieben Spiele bestreiten. Wir können also sicher sein, dass wir in jedem Fall um eine Medaille spielen werden, und wir hoffen, dass es am Ende der WM-Titel sein wird. Die Portugiesen sind uns gut bekannt, denn wir haben sie nicht nur bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr spielen gesehen, sondern auch beim Nachwuchsturnier in Toulon sowie hier in Kolumbien beobachtet."
Francis Smerecki (Trainer, Frankreich)

"Wir haben noch keine Perfektion erreicht. Aber wir haben unser ursprüngliches Ziel erreicht. Wenn man ins Halbfinale kommt, dann fängt man an, von nichts Anderem zu träumen als vom Titel. Es wird schwer, aber wir können es schaffen. Wir können auf unsere Leistung stolz sein genauso wie ich stolz bin, Kapitän dieser Mannschaft zu sein.
Nuno Reis, Kapitän Portugal