Damals
Die brasilianische Auswahl ist amtierender Vize-Weltmeister und Silbermedaillen-Gewinner des Olympischen Fussballturniers der Frauen 2008 in Peking. Nun möchte das Team an die hervorragenden Ergebnisse der A-Nationalmannschaft anknüpfen und deren Erfolge auf U-20-Ebene wiederholen. Bei den drei ersten Auflagen erreichten die Brasilianerinnen jeweils das Halbfinale. 2002 unterlagen sie dann den Gastgeberinnen aus Kanada. 2004 mussten sie sich in Thailand den Chinesinnen geschlagen geben, wobei Marta bei dieser Auflage mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet wurde. 2006 in Russland verloren die Brasilianerinnen im Halbfinale gegen das Team aus der DVR Korea, erreichten aber mit dem dritten Platz gleichzeitig die bisher beste Platzierung. Bei der Auflage von 2008 in Chile schied die Seleção bereits im Viertelfinale gegen Deutschland aus (2:3).
Heute
Kleiton Lima leistete bei der Förderung der jungen Talente so gute Arbeit, dass er inzwischen die A-Nationalmannschaft der Frauen übernommen hat. Seinen Platz nahm Marcos Gaspar ein, der bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Neuseeland 2008 noch die U-17-Auswahl des Landes betreut hatte. Gaspar reist mit einem Team nach Deutschland, das im Aufwind begriffen ist und auch noch auf einige erfahrene Spielerinnen zählen kann, die bereits vor zwei Jahren in Chile dabei waren: Camila, Ester, Ketlen sowie Außenverteidigerin Leah Lynn. Die gebürtig aus São Paulo stammende Spielerin, die allerdings ihr ganzen Leben in den USA verbracht hat, ist berühmt für ihre spektakuläre Flickflack-Einwurftechnik, bei der Sie den Ball erst nach einem Flickflack mit Wucht aufs Spielfeld schleudert. Aber die Brasilianerinnen überzeugen nicht nur mit solchen Tricks. Bei der U-20-Südamerika-Meisterschaft der Frauen, die im März in Kolumbien stattfand, dominierten sie das Geschehen und gaben bis zum Finale keinen einzigen Punkt ab. Dort setzten sie sich dann in Bucaramanga vor 35.000 Zuschauern mit 2:0 gegen die Gastgeberinnen durch.
Zukunft
Obwohl der Frauenfussball in ganz Südamerika im Aufwind ist, sind die Brasilianerinnen in allen Altersklassen die unumstrittenen Königinnen dieser Sportart. Das ist auch kein Wunder: Außer einer Vielzahl von Talenten verfügen die brasilianischen Frauenmannschaften über einen äußerst engagierten technischen Stab, der für jedes Turnier genau plant, und können die Trainingsanlagen von Granja Comary in Teresópolis uneingeschränkt nutzen. "Das hebt uns von anderen ab. Der brasilianische Fussballverband CBF hat permanente Kommissionen für die drei Altersklassen eingerichtet und gibt den Mädchen alle Rückendeckung, so dass sie wirklich spüren, dass sie eine wichtige Rolle spielen. Vor der Südamerika-Meisterschaft hatten die Mädchen beispielsweise Gelegenheit zu einem Gespräch mit Jorginho, einem dreimaligen Weltmeister und technischen Assistenten der A-Nationalmannschaft der Männer. Sie spüren, dass ihre Bemühungen anerkannt werden", erklärt Gaspar.
Zahlen und Fakten
Ehemalige Stars
Marta, Cristiane (2002 und 2004), Renata Costa (2002, 2004 und 2006), Érika (2004, 2006 und 2008)
Schlüsselspielerinnen
Alanna (Angriff), Camila (Angriff), Ester (Mittelfeld), Ketlen (Mittelfeld), Leah (rechte Außenverteidigung), Rafaelle (linke Außenverteidigung)
Die Qualifikation in Zahlen
Die Brasilianerinnen spazierten mit vollkommen weißer Weste durch die Südamerika-Meisterschaft: Nach hohen Siegen gegen Venezuela, Uruguay und Peru setzte das Team sich mit 3:1 gegen Paraguay durch. Im Halbfinale besiegte man Chile ebenfalls mit 3:1. Im Finale traf Brasilien dann auf die Gastgeberinnen aus Kolumbien, die gegen den übermächtigen Gegner ebenfalls nichts ausrichten konnten (2:0).
Statistik
25 – Die Anzahl der Tore, die Brasilien in den sechs Partien der Südamerika-Meisterschaft erzielte. Das entspricht einem Durchschnitt von 4,16 Treffern pro Spiel. Dabei kassierte das Team lediglich drei Gegentreffer.

