• Spanien gewinnt U-19-Europameisterschaft für Frauen nach drei Finalniederlagen in Folge
  • Patricia Guijarro mit fünf Treffern beste Torschützin des Turniers
  • Vier Nationen buchen Tickets für U-20-Frauen-WM in Frankreich

Spanien konnte das Finaltrauma bei der UEFA-U-19-Europameisterschaft für Frauen am Sonntag endlich überwinden und setzte sich in einem spannungsgeladenen Endspiel in Belfast (Nordirland) nach zweimaligem Rückstand gegen Frankreich durch. La Roja hatte sich vor dem Duell mit den Bleuettes dreimal in Folge im Finale geschlagen geben müssen, und zwar gegen die Niederlande (2014), Schweden (2015) und Frankreich (2016).

Dabei deutete schon alles auf eine weitere Niederlage für das Team von Pedro Lopez hin, denn die Spanierinnen lagen fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit mit 1:2 hinten. Doch dann sicherte sich die Roja mit zwei späten Toren nach Standardsituationen doch noch die kontinentale Krone. Damaris Egurrola erzielte den Ausgleichstreffer, und Patricia Guijarro, die beste Torschützin des Turniers, machte den Sack in der Nachspielzeit zu.

"Der Schlüssel zum Erfolg war der Zusammenhalt im Team", erklärte Cheftrainer Lopez im Gespräch mit FIFA.com. "Alle sind wirklich eng miteinander verbandelt. Deshalb haben wir dieses Turnier gewonnen. Die U-20-Frauen-Weltmeisterschaft bietet unserem Team eine weitere Chance sich zu entwickeln, und wir werden uns so gut wie möglich auf dieses Turnier vorbereiten."

Beide Teams spielten im Finale der U-19-EURO frei auf, da sie zu diesem Zeitpunkt bereits für die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr qualifiziert waren. Frankreich war als Gastgeber automatisch qualifiziert, Spanien, die Niederlande, Deutschland und England sicherten sich ebenfalls das Ticket.

In einer munteren ersten Hälfte sorgte Mathilde Bourdieu für einen perfekten Start der Bleuettes. Nach einer Vorlage von Emelyne Laurent schloss sie cool aus kurzer Distanz ab. Kurze Zeit später gelang Spanien nach einem von Paula Fernandez ausgeführten Eckball der Ausgleichstreffer. Die torgefährliche Guijarro kam im Strafraumzentrum an den Ball und ließ sich die Chance nicht nehmen.

Laurent, ein wahrer Wirbelwind in der Vorwärtsbewegung, brachte Frankreich dann in der 71. Minute wieder in Führung. Julie Thibaud spielte ihr den Ball in den Lauf, und sie beförderte ihn gelassen über Ramos hinweg in die Maschen.

Als bereits alles darauf hindeutete, dass Frankreich den Titel verteidigen würde, gelang den Spanierinnen fünf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit der Ausgleichstreffer. Egurrola traf nach einem von Carmen Menayo ausgeführten Freistoß per Kopf. Dann sollte es für die Französinnen noch schlimmer kommen, als Pauline Dechilly nach der zweiten Gelben Karte frühzeitig unter die Dusche musste und Guijarro in der Nachspielzeit noch den Siegtreffer erzielte. Das Tor kam erneut nach einer Standardsituation zustande, und auch diesmal führte Menayo den Freistoß aus, der schließlich zu Guijarros fünftem Turniertor führte.

Vier Startplätze für Frankreich 2018
Bei dem acht Teams umfassenden Turnier buchten Titelgewinner Spanien, die Niederlande und Deutschland mit dem Halbfinaleinzug ihre Tickets für die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2018.

Da Frankreich ebenfalls den Sprung unter die letzten Vier schaffte und als Gastgeber bereits automatisch für die U-20-Frauen-WM qualifiziert war, spielten England und Schottland, die beiden drittplatzierten Mannschaften der Gruppenphase, um das letzte WM-Ticket. Im Playoff-Spiel setzten sich die Engländerinnen mit 2:0 gegen den Nachbarn durch. Die Torschützinnen waren Zoe Cross und Mollie Rouse. Mit ihren Treffern sicherten sie England die fünfte Teilnahme an der U-20-Frauen-WM.

Ozeanienmeister Neuseeland ist abgesehen von den europäischen Mannschaften das einzige Team, das sich bereits für Frankreich 2018 qualifizieren konnte. Das Turnier findet vom 7. bis 26. August statt.

Beherzte Gastgeberinnen
Nordirland ist zwar nicht über die Gruppenphase der UEFA-U-19-Europameisterschaft für Frauen hinausgekommen, doch das Turnier wird den Gastgeberinnen sicher trotzdem positiv in Erinnerung bleiben. Alfie Wylies Team startete vor zahlreichen Zuschauern im National Football Stadium im Windsor Park ins Turnier und musste sich nach einem engagierten Auftritt mit 0:2 gegen den späteren Turniersieger Spanien geschlagen geben. Im nächsten Spiel sollte das Team dann Geschichte schreiben, denn die Nordirinnen erzielten ihr erstes Tor und fuhren ihren ersten Punkt bei einem wichtigen internationalen Frauenfussballturnier ein.

Die 17-jährige Louise McDaniel erzielte nach spannendem Spielverlauf den späten Ausgleichstreffer gegen Schottland und bescherte ihrem Team damit den ersten Punkt – zur großen Freude der Fans im heimischen Lurgan’s Mourneview Park. Da Wylie gleichzeitig auch die A-Nationalmannschaft betreut, könnten die Spielerinnen, die im nordirischen Team zu beeindrucken wussten, durchaus in der Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ zum Einsatz kommen, die nächsten Monat in Europa beginnt. 

Die Statistik
– Die Anzahl der Tore, die Patricia Guijarro bei der U-19-Europameisterschaft für Frauen erzielte. Damit avancierte sie zur besten Torschützin des Turniers. Vor ihr wurden so renommierte Spielerinnen wie Vivianne Miedema, Sofria Jakobsson und Anja Mittag bei diesem Wettbewerb mit dem Goldenen Schuh ausgezeichnet.

Das Finale
Frankreich – Spanien 2:3
Tore: 1:0 (Mathilde Bourdieu (4.), 1:1 Patricia Guijarro (18.), 2:1 Emelyne Laurent (71.), Damaris Egurrola (85.), Patricia Guijarro (90.)