Sandrine Soubeyrand war am Dienstag, 29. November, live im Stadion in Port Moresby dabei, als Frankreich nach einem hart umkämpften Sieg gegen Japan ins Finale der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2016 einzog. Die legendäre Mittelfeldspielerin von Les Bleues war am Vormittag in Papua-Neuguinea angekommen und erlebte eine emotionale Achterbahnfahrt mit, die sie die Reisestrapazen seit Paris vergessen ließen.

Die mit 198 Einsätzen Rekordnationalspielerin Frankreichs ist seit ihrem Rückzug vom aktiven Fussball 2014 Koordinatorin der Jugendauswahlen und Trainerin der französischen U-17-Nationalmannschaft. Deshalb verfolgt sie die Leistungen der Französinnen besonders aufmerksam. Nachdem sie auf den Platz gegangen war, um den Spielerinnen zu gratulieren, unterhielt sich die Halbfinalistin der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 inmitten der Freudenschreie der Bleuettes mit FIFA.com

Sandrine Soubeyrand, wo waren Sie im Alter von 20 Jahren?
Ich habe keine Juniorinnen-Wettbewerbe bestritten. Heute habe ich aber dank meines Jobs das Glück, alle verfolgen zu können. Ich habe mit der U-20-WM 2014 angefangen. Sie hatten im Halbfinale verloren und wurden Dritte. Hier konnten sie sich verbessern, weshalb ich mich sehr für sie freue. Es stimmt, dass es das alles zu meiner Zeit nicht gab, aber jede Ära ist anders. Es ist genial, dass sie solche Erfahrungen machen können. Dieses Erlebnis wird die Französinnen besser machen und sie voranbringen. Das sind unvergessliche Erinnerungen. 

Wie kam es zu Ihrem Wechsel ins Trainerfach?
Ich hatte das Glück, dass mich der Verbandspräsident sofort fragte, ob ich die Auswahlen betreuen wollte. Deshalb habe ich heute das Glück, über die jungen Spielerinnen weiterhin solche Emotionen erleben zu dürfen. Das ist fantastisch! Außer für die Betreuung der U-17 bin ich für die Koordination aller Auswahlen verantwortlich und arbeite eng mit Gilles Eyquem zusammen. Meine Alterskategorie ist schließlich das Sprungbrett in seine. 

Wie würden Sie sich als Trainerin beschreiben? 
Ich bin ein wenig so, wie ich auf dem Platz war. Ich versuche, die Werte zu vermitteln, die mir selbst wichtig waren: Solidarität, Opferbereitschaft, Über-sich-selbst-Hinauswachsen. All das, was die Schönheit eines Mannschaftssports ausmacht. Individuelles Talent ist auch erforderlich, aber es kann sich nur innerhalb eines Teamgeists der gegenseitigen Unterstützung entfalten. Wir haben heute gesehen, dass es nicht immer leicht war. Aber sie haben immer daran geglaubt, nicht aufgegeben und die Organisation beibehalten. 

Wie finden Sie den Wettbewerb bisher?
Ich habe natürlich vor allem Frankreich verfolgt, habe aber viele schöne Dinge gesehen, unter anderem Nordkorea und Japan. Es sind zwei sehr interessante und solide Teams. Les Bleues haben einen schweren Start erwischt, aber wenn sie von Beginn an bei 100 Prozent gewesen wären, hätten sie es vielleicht nicht bis zum Ende geschafft. Sie haben sich nach und nach gesteigert, und wie ich zu Gilles sagte: Wenn man Schwierigkeiten überwindet, entstehen die schönsten Erlebnisse. Der Beweis: Sie stehen im Finale. 

Was erwarten Sie im Endspiel gegen Korea DVR?
Sie sind ein wenig wie Japan. Sie sind sehr laufstark, haben eher ein gutes Kurzpassspiel als dass sie ins Dribbling gehen. Ich glaube, dass wir über die Fähigkeiten verfügen, um sie zu schlagen. Einige haben das Glück gehabt, 2012 das Finale in Aserbaidschan zu erleben und zu gewinnen, aber es wird für das ganze Team ein unvergesslicher Moment werden.