Es ist eine alte Fussballweisheit: Ohne die Unterstützung durch eine solide Defensive ist selbst der beste Angriff wertlos. Im Falle Spaniens beginnt die Sicherheit bereits ganz hinten - dank der Handschuhe von María Quiñones. Den sieben Treffern, die Spanien in der Gruppenphase der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Papua-Neuguinea 2016 erzielt hat, stehen nur zwei Gegentore gegenüber. Dies ist nicht zuletzt das Verdienst der spanischen Keeperin.

"Das Erreichte ist das Ergebnis der Arbeit der gesamten Mannschaft, nicht nur dessen, was im Tor geleistet wurde. Wichtig ist, dass wir so weitermachen. Wir haben gesehen, dass wir die Vorstöße der Gegnerinnen in unseren Rücken abwehren können, wenn wir kompakt stehen, mit den Innen- und Außenverteidigerinnen näher zusammen. Das ist der Weg, den wir weitergehen müssen", sagt sie im Gespräch mit FIFA.com.

Mariasun dirigiert lautstark ihre Vorderleute und strahlt auch bei hohen Bällen Sicherheit aus. Sie hat einen Trumpf im Ärmel, der die Reife erklärt, mit der sie trotz ihres jungen Alters zu Werke geht: Sie ist in einer Sportlerfamilie aufgewachsen. Seit frühester Kindheit gehört der Fussball zu ihrem Alltag. 

"Meine Schwester Nekane spielt auch Fussball. Sie ist Mittelfeldspielerin. Deshalb tauschen wir uns oft aus. Ich spreche mit ihr über ihre Position und sie gibt mir Ratschläge für meine. Es ist sehr bereichernd, eine Person an deiner Seite zu haben, die auf einer Position spielt, die dir gegenübersteht. Sie kann mir vermitteln, wie eine Mittelfeldspielerin denkt."

Lehrreicher Ausrutscher
Die ersten beiden Partien von La Rojita verliefen beinahe perfekt. Die Spanierinnen feierten einen hohen Sieg gegen Kanada (5:0) und bezwangen anschließend Japan (1:0), ohne einen Gegentreffer zu kassieren. Gegen Nigeria aber erlitten sie die erste Niederlage im Wettbewerb. "Nigeria hat ein sehr schlagkräftiges Team mit sehr schnellen Spielerinnen. Am Ende macht sich das bemerkbar. Sie haben uns einige Male überspielt, manche Situationen konnten wir klären, doch in anderen ist uns das nicht gelungen."

Dieser Ausrutscher hatte zur Folge, dass in Gruppe B nur der zweite Platz heraussprang. Nun wartet im Viertelfinale Korea DVR. Dort wird Quiñones erneut glänzen müssen gegen ein Team, das in der laufenden FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Papua-Neuguinea 2016 noch keine Niederlage erlitten hat.

"Wir müssen unsere bisherige Linie beibehalten. Unser Fussball ist das Kurzpassspiel, wir wollen die Gegner zum Laufen bringen. Sie dürfen nie zur Ruhe kommen. Wir hingegen müssen den Ball kontrollieren. Wir spielen nicht so körperbetont wir andere Teams, verfügen aber über die technische Qualität, um in diesem Wettbewerb weiterzukommen", sagt sie kämpferisch im Vorfeld des Duells, das am 24. November über die Bühne geht.