Nach dem spannenden Finale der FIFA U-20-Frauenfussball-Weltrmeisterschaft 2010 in Deutschland, in dem sich der Gastgeber mit 2:0 (1:0) gegen Nigeria durchsetzte, kam es zur Ehrung der erfolgreichsten Torschützinnen und besten Akteurinnen des Turniers.

Alexandra Popp gab bei diesem Turnier die Richtung des deutschen Teams vor. Zehn Treffer hat die 19-Jährige vor heimischer Kulisse erzielt. Im Endspiel gegen Nigeria führte sie ihr Team durch ihren Treffer auf die Siegerstraße. Ihre konstante Leistung im gesamten Turnierverlauf bescherte ihr die Auszeichnung als beste Spielerin des Turniers.

FIFA.com fasst für Sie die wichtigsten Auszeichnungen zusammen und wirft einen Blick auf diese jungen Talente.

Goldener, Silberner und Bronzener Ball von adidas
Goldener Ball von adidas: Alexandra Popp (GER, 50,79 Prozent der Stimmen)
Silberner Ball von adidas: Ji So-Yun (KOR, 14,66 Prozent )
Bronzener Ball von adidas: Kim Kulig (GER, 9,16 Prozent)

Alexandra Popp: Die Linksfüßerin hatte über das gesamte Turnier hinweg entscheidenden Anteil am Erfolg ihrer Mannschaft und bestach zudem durch individuelle Klasse. Popp, die bereits sechs Einsätze im A-Nationalteam absolvierte, hat weder im Auswahltrikot, noch bei ihrem Klub eine feste Position inne. Sie wurde bereits in der Verteidigung und im Mittelfeld eingesetzt und verfügt dank ihrer Zweikampf- und Kopfballstärke sowie ihres Spielverständnisses über zahlreiche Qualitäten. Ein Multitalent auf ganzer Linie, das nicht umsonst zur besten Spielerin des Turniers gewählt wurde. Im Gespräch mit FIFA.com erklärte die sympathische 19-Jährige: "Die Trainerin hat mir die Aufgabe gegeben, einfach das Spiel und die Mannschaft zu führen. Ich denke, im Moment mach ich das ganz gut. Das Team füttert mich gut und ich muss die Bälle eigentlich nur reinschieben."

Ji So-Yun: Mit ihren Traumtoren spielte sie sich schnell in die Herzen der Zuschauer. Bei der Viertelfinal-Partie gegen Mexiko in Dresden entzückte sie über 21.000 Fans. Acht Treffer gingen am Ende des Turniers auf das Konto der quirligen und torgefährlichen 19-Jährigen. Nur Alexandra Popp konnte öfter treffen. Damit erwarb sich Ji nicht nur die Anerkennung der deutschen Fans, sondern auch die der Experten und Medienvertreter. Sie selbst blieb stets bescheiden und stellte ihre Leistung nicht in den Vordergrund, sondern immer die der gesamten Mannschaft. "Ich weiß ganz genau, was der Trainer von mir hält. Er motiviert uns alle immer mit dem Spruch: 'Nur wenn wir alle zusammenspielen, wird der Frauenfussball erfolgreicher und sich entwickeln.' Ich selbst sehe mich nur als kleinen Baustein des Ganzen", sagte sie im exklusiven Interview mit FIFA.com.

Kim Kulig: Die Mittelfeldspielerin zeichnete sich in Deutschland durch ihre Übersicht im mannschaftlichen Zusammenspiel und ihre Stärke am Ball aus. Ihre Pässe fanden fast immer die Stürmerinnen, und ihr starkes Stellungsspiel gab dem deutschen Team die Möglichkeit, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Dass Kim Kulig nicht nur erfolgreich in der Defensive agiert, zeigten ihre beiden Treffer im Halbfinale gegen die Korea Republik. Ein weiteres Plus ist die Kopfballstärke der 20-Jährigen, die immer versucht, das Spiel nach vorne zu treiben und sich als uneigennützige Vorbereiterin präsentiert. Darüber hinaus besticht sie durch ihre physische Präsenz: Eine Frau unter Juniorinnen. Gegenüber FIFA.com analysierte sie: "Ich musste mich durch die Vorbereitung auf die WM durchbeißen, weil ich ziemlich platt war. Die Spiele waren alle sehr anstrengend, aber jetzt merke ich, dass ich so langsam wieder fitter werde. Ich bin frischer und mir geht es im Spiel auch besser."

Goldener, Silberner und Bronzener Schuh von adidas
Goldener Schuh von adidas: Alexandra Popp (GER) - 10 Tore
Silberner Schuh von adidas: Ji So-Yun (KOR) - 8 Tore
Bronzener Schuh von adidas: Sydney Leroux (USA) - 5 Tore

Alexandra Popp: Bereits im Auftaktspiel gegen Costa Rica machte die 19-Jährige deutlich, dass sie über einen besonderen Torriecher verfügt. Beim 4:2-Sieg der deutschen Juniorinnen war sie zweimal erfolgreich. Ihr Hunger nach weiteren Toren war jedoch noch lange nicht gestillt. In jedem Spiel des deutschen Teams erzielte sie mindestens einen Treffer und avancierte zur Topstürmerin ihrer Mannschaft. Kurios, wenn man bedenkt, dass sie bei ihrem Heimatverein FCR Duisburg im Mittelfeld, oder in der Abwehr eingesetzt wird. Angesichts ihrer beeindruckenden Torausbeute bei diesem Turnier scheint Popp nun unter Beweis gestellt zu haben, dass ihre Zukunft voraussichtlich im Angriff zu finden ist.

Goldener Handschuh von adidas
Die U.S.-amerikanische Torfrau Bianca Henninger zeigte in diesem Turnier, dass sie nicht umsonst die Nummer eins im Tor der U-20-Juniorinnen aus den USA ist. In Deutschland präsentierte sich die 19-Jährige in bestechender Form und bot die beste Leistung zwischen den Pfosten. In den Gruppenspielen musste Henninger nur einmal hinter sich greifen. Nach dem Elfmeterschießen in der Viertelfinalpartie gegen Nigeria kam dann das Aus für sie. Henninger verfügt über eine beeindruckende Spielübersicht und strahlt sehr viel Ruhe aus. Darüber hinaus besitzt sie eine exzellente Fangtechnik und versteht es, mit der Defensive zu kommunizieren.

FIFA Fairplay-Auszeichnung
Die Korea Republik darf sich bei dem Turnier in Deutschland, nach der Bronzemedaille über eine weitere Auszeichnung freuen und wurde mit dem Fairplay-Preis der FIFA geehrt. Korea Republik konnte sich dank seiner sportlichen Leistung mit der offiziellen Anerkennungsurkunde für vorbildliches und faires Verhalten auf und abseits des Spielfeldes schmücken. Die Spielführerin der Korea Republik, Kim Hye-Ri, nahm den Preis entgegen.

Im Rahmen ihrer Initiative zur Förderung eines fairen und sauberen Fussballs vergibt die FIFA diese Auszeichnung auf der Grundlage einer durch die Mitglieder der Technischen Studien-Gruppe der FIFA (TSG) getroffenen Einschätzung, die das Verhalten der einzelnen Mannschaften auf und abseits des Spielfeldes einer eingehenden Bewertung unterzieht. Diese dient dem Ziel, den sportlichen Geist sowohl bei den Spielerinnen, Trainern und Betreuern als auch bei den Zuschauern von FIFA-Turnieren zu fördern und zu festigen.