Gastgeber Deutschland ist ins Endspiel der FIFA U-20-Frauen-WM 2010 eingezogen. An diesem Donnerstagnachmittag setzte sich der Champion von 2004 vor 18.217 Zuschauern in Bochum souverän mit 5:1 gegen die Republik Korea durch und kämpft nun am kommenden Sonntag in Bielefeld um die Krone.
Eine couragierte südkoreanische Mannschaft attackierte den WM-Gastgeber von der ersten Minute an äußerst effektiv und verhinderte so einen Blitzstart des Ensembles von Trainerin Maren Meinert. Sieben Minuten dauerte es, ehe die auffällige Sylvia Arnold mit einer ersten Kopfballchance an Keeperin Moon So-Ri scheiterte. Auf der Gegenseite konnte sich Torfrau Almuth Schult auszeichnen, als wenige Minuten später Angreiferin Jung Hae- In mit einer Volleyabnahme aus kurzer Distanz scheiterte.
2:0-Führung zur Pause
Da beide Teams in der Schaltzentrale keinen Raum zuließen, versuchten sowohl die Deutschen als auch die Südkoreanerinnen, fortan mehr Druck über die Außen auszuüben. Dies sollte sich bereits nach 13 Minuten für den Gastgeber auszahlen: Eine Flanke von Linksverteidigerin Tabea Kemme landete genau auf dem Fuß der heraneilenden Svenja Huth, die aus sechs Metern direkt zur Führung einnetzte. Und Torjägerin Alexandra Popp hätte nur Sekunden später erhöhen können, als sie im Eins-gegen-Eins an Torfrau Moon scheiterte.
Deutschland nahm jetzt das Heft in die Hand und drängte auf das zweite Tor, welches in der 26. Minute auch gelang. Einen 20-Meter-Flachschuss von Mittelfeldspielerin Kim Kulig ließ Moon auf dem nassen Rasen durch ihre Hände rutschen und musste mit ansehen, wie das Bochumer Publikum ausgelassen feierte. Arnold, Popp und Dzsenifer Marozsan hatten dann gar noch das 3:0 auf dem Fuß, verpassten das gegnerische Gehäuse jedoch knapp oder scheiterten an der südkoreanischen Keeperin.
Turniertreffer acht und neun für Popp
Popp machte es nach dem Seitenwechsel besser: 50 Minuten waren gespielt, als einmal mehr Arnold mit Tempo in den Strafraum der Asiatinnen dribbelte, und als ihr Schussversuch geblockt wurde, fiel das Leder der blonden Stürmerin auf den Fuß, die aus sieben Metern ihren achten Turniertreffer erzielte. Unter dem Jubel der Fans ließ Deutschland nicht locker und erhöhte 180 Sekunden später gar auf 4:0, als ein weiterer Kulig-Fernschuss von Keeperin Moon nicht pariert werden konnte.
Nun reagierten die Südkoreanerinnen, denn Angriffsjuwel Ji So-Yun machte endlich auf sich aufmerksam. Nach 63 Minuten fasste sie sich ein Herz und fand mit einem 18-Meter-Schuss in Torfrau Schult noch ihren Meister, doch 60 Sekunden später ließ sie mit einem feinen Dribbling drei deutsche Verteidigerinnen stehen, um frei vor Schult auftauchend den Anschlusstreffer zu erzielen.
Das Meinert-Team ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Marozsan forderte nun vermehrt den Ball und sorgte dafür, dass Popp nach 67 Minuten frei im gegnerischen Strafraum auftauchte, um einen Linksschuss an die Latte zu hämmern. Was direkt danach passierte, war kurios: Die im eigenen Strafraum stehende Verteidigerin Jeong Yeonga blickte in die Luft, um den Ball in den Fokus zu nehmen, doch statt weiter zu spielen, fing sie ihn. Resultat: Ein Elfmeter, den Popp eiskalt zum 5:1-Endstand nutzte und damit ihr Torekonto sogar auf neun Treffer hochschraubte.

