Für eine Spielerin, deren erklärtes Ziel es ist, zu den Besten der Welt zu gehören, waren dies enttäuschende Tage. Ramona Bachmann, Star des Schweizer Teams, konnte nicht verhindern, dass ihre Mannschaft bei der FIFA U-20-Frauen-WM 2010 die beiden ersten Partien verlor und neun Gegentore kassierte. Auch ihre eigene Leistung bewertete sie kritisch.

Die Stürmerin wäre in Deutschland gerne länger dabei gewesen, doch das frühe Ausscheiden der Schweiz nach Beendigung der Gruppenphase hat zumindest den Vorteil, dass sie ihre Wehwehchen behandeln lassen kann, die ihre Beweglichkeit und Qualitäten während des Turniers stark beeinträchtigten.

Behandlung beim Spezialisten
Bachmann kämpft bereits seit zwei Jahren mit einer Rückenverletzung, und auch wenn sie bis vor einer Woche vorübergehend damit zurechtkam, ist das nun nicht mehr der Fall. "Eines meiner Beine ist vier Millimeter länger als das andere und ich habe auch Hüftprobleme, was die Schmerzen im Rücken verursacht", erklärte sie. "Das ist jetzt wirklich schlimm geworden, und nach der Weltmeisterschaft sollte ich einen Spezialisten aufsuchen. Wenn dies eine Operation erfordert, werde ich es machen müssen. Ich bin erst 19 und mein großes, großes Ziel ist, die Beste der Welt zu werden, und dafür muss ich fit sein."

Die 0:5-Schlappe gegen die USA vergangenen Samstag in Dresden war zwar ein weiterer harter Schlag, doch die Schweizerinnen konnten immerhin eine bessere Leistung als bei der ersten schweren Niederlage gegen Korea Republik am Mittwoch zeigen. Das Ergebnis spiegelte die Leistung auf dem Platz nicht wider. Bachmanns Sturmpartnerin Ana Crnogorcevic hätte allein in der ersten Hälfte einen Hattrick erzielen können: Zunächst verpasste sie per Kopf nur knapp, bevor die Amerikanerinnen in Schwung gekommen waren, später ging ein Schuss um Zentimeter daneben und einen weiteren gefährlichen Versuch konnte die gegnerische Torhüterin Bianca Henninger mit einem starken Reflex gerade noch an die Latte lenken.

Kein Glück für die Schweiz
"Wir hatten nicht besonders viel Glück hier. Wenn wir gleich die erste Chance hätten nutzen können - wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre?", ergänzte Bachmann, die nach der ersten Niederlage vor Enttäuschung und Erschöpfung auf den Rasen niedersank. "Wir wussten, dass es gegen die USA schwer werden würde, aber das ist eine Weltmeisterschaft und wir mussten alles geben."

In der zweiten Halbzeit hatte die in den USA bei Atlanta Beat unter Vertrag stehende Schweizerin, die bereits in Russland 2006 zum Kader gehörte, eine weitere Möglichkeit, ihr erstes Tor bei einer FIFA U-20-Frauen-WM zu erzielen - doch ihr Versuch ging weit daneben. "Normalerweise hätte ich mir eine solche Chance nicht entgehen lassen, doch der Ball lief und ich fand keine gute Bindung zum Spiel."

Sie wurde kurz darauf aus der Partie genommen, und Trainer Yannick Schwery räumte ein, dass es nicht fair gewesen wäre, sie länger auf dem Platz zu lassen. Nun hofft sie darauf, wenigstens in der letzten Begegnung in der Gruppe D gegen Ghana in Bochum einen glanzvollen Auftritt liefern zu können. "Ich fahre immer mit den höchsten Zielen zu einem Turnier. Ich denke nicht: 'Wir sind hier, mal sehen, was wir schaffen können'. Ich möchte es gewinnen", sagte sie. "Wir sind eine junge Mannschaft und haben noch nicht viel Erfahrung, doch nun wissen wir, was für ein Niveau wir erreichen müssen."