Sie kam, sah und siegte: Nur sechs Minuten nach ihrer Einwechslung beim Stande von 0:0 gegen Costa Rica legte Marina Makanza den Turbo ein, ließ zwei Gegenspielerinnen stehen und schoss Frankreich auf die Siegerstraße. Am Ende gewannen die Bleuettes mit 2:0, weil die pfeilschnelle Stürmerin des AS Saint-Etienne noch ein weiteres Mal in die gegnerischen Maschen traf und den Knoten ihres Teams bei der FIFA U-20-Frauen-WM 2010 damit platzen ließ.

Es wurde auch Zeit. Nach dem schmeichelhaften 1:1-Auftakt gegen Kolumbien standen die jungen  Französinnen mächtig unter Druck und präsentierten sich gegen Costa Rica lange Zeit nervös. Makanza war eine von acht Akteurinnen aus der Startelf des ersten WM-Spiels, die Coach Jean-Michel Degrange auf die Bank setzte. Mit Wut im Bauch zeigte die Nummer sieben des WM-Vierten von 2008, als sie dann auf dem Feld stand, was sie zu leisten imstande ist.

Ein echter Befreiungsschlag
Es scheint, als hätte das Degrange-Ensemble genau dieses Schlüsselerlebnis gebraucht. Ohne  Zweifel besitzen die Französinnen das Potential, in Deutschland für Furore zu sorgen. Doch bei diesem weltweiten Kräftemessen galt es zunächst einmal, seinen Rhythmus zu finden. „Wir lassen uns von anderen nicht beeindrucken, denn wir haben unseren eigenen Stil“, erklärte Makanza auf Nachfrage von FIFA.com.

Nicht nur für sie persönlich war der befreiende Doppelpack gegen die lange Zeit stark aufspielenden Costa-Ricanerinnen ein möglicher Wendepunkt. Auch das gesamte Team wirkte nach Makanzas Treffern selbstbewusster und zielstrebiger. „Ich bin natürlich glücklich über den Sieg und über meine beiden Tore. Aber diese habe ich für die ganze Mannschaft geschossen, und nicht nur für mich alleine.“

Besser als in Chile 2008?
Nun ist Frankreich einiges zuzutrauen. In der Gruppe A rangiert man angesichts von vier Zählern auf Platz zwei hinter Gastgeber Deutschland (6 Punkte) und hat gute Chancen, die K.o.-Phase zu erreichen. „Ich glaube, der Sieg gegen Costa Rica war ein wichtiger Schritt in Richtung Viertelfinale. Wir müssen uns aber weiter konzentrieren, denn ich bin überzeugt davon, dass das dritte Spiel entscheidend ist“, so Trainer Degrange. Am kommenden Dienstag um 11:30 Uhr wartet in Augsburg das deutsche Ensemble.

Es gilt zu punkten, um das Weiterkommen perfekt zu machen. Das weiß auch Degrange, der eine klare Marschroute vorgibt: „Unser primäres Ziel ist es, die Vorrunde zu überstehen.“ Sollte das geschafft sein, gibt es im französischen Lager den großen Traum von mehr. Schließlich wollte man das Ergebnis der Bleuettes bei der letzten Auflage dieser Turnierserie vor zwei Jahren übertreffen, als am Ende der vierte Platz raussprang. „Das wird aber schwer“, sagt der Coach und hofft dabei auf weitere Glanzmomente von Makanza und Co.