Wieder einmal hat Brasilien seine Vormachtstellung auf dem Kontinent eindrucksvoll unter Beweis gestellt und zum vierten Mal in Folge den Titel bei der südamerikanischen U-20-Frauen-Meisterschaft geholt. Gleichzeitig löste man damit auch das Ticket für die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2010 in Deutschland. Gastgeber Kolumbien erreichte das Endspiel und sicherte sich damit zum ersten Mal in seiner Geschichte die WM-Teilnahme bei dieser Turnierserie.

FIFA.com lässt die wichtigsten Geschehnisse der Qualifikation Revue passieren.

Von Anfang bis Ende
Die Nachwuchsspielerinnen von Coach Marcos Gaspar waren als klare Favoriten nach Kolumbien gereist und wurden dort auch allen Erwartungen gerecht. Sie gewannen alle sechs Spiele, erzielten die meisten Tore (25) und kassieren die wenigsten Gegentreffer (gerade einmal drei). Ihre Angreiferin Alanna, 20 Jahre alt, wurde Torschützenkönig des Turniers mit sieben Treffern, von denen sie drei im Halbfinale beim 3:1-Sieg gegen Chile erzielte. Die Mittelfeldspielerin Débora belegte in dieser Wertung mit fünf Toren den dritten Platz. Zusätzlich holte Brasilien auch noch die Fairplay-Auszeichnung.

Diese Zahlen belegen genau das, was die Brasilianerinnen auch auf dem Spielfeld in Bucaramanga eindrucksvoll demonstrierten: eine Mannschaft, die schnell nach vorne spielt, hinten sehr gut steht und sich im Finale schließlich gegen die Gastgeberinnen und 20.000 Zuschauer mit 2:0 durchsetzte. "Wir haben ein großes Turnier gespielt. Nicht nur, weil wir den Titel geholt und uns qualifiziert haben, sondern auch weil wir gut gespielt haben Dennoch bleibt bis Deutschland noch einiges zu tun", bestätigte Gaspar nach dem Titelgewinn.

Wieder einmal Geschichte geschrieben
Mit mehr oder weniger denselben Spielerinnen, mit denen man bereits vor zwei Jahren das Ticket zur FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Neuseeland 2008 gelöst hatte, blieb Kolumbien auch in allen Begegnungen der Vorrunde siegreich und vermied als Gruppensieger damit eine Begegnung mit den Brasilianerinnen im Halbfinale. Mit einer geschlossen Mannschaftsleistung bezwangen die Cafeteritas anschließend Paraguay mit 2:1 und schafften damit die historische Qualifikation für Deutschland 2010. "Natürlich gibt es diesen kleinen Wermutstropfen des verlorenen Endspiels, aber trotzdem bin ich sehr stolz auf meine Mädchen", versicherte Trainer Ricardo Rozo.

Seine erfolgreichste Torschützin war die Mittelfeldspielerin Paola Sánchez mit drei Treffern. Sie war eine der Stützen der Mannschaft, gemeinsam mit Spielmacherin Yorely Rincón, die nach der entscheidenden Partie erklärte: "Wir gerieten zu schnell in Panik, wenn wir nicht den Ball hatten, und begingen dann den Fehler, es mit der Brechstange zu versuchen, was eigentlich nicht unser Spiel ist. Aber im Fussball gibt es immer Gelegenheiten für eine Revanche. Jetzt bereiten wir uns erst einmal auf die Weltmeisterschaft vor, denn das war unser wichtigstes Ziel."

Die anderen Teams
Auch wenn es nicht gelang, besser als bei den letzten beiden Teilnahmen abzuschneiden, bei denen man ebenfalls den dritten Platz belegte, blickt Paraguay mit Optimismus in die Zukunft. Schließlich gelang es, mit einem Team, das in erster Linie aus 17- und 18-jährigen Spielerinnen besteht, alle Mannschaften - einschließlich der brasilianischen - in Bedrängnis zu bringen. Angeführt von der gefährlichen Angreiferin Ana Fleitas, der zweiterfolgreichsten Torschützin des Turniers mit sechs Treffern, zeigten die Albirrojas einen extrem offensiv ausgerichteten Fussball und erzielten schließlich mit 20 Toren auch die zweitmeisten Treffer aller Mannschaften des Turniers.

Chile seinerseits verließ Bucaramanga nach einer bitteren 0:6-Niederlage gegen Paraguay im keinen Finale. Dennoch konnten einige große Talente ihr Können zeigen, wie zum Bespiel die Abwehrspielerin Dominique Hisis, Karen Araya im Mittelfeld oder die Angreiferin Sofía Machiavello.

Schließlich soll auch auf die Fortschritte von Ecuador und Venezuela verwiesen werden, die mit sechs Punkten jeweils den dritten Platz in den Gruppen A beziehungsweise B belegten. Argentinien dagegen blieb Einiges schuldig. Weit entfernt von der vor zwei Jahren gezeigten Stärke, als man das Endspiel erreichte, verzeichnete man nur einen Sieg, aber nicht weniger als drei Niederlagen.