Frankreich hat erstmals das Halbfinale einer FIFA U-20-Frauen-WM erreicht. Das Team von Stéphane Pilard setzte sich in der Runde der letzten Acht an diesem Sonntag in Coquimbo mit 3:2 gegen Nigeria durch, nachdem man zur Halbzeit noch mit 1:2 hinten lag. Die nach der Pause eingewechselte Nora Coton Pelagie avancierte mit ihrem späten Siegtreffer zur Matchwinnerin. 

Die Französinnen erwischten vor 12.300 Zuschauern zunächst den besseren Start. Kheira Hamraoui setzte sich nach zwei Minuten auf dem rechten Flügel durch, zog bis zur Grundlinie und gab flach nach innen, wo Julie Machart keine Mühe hatte, aus drei Metern einzuschieben, nachdem die am kurzen Pfosten lauernde Eugene Le Sommer das Leder zunächst verpasst hatte. Bei dieser Aktion prallte die nigerianische Torfrau Marbel Egwuenu derart unglücklich mit Le Sommer zusammen, dass sie sich einen Schlüsselbeinbruch zuzog und ausgewechselt werden musste. Für die 16-Jährige kam Ersatzkeeperin Charity John in die Partie.

Geschockt zeigte sich das Team aus Afrika jedoch kaum. Im Gegenteil: Gegen die kombinationssicheren Französinnen kam man dank der eigenen physischen Stärke immer besser ins Spiel und durch Sarah Michael auch zu mehreren Chancen, doch entweder scheiterte sie an Torfrau Meline Gerard oder an der Querlatte Frankreichs. Bis zur 13. Minute, als im französischen Strafraum nach einem langen Einwurf Chaos herrschte und Ebere Orji am schnellsten reagierte, um zum 1:1 einzuschießen. Nigeria nahm nun das Heft in die Hand und erzielte dank eines Kopfballtreffers von Joy Jegede nach feiner Flanke von Tawa Ishola sogar sieben Minuten vor dem Pausenpfiff den Führungstreffer.

Nach dem Seitenwechsel brachte die überragende Le Sommer ihr Team wieder zurück ins Spiel. 49 Minuten waren gespielt, als die zur Halbzeit eingewechselte Nora Coton Pelagie eine Flanke von links genau auf die Stirn der französischen Klassestürmerin setzte und die 19-Jährige von Stade Briochin zum 2:2-Ausgleich einköpfte. Fortan entwickelte sich eine Partie, in der beide Teams Fehler vermeiden wollten, da sie nur zu gut wussten, dass der nächste Treffer der entscheidende sein könnte.

Es dauerte bis zur 71. Minute, ehe wieder so etwas wie Torgefahr aufkam. Nigerias Spielführerin Rita Chikwelu versuchte sich mit einem Freistoß aus 20 Metern, den Gerard aber entschärfen konnte. Auf der Gegenseite traf Coton Pelagie sechs Minuten später die Querlatte, als ein verunglückter Flankenversuch fast zum dritten französischen Treffer geführt hätte. Doch eben jene Coton Pelagie von Paris Saint-Germain sollte in der 88. Minute zur Matchwinnerin avancieren, als sie sich ein Herz fasste und das Leder aus 20 Metern in den rechten oberen Winkel setzte, um Frankreich in die Runde der letzten Vier zu schießen.