Deutschland hat an diesem Sonntag in La Florida/Santiago mit einem 5:3-Sieg gegen Frankreich und dem damit verbundenen dritten Platz für einen versöhnlichen Abschluss bei der FIFA U-20-Frauen-WM 2008 in Chile gesorgt. Spielerin des Tages war Marie Pollmann, die das Ensemble von Maren Meinert mit einem lupenreinen Hattrick in der ersten Halbzeit auf die Siegerstraße brachte.
Eine leicht veränderte deutsche Startelf, in der Pollmann die Chance bekam, von Anfang an ihre Torgefährlichkeit unter Beweis zu stellen, übernahm sofort die Initiative. Und auch wenn die Französinnen durch einen fein gezirkelten Freistoß von Nora Coton Pelagie, den Keeperin Alisa Vetterlein mit Mühe entschärfen konnte, die erste Torchance des Spiels hatten, sollte Deutschland dank der 19-Jährigen vom Herforder SV schon nach 31 Minuten klar mit 3:0 führen. Pollmann, die im gesamten Turnier erst eine einzige Halbzeit zum Einsatz gekommen war und dabei im mit 1:2 verlorenen Gruppenspiel gegen Japan enttäuschte, konnte glänzen.
Bereits nach zehn Minuten traf sie infolge einer sehenswerten Kombination mit Nicole Banecki zur Führung, 19 Minuten später erhöhte sie per Abstauber, nachdem Banecki zunächst an Frankreichs Torfrau Meline Gerard und Julia Simic an der Querlatte gescheitert waren, und weitere 120 Sekunden darauf war sie nach exzellentem Zusammenspiel von Banecki und Simic zur Stelle. Allerdings meldeten sich Les Bleuettes kurz vor dem Halbzeitpfiff mit dem Anschlusstreffer zurück, den Marine Pervier erzielte, nachdem sie eigentlich von rechts flanken wollte und ihre Hereingabe über Vetterlein hinweg flog, um im langen Eck des deutschen Gehäuses zu landen.
Nach der Pause kam Frankreich wütend aus der Kabine und wollte das schnelle 2:3 erzwingen. Pervier per Kopf aus naher Distanz und Eugenie Le Sommer mit einem Schuss aus knapp zehn Metern hätten jeweils ins deutsche Netz treffen müssen, konnten das Leder jedoch nicht über die Torlinie bringen. Und auch ein Freistoß von Laura Agard aus 30 Metern halblinker Position hätte fast einen französischen Jubel zur Folge gehabt, doch Vetterlein konnte den Ball gerade noch so mit den Fingerspitzen über die Latte lenken.
In der 67. Minute hatte der französische Sturmlauf dann ein Ende. Abermals war es die stark aufspielende Banecki, die sich auf dem rechten Flügel ihren Weg bahnte, in den gegnerischen Strafraum eindrang und den Abschluss suchte. Der von Gerard parierte Ball landete bei der heranstürmenden Simic, die keine Mühe hatte, zum 4:1 einzuschieben. Auf der Gegenseite fiel dann schließlich doch noch der zweite Treffer Frankreichs, als abermals Pervier eine Viertelstunde vor Spielende eine präzise Flanke von Charlotte Loze per Kopfball abschloss.
Wer glaubte, nun habe man alle Tore gesehen, hatte sich jedoch getäuscht. Für die Deutschen traf die eingewechselte Lisa Schwab nach perfektem Zuspiel von Kim Kulig zum 5:2, ehe Marie-Laure Delie in der Nachspielzeit per Kopf den Endstand perfekt machte.


