Es war neben dem EM-Titel im eigenen Land der krönende Abschluss einer tollen Fussballkarriere: Doris Fitschen wagte 2001 den Schritt in die U.S.-Profiliga Women's United Soccer Association (WUSA). Als Spielführerin der Philadelphia Charge erzielte die 144-malige Nationalspielerin das erste Tor in der Geschichte der neu gegründeten Liga - per Foulelfmeter gegen San Diego Spirit. Fitschen wurde in der ersten Saison prompt zur besten Abwehrspielerin des Jahres gewählt. "In den USA zu spielen war eine tolle Erfahrung", sagte eine begeisterte Fitschen damals. Schließlich sei es schon ein Unterschied, vor durchschnittlich 8.000 Zuschauern zu spielen anstatt vor 200 - wie damals in der Frauen-Bundesliga üblich.

Deutschlands Fussballerinnen zählten schon vor dem Gewinn des WM-Titels 2003 zu den großen Exportschlagern, vor allem in der WUSA. Ebenfalls 2001 wechselten Bettina Wiegmann und Maren Meinert von Brauweiler-Pulheim zu den Boston Breakers, beide teilten sich in den USA auch eine Wohnung. Mittelfeldwirbelwind Meinert wurde 2003 zur wertvollsten Spielerin der WUSA gewählt.

Auch Deutschlands Ausnahmestürmerin Birgit Prinz zog es nach Amerika. Bei Carolina Courage fand die dreimalige Weltfussballerin eine kurzzeitige Heimat. Anfang 2002 kam Prinz und wurde im gleichen Jahr noch U.S.-Meisterin. In ihrer zweiten Saison aber schaffte es ihr Klub nicht in die Playoffs. Ihre ehemalige Vereinskameradin beim 1. FFC Frankfurt, Steffi Jones, und Sandra Minnert entschieden die Meisterschaft mit Washington Freedom für sich.

Eine der letzten Bundesliga-Spielerinnen, die die Reise in die Staaten antrat, war Conny Pohlers. Die Stürmerin wechselte 2003 von Turbine Potsdam nach Atlanta. Allerdings steckte die WUSA damals schon in der Krise. Nach der FIFA Frauen-WM 2003 war Schluss mit der Profiliga. Die Geldgeber gingen aus, obwohl sich der Frauenfussball in den USA größter Beliebtheit erfreut. Torjägerin Pohlers, derzeit in Frankfurt aktiv, kündigte aber bereits an: "Am liebsten würde ich wieder in die USA gehen, wenn es dort wieder eine Profiliga geben würde."

Sehr beliebt bei den deutschen Fussballkünstlerinnen war in jüngster Vergangenheit die Destination Schweden. Die dortige Liga, die sich seit Jahren auf hohem Niveau bewegt und mit Umea IK den UEFA-Cup-Sieger von 2003 und 2004 beherbergt, lockte unter anderem die Nationalspielerinnen Bianca Rech, Anja Mittag und Ariane Hingst. Schweden war auch die sportliche Heimat der Torhüterin der deutschen Nationalmannschaft, Nadine Angerer. Die frühere Torfrau des 1. FFC Turbine Potsdam, die im WM-Endspiel 2007 gegen Brasilien einen Elfmeter der anschließend zur besten Spielerin des Turniers gewählten Marta parierte, spielte eine Saison für den Erstligisten Djurgården Damfotboll und wechselte im Dezember 2008 wie ihre Teamkollegin Hingst von Stockholm zum 1. FFC Frankfurt.

Einen außergewöhnlichen Weg ging Duisburgs aktuelle Torfrau Lena Hohlfeld. Die 26-Jährige lief als erste deutsche Spielerin in der polnischen Liga auf. Als ewige Nummer 2 bei Turbine Potsdam hinter Nationalkeeperin Angerer sah sie für sich keine Perspektiven und schloss sich 2004 KS AZS Breslau an, wo sie sich den Ruf als beste Torhüterin der Liga erkämpfte. Zwei Jahre später folgte die Rückkehr in die Bundesliga.

Eine der ersten deutschen Fussballerinnen überhaupt, die den Wechsel ins Ausland wagten, war Monika Staab. Bereits Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre trat die spätere Trainerin des 1. FFC Frankfurt für berühmte Vereine wie die Queens Park Rangers, Paris St. Germain oder den FC Southampton gegen das Leder.

Anfang 2007 packte Sie wieder das Fernweh: Staab ging nach Bahrein um dort das Frauen-Nationalteam zu trainieren.