Der Frauenfussball schreibt in Deutschland eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Dabei ist es eine junge Historie. Erst 1970 wurde die Förderung des Frauenfussballs in die Satzung des Deutschen Fussball-Bundes aufgenommen. Doch seit die Frauen-Nationalmannschaft 1982 ihr erstes Länderspiel bestritt, lieferten die Fussballerinnen viele Gründe zur Freude. Bei den wichtigsten Turnieren, der Welt- und Europameisterschaft, konnten sie insgesamt acht Titel verbuchen.

Die bislang größten Erfolge feierte die DFB-Auswahl mit dem Gewinn der Weltmeisterschaften 2003 und 2007. Dank des 2:1-Sieges im Endspiel der FIFA Frauen-WM 2003 gegen Schweden sicherte sich die von der damaligen DFB-Trainerin Tina Theune-Meyer angeführten Mannschaft erstmals den WM-Titel. Bei der Endrunde 1995 in Schweden blieb den deutschen Frauen dieser Erfolg noch verwehrt - im Finale mussten sie sich mit 0:2 den Norwegerinnen geschlagen geben.

Umso größer war der Jubel 2003 in Carson, USA. Unvergessene Szenen sind mit diesem Finale verbunden. Das Golden Goal von Nia Künzer, die ungehemmte Freude, die der Treffer freisetzte und die Übergabe des Weltpokals an Spielführerin Bettina Wiegmann haben sich als Bilder in den Köpfen der Fans eingeprägt. In Deutschland verfolgten mehr als zwölf Millionen Zuschauer das Finale live im Fernsehen mit. Nach der Rückkehr aus den USA empfingen fast 10.000 Fans das Team auf dem Frankfurter Römer.

Dank ihres 2:0-Sieges über das brasilianische Team im Endspiel der FIFA Frauen-WM China 2007 in Shanghai verteidigten die deutschen Spielerinnen erfolgreich ihren Weltmeistertitel, kassierten dabei auf dem Weg zum Titelgewinn keinen einzigen Gegentreffer und zementierten ihren Ruf als ein Spitzenteam im Weltfussball der Frauen. Auch beim zweiten großen Erfolg ließ sich die Frauennationalmannschaft - diesmal unter der Leitung von Silvia Neid - von rund 20.000 begeisterten Fans in Frankfurt feiern.

Als amtierender Weltmeister gewann die DFB-Auswahl 2005 auch die Europameisterschaft. Mit dem 3:1-Sieg im Finale in Blackburn über Norwegen sicherten sich die deutschen Frauen zum sechsten Mal den Titel auf kontinentaler Ebene. Eine einzigartige Bilanz. Zuvor war das deutsche Team in den Jahren 2001, 1997, 1995, 1991 und 1989 erfolgreich. Vor allen Dingen bleibt jedoch der erste Titelgewinn nachhaltig in Erinnerung. In einem denkwürdigen Endspiel schlug das DFB-Team seinerzeit Norwegen mit 4:1. Im ausverkauften Osnabrücker Stadion an der Bremer Brücke feierten 22.000 Zuschauer ausgelassen. Das mitreißende Halbfinale gegen Italien, das die deutsche Mannschaft im Elfmeterschießen mit 5:4 gewann, war das erste Frauen-Länderspiel, das live im deutschen TV ausgestrahlt wurde.

Mittlerweile ist das Fernsehen bei fast allen Spielen der deutschen Frauen-Nationalmannschaft live dabei. So auch bei den Olympischen Spielen. Von dort konnten ebenfalls Erfolgsmeldungen verbreitet werden. Jeweils die Bronze-Medaille stand in Sydney 2000, Athen 2004 und Peking 2008 zu Buche. Gold holten die U 19-Frauen bei der Weltmeisterschaft 2004 in Thailand. Dass der weibliche Nachwuchs ein Pfund für die Zukunft ist, zeigen auch die Titel bei den U 19-Europameisterschaften 2007, 2006, 2002, 2001 und 2000. Auch die U 17-Juniorinnen sind 2008 Europameisterinnen geworden.