Geschichte
Die Stadt Bochum ist 687 Jahre alt, ihre Geschichte jedoch viel älter. Der Blick in die Vergangenheit reicht bis zur Jungsteinzeit. Wie vorgeschichtliche Funde im Bochumer Stadtgebiet belegen, war dieser Raum schon 4000 bis 1800 vor Christus Standort für zahlreiche Siedlungsplätze. 1321 verleiht Graf Engelbert II. Bochum die Stadtrechte.
Die Stadt bleibt trotz des schon für das 14. Jahrhundert belegten Steinkohleschürfens bis ins 19. Jahrhundert hinein ein weitgehend vom Ackerbau lebendes Städtchen von nur lokaler Bedeutung. Danach prägt der Bergbau über mehrere Generationen hinaus die Stadt. 1832 beginnt mit dem Übergang vom Tagbau zum Untertagebau die Blütezeit des Bochumer Bergbaus. Nach dem Anschluss an die wichtigen Eisenbahnlinien 1860 und 1874, überschreitet Bochum 1905 die Grenze von 100.000 Einwohnern. 1906 leben dort 22.844 Bergarbeiter, die im Jahr über fünf Millionen Tonnen Kohle fördern. Anfang der 60er Jahre setzt der Niedergang des Bergbaus ein.
Zechen werden dicht gemacht, die Stahlindustrie verliert an Bedeutung. 1973 schließt mit der Zeche "Hannover" das letzte Bergwerk. Die Stadt setzte vermehrt auf Dienstleistungen. 1964 wird im Stadtteil Harpen der Ruhr-Park fertiggestellt, heute das größte außerhalb des Stadtkerns gelegene Einkaufszentrum Deutschlands. 1965 ist das Gründungsjahr der Ruhr-Universität. 1989 wird die erste unterirdische Verbindung zweier Städte in der Bundesrepublik eröffnet. Die U-35 verbindet Bochum mit Herne. 1990 ist Bochum gemeinsam mit Dortmund Veranstaltungsort des ersten gesamtdeutschen Turnfestes nach dem Zweiten Weltkrieg.
Stadtporträt
Bochum, "wo das Herz noch zählt", wie Herbert Grönemeyer seine Heimatstadt charakterisiert, liegt im Zentrum des Ruhrgebiets. Die Ruhr-Universität ist mit über 33.000 Studierenden eine der größten Universitäten Deutschlands. Die insgesamt sechs Hochschulen zählen mit ihren 6.000 Arbeitsplätzen zu den größten Arbeitgebern Bochums. Die Hochschulen und die neben ihnen angesiedelten Technologie-Zentren repräsentieren heute das "neue" Bochum.
Kulturell weit über die Stadtgrenzen hinweg bekannt sind das Bochumer Schauspielhaus sowie das seit 1988 laufende Musical "Starlight Express". Einzigartig ist das Deutsche Bergbaumuseum. Weitere Attraktionen sind das Planetarium sowie das Deutsche Eisenbahnmuseum. In unmittelbarer Nähe der Innenstadt befindet sich der 1876 im Stil eines englischen Gartens angelegte Stadtpark, gleichzeitig der älteste Landschaftsgarten im Ruhrgebiet.
Mit seinem romantischen Gondelteich und den großen Wasserfontänen, dem 1909 erbauten Bismarckturm, mit Tierpark, Rosengarten und einer riesigen Artenvielfalt an Bäumen gehört er mit einer Gesamtfläche von 311.000 Quadratmetern zu den schönsten seiner Art in Nordrhein-Westfalen. Die Propsteikirche St. Peter und Paul ist die älteste Kirche Bochums. Bereits zwischen 785 und 800 ließ Kaiser Karl der Große auf dem Gelände, das heute von Nordring, Bleichstraße, Untere Marktstraße und Große Beckstraße umsäumt wird, einen Reichshof anlegen.
Im Inneren der Propsteikirche finden Besucher etwa einen romanischen Taufstein aus der Zeit um 1175. Auf dem Hügel nebenan entstand eine hölzerne Missionskapelle, die dem heiligen Petrus geweiht war. Berühmte Bochumer sind der Journalist und Buchautor Peter Scholl-Latour, der ehemalige Strafverteidiger und Bundesinnenminister Otto Schily sowie Herbert Grönemeyer, der durch das Lied "Bochum" bekannt wurde und 2006 mit "Zeit, dass sich was dreht" die FIFA WM-Hymne stellte.
Sehenswürdigkeiten:
- Propsteikirche
- Deutsches Bergbau-Museum
- Jahrhunderthalle Bochum
- Planetarium Bochum
- Schauspielhaus Bochum
Fussball
Überregionale Bedeutung im Sport hat die Stadt über den Fussball-Bundesligaklub VfL Bochum 1848, der sich auf eine über 150-jährige Sporttradition berufen kann. Seit der Spielzeit 1971/1972 ist der Verein in der 1. oder 2. Bundesliga dauerhaft vertreten. Dabei gelang bis 1993 eine Strecke von 22 Spielzeiten der Erstklassigkeit. Zwischen 1990 und 1994 spielte auch der Vorort-Club SG Wattenscheid in der Bundesliga. Die Frauenmannschaft der SG Wattenscheid schaffte 2007 den Wiederaufstieg ins Oberhaus.
Vorsitzender der OK-Außenstelle
Botschafter der Stadt für die FIFA Frauen-WM 2011


