
Damals
Brasilien steht schon seit langem für schönes Spiel und Titelgewinne. In 13 Auflagen der FIFA U-17-Weltmeisterschaft konnte die Seleçãozinha drei Titel gewinnen und sich sechs Mal einen Platz auf dem Treppchen sichern. Auf individueller Ebene wurden zwei Brasilianer als beste Spieler des Turniers mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet: William 1985 in China und Anderson 2005 in Peru. Brasilien qualifizierte sich lediglich ein Mal nicht für den Wettbewerb, und zwar bei der Auflage von 1993 in Japan. Insgesamt also eine beneidenswerte Bilanz.
Heute
Trainer Emerson Ávila bot einen Kader aus Spielern der Jahrgänge 1994 und 1995 auf und stellte erneut unter Beweis, dass Brasilien eine schier unerschöpfliche Talentquelle ist. Das Team sicherte sich den Titelgewinn bei der U-17-Südamerika-Meisterschaft in Ecuador und heimste damit in insgesamt 14 Turnierauflagen bereits den zehnten Titel ein. Ein Kinderspiel war das allerdings nicht. Das Team erwischte einen ungewohnt schlechten Start in den Wettbewerb, fand aber in der sechs Mannschaften umfassenden Endrunde wieder zu alter Stärke zurück und gewann die letzten vier Spiele. Nach einem 3:2-Sieg gegen Argentinien am letzten Spieltag sicherte man sich schließlich die Trophäe. Die Brasilianer taten sich in der Abwehr bei hohen Bällen teilweise schwer, konnten diese Schwäche aber in der Offensive mehr als wettmachen. Mit 22 Treffern verfügten sie über den besten Angriff des Turniers.
Zukunft
Der Trainer wurde von Ney Franco, dem neuen Nachwuchskoordinator des brasilianischen Fussballverbands (CBF), in den Trainerstab berufen, der ganz eng mit A-Nationaltrainer Mano Menezes zusammenarbeitet. Bei der U-17-WM wird dieses integrative Projekt auf dem Prüfstand stehen. "Wer für die Seleção arbeitet, genießt Privilegien, ist jedoch auch viel Kritik ausgesetzt. Mit diesem Titel haben wir bewiesen, dass die Neuorganisation gut war", so Ávila, der nach zahlreichen Testspielen nun den Kern der Mannschaft beisammen hat. "Es ist immer gut, sich mit anderen zu messen."
