• Kubo in Indien vor zweiter Teilnahme an einem FIFA-Turnier
  • Kubo war aktiv an Japans Einzug in die K.o.-Runde bei der FIFA U-20-WM Korea Republik 2017 beteiligt
  • Der japanische Youngster peilt den Titelgewinn bei FIFA U-17-WM an

Die meisten Teilnehmer an der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2017 werden in Indien ihr globales Debüt feiern. Nicht so jedoch der Japaner Takefusa Kubo, der vielmehr die Chance nutzen will, bereits bei seinem zweiten FIFA-Turnier zu glänzen. Der Angreifer vom FC Tokio gehörte nämlich überraschend bereits zum Kader Japans bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft vor wenigen Monaten. Überraschend deshalb, weil Kubo zu Beginn des Turniers erst 15 Jahre und 351 Tage alt war und damit der jüngste Teilnehmer in der Republik Korea.

Doch Kubo unterstrich eindrücklich, dass er keineswegs nur dabei war, um den Kader abzurunden. Der dynamische Teenager bestritt drei Spiele und trug insbesondere die Vorlage zu Japans Siegtreffer beim 2:1-Auftaktsieg gegen Südafrika bei. Um solche Leistungen und Erfahrungen dürften ihn die meisten Altersgenossen beneiden. Kubo allerdings, der beim Ausscheiden gegen Venezuela in der zweiten Runde als Einwechselspieler in die Partie kam, bedauert diese Niederlage heute noch.

"Die meisten Teams, gegen die wir bei diesem Turnier gespielt haben, nämlich Italien, Venezuela und Uruguay, haben es ins Halbfinale geschafft, Venezuela sogar bis ins Finale", so Kubo, der im Juni 16 wurde, gegenüber FIFA.com. Hätten wir gegen Venezuela gewonnen, dann wäre das Turnier für uns ganz anders verlaufen."

Trotz dieser Enttäuschung wird ihm die internationale Erfahrung, die er in der Republik Korea sammeln konnte, definitiv in seiner weiteren Entwicklung zugute kommen. Das sieht auch Kubo selbst so.

"Es war eine herausragende Erfahrung für mich, gegen einige der besten jungen Spieler der Welt zu spielen", erläutert er. "Natürlich konnte man das unterschiedliche Niveau erkennen. Es ist jetzt also meine wichtigste Aufgabe, diese Lücke zu schließen."

Vom FC Barcelona zum FC Tokio
Wer die bisherige Karriere Kubos verfolgt hat, der weiß, welch enormes Potenzial in ihm schlummert. Dank seiner Verbindung zum FC Barcelona hatte er in Japan sogar schon vor mehreren Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Denn nachdem beim japanischen Klub FC Persimmon sein Talent deutlich wurde, bekam er 2011 einen Platz in der berühmten Nachwuchsakademie der Katalanen, La Masia. Er bestritt verschiedene Jugendwettbewerbe in seiner Altersgruppe und schloss gleich die erste Saison in der U-11-Liga als bester Torjäger mit bemerkenswerten 74 Toren in 30 Spielen ab. Beim U-12-Mittelmeer-Cup im Jahr darauf wurde er zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt.

Auch nach Kubos Rückkehr nach Japan 2015 machte Kubo weitere Fortschritte. Er sicherte sich einen Platz in der japanischen Fussballgeschichte, als er am 5. November 2016 in einem Spiel der J3-League für die U-23-Auswahl des FC Tokio gegen AC Nagano Parceiro als jüngster Spieler aller Zeiten in einer Profiliga eingesetzt wurde. International konnte Kubo im vergangenen Jahr bei der AFC U-16-Meisterschaft beeindrucken, bei der er vier Tore zur erfolgreichen Qualifikation für Indien 2017 beisteuerte. Bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Korea Republik zeigte er seine Offensivqualitäten mit der Vorlage zu Ritsu Doans Siegtreffer gegen Südafrika. An diese Szene erinnert er sich bis heute gern.

"Als ich den Pass von Ritsu bekam, sah ich, dass Koki (Ogawa) sich auf der anderen Seite anbot", erinnert er sich. "Aber es schien mir zu schwer, den Ball dorthin zu spielen. Dann hörte ich Ritsu in meinem Rücken und legte auf ihn zurück, holte aber so weit aus, als würde ich auf Koki spielen wollen. Der Ball war für Ritsu nicht leicht zu verarbeiten, doch er hat es geschafft. Ich war sehr glücklich, weil dieser Treffer unser Weiterkommen sicherte."

Ambitioniertes Ziel in Indien
Bei der Auslosung der Gruppen für die FIFA U-17-Weltmeisterschaft am Freitag erfahren die Japaner, auf welche Gegner sie zunächst treffen. Doch ganz unabhängig davon machte Kubo selbstbewusst seine Überzeugung klar, dass Japan erstmals den Titel bei einer FIFA U-17-Weltmeisterschaft gewinnen könne.

"Ich habe schon bei der FIFA U-20-WM gespielt und weiß daher, wie es bei einer WM läuft", so Kubo. "Diese Erfahrung will ich so gut wie möglich an meine Teamkameraden weitergeben, wenn ich für unseren U-17-Kader nominiert werde. Nachdem wir bei der FIFA U-20-WM nicht so weit wie gewünscht gekommen sind, wollen wir in Indien den Titel holen und es gibt keinen Grund, warum wir es nicht schaffen sollten."