• Mali verteidigt seinen Titel als U-17-Afrikameister
  • Im Finale schlugen die jungen "Adler" Ghana 1:0
  • Mali, Ghana, Guinea und Niger vertreten Afrika bei der FIFA U-17-WM

In Abwesenheit des amtierenden Doppel-Weltmeisters Nigeria bestätigte Mali seinen Status als Finalist der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2015 und gewann zum zweiten Mal in Folge den Titel bei der CAF U-17-Afrikameisterschaft, die 2017 in Gabun stattfand. Die jungen Adler setzten sich im Finale gegen Ghana durch. Das Podium komplettierte Guinea, das im Spiel um Platz drei gegen Niger die Oberhand behielt. Diese vier Mannschaften werden die Ehre haben, den Mutterkontinent bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017 im kommenden Oktober zu vertreten.

Der Meister
Mali konnte sich im Verlauf des Wettbewerbs steigern und eroberte am Ende den zweiten kontinentalen Titel in der Alterskategorie U-17 hintereinander. Zum Auftakt in Gruppe B kam das Team nicht über ein 0:0 gegen Tansania hinaus, erkämpfte sich aber in der zweiten Partie ein wichtiges 2:1 gegen Niger. Im letzten Spiel gegen Angola machten die Malier mit einem 6:1-Kantersieg den Gruppensieg perfekt. Im Halbfinale kam es zu einer Neuauflage des Aufeinandertreffens von 2015: Erneut wartete in der Runde der letzten Vier Guinea auf die jungen Adler. Wie 2015 gingen die Malier als Sieger vom Platz, dieses Mal dank einer überragenden Leistung von Youssouf Koita. Der Schlussmann hielt zunächst während der 90 Minuten seinen Kasten sauber, bevor er im Elfmeterschießen seinen großen Auftritt hatte: Drei Paraden und ein Lattentreffer in den ersten vier Versuchen der Guineer neigten das Pendel zugunsten der Malier. Auch das Finale gegen Ghana entschied sich vom Elfmeterpunkt. Mamadou Samaké konnten einen Strafstoß zwar nicht beim ersten Versuch verwandeln, versenkte den Abpraller aber reaktionsschnell im Netz. Dank dieses Treffers avancierte Mali zum ersten Land, das den Titel in dieser Alterskategorie verteidigen konnte.

Qualifizierte Teams
Der zweifache Weltmeister Ghana, der die Auflage von 2015 verpasste, musste sich in dieser nur im Finale dem späteren Sieger beugen. Doch die Enttäuschung wird die Schützlinge von Samuel Fabian ihre starke Turnierleistung bis zur Silbermedaille nicht vergessen lassen. In der Gruppenphase erzielte das Team neun Tore, ohne einen Gegentreffer zu kassieren. Im Halbfinale gegen Niger hatten die Ghanaer im Elfmeterschießen die besseren Nerven. Wie die Mena wurde auch Guinea erst im Elfmeterschießen am Einzug ins Finale gehindert. Die Syli tröstete sich im Duell der Verlierer mit einem 3:1-Erfolg gegen Niger und erreichte zum zweiten Mal in Folge den dritten Platz.

Ziele in Indien:
"Wir wollen die WM gewinnen und den Fussball zeigen, der zum Markenzeichen Ghanas geworden ist." -Samuel Fabian (Trainer, Ghana)

"Unser erstes Ziel ist die Qualifikation für das Viertelfinale, und dann werden wir Schritt für Schritt weitersehen."
Souleymane Camara (Trainer, Guinea)

"Wir wollen dem afrikanischen Kontinent Ehre machen, denn wir vertreten Afrika und dann Mali. Wir haben letztes Mal einen Platz als WM-Finalist erreicht, den es zu verbessern gilt."
Jonas Kokou Komla (Trainer, Mali)

"Wir werden abwarten, auf welche Gegner wir treffen, bevor wir uns festlegen. Aber wir sind davon überzeugt, eine gute Leistung zu zeigen, denn der Fussball in Niger befindet sich in einer Phase des Aufschwungs."
Ismaila Tiemogo (Trainer, Niger)

Weitere Erkenntnisse
Tiefer Fall des Gastgebers: Gabun wurde anstelle von Madagaskar als Gastgeber erkoren und qualifizierte sich in dieser Funktion nachträglich für die Teilnahme, doch das Heimteam konnte diese zweite Chance nicht nutzen. Trotz der Unterstützung in den gut gefüllten Stadien verloren die Gastgeber alle drei Gruppenspiele und kassierten elf Gegentreffer bei nur einem einzigen erzielten Tor.

Gezähmte Löwen: Kamerun, der U-17-Afrikameister von 2003, musste die gleiche bittere Erfahrung machen: Die Löwen kamen nicht über die Gruppenphase hinaus. Sie kassierten zum Auftakt eine schwere 0:4-Schlappe gegen Ghana, auf die ein 1:1 gegen Guinea folgte. Der abschließende 1:0-Erfolg gegen Gabun reichte nicht mehr, um das Halbfinale und damit Indien zu erreichen.

Abschlusstabellen der Gruppenphase:
Gruppe A: Ghana (7 Punkte), Guinea (5), Kamerun (4), Gabun (0) 
Gruppe B: Mali (7 Punkte), Niger (4), Tansania (4), Angola (1)

Spieler im Fokus
Sie müssen sich natürlich erst noch bewähren, doch einige Akteure haben den kontinentalen Wettbewerb genutzt, um auf sich aufmerksam zu machen. Der Kapitän Ghanas, Eric Ayiah, schloss das Turnier als zweitbester Torschütze ab, obwohl er im Finale erfolglos blieb. Sein gutes Zusammenspiel mit Ibrahim Sulley könnte in Indien so manche Abwehrreihe in Verlegenheit bringen. Bei den Maliern ragte Youssouf Koita mit starken Leistungen auf der Linie heraus, durch die er einen wesentlichen Beitrag zum Titelgewinn leistete. Auffallend auch die Führungsstärke und die technischen Qualitäten von Mohammed Camara im Mittelfeld.

Im guineischen Team brillierte Djibril Touré (mit sechs Treffern bester Torschütze des Turniers) mit seiner taktischen Reife und seiner Spielübersicht. Gemeinsam mit dem Spielmacher Aguibou Camara erkämpfte sich die Syli im Mittelfeld oft ein Übergewicht. Niger schließlich verfügt vor allem auf den Außenbahnen über talentierte Akteure. Abdoul Karim Tinni zeichnete sich als Torschütze aus und Khaled Lawali Ibrahim erwies sich als solider Abwehrspieler.