Am Ende der OFC U-17-Meisterschaft war es ein vertrauter Name, der ganz oben stand: Neuseeland holte zum sechsten Mal in Folge den kontinentalen Titel. Dennoch wird das Turnier aufgrund der historischen Leistung Neukaledoniens noch lange in Erinnerung bleiben, denn die Melanesier sicherten sich damit auch das Ticket zur FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017. Nur 13 Jahre nach der Aufnahme als FIFA-Mitgliedsverband wird es der erste WM-Auftritt für Neukaledonien sein.

Die Auflage von 2017 sollte von vorneherein ein Meilenstein werden. Erstmals waren zwei Plätze für das weltweite Kräftemessen der Alterskategorie zu vergeben. Ein achtköpfiges Teilnehmerfeld fand sich in Tahiti zusammen, am östlichen Rand der Konföderation. Alle elf OFC-Mitglieder waren ins Rennen gegangen, doch nach einer Vorrunde mit vier Teams qualifizierte sich nur Samoa für die Endrunde.

Historische Duelle
Die Gastgeber waren mit großen Erwartungen in das Turnier gegangen. Tahiti konnte in den letzten Jahren mit der A-Nationalelf und vor allem mit der Beach-Soccer-Auswahl so manches Ausrufezeichen setzen. Das Team absolvierte eine lange Vorbereitung, zu der auch die Teilnahme an der ersten Liga der Männer gehörte. Doch im entscheidenden letzten Gruppenspiel gegen Papua-Neuguinea kassierte es nach einem Gegentreffer in der Schussphase eine Niederlage, die das Aus besiegelte.

Im Halbfinale wiederum war Papua-Neuguinea der Leidtragende, der trotz einer beherzten Leistung in der Nachspielzeit das 1:2 kassierte. Oliver Whyte sicherte Neuseeland durch diesen Siegtreffer das Ticket nach Indien.

Im zweiten Halbfinale zwischen Neukaledonien und den Salomon-Inseln würde es auf jeden Fall ein historisches Ergebnis geben. Die Salomon-Inseln hatten bisher nur im Futsal und Beach-Soccer ein FIFA-Turnier erreicht. Doch am Ende setzte sich Neukaledonien, das die meiste Zeit in Führung lag, 3:2 durch. Das Tor von Vita Longue Mitte der zweiten Halbzeit erwies sich als vorentscheidend. Den Salomon-Inseln gelang in der letzten Minute lediglich der Anschlusstreffer.

"Es ist wunderschön, denn es ist viel mehr als wir uns hätten vorstellen können", sagte der Trainer Neukaledoniens, Michel Clarque. "Ich hatte Sorge, dass es zu großer Stress für sie sein würde, denn es ist nicht leicht, ein WM-Qualifikationsspiel zu bestreiten. Aber wir haben mit starkem Kampfgeist gespielt und das gab uns Selbstvertrauen."

"Nun haben wir sieben Monate Arbeit vor uns und wir werden sehen, wie wir uns bei der WM schlagen. Wir haben eine Marke in der Geschichte des neukaledonischen Fussballs hinterlassen."

"Kiwis" mit Galavorstellung
Neuseeland musste im Halbfinale bis an seine Grenzen gehen, um zum sechsten Mal in Folge und zum achten Mal insgesamt an einer U-17-WM teilzunehmen. Doch im Finale zeigten die Kiwis ihre ganze Klasse und überrollten Neukaledonien mit 7:0. Es war eine beeindruckende Leistung im Stade Pater, in dem sechs verschiedene Torschützen den Kantersieg sicherstellten. Max Mata traf dabei doppelt.

Die Neuseeländer hatte nach dem Schlusspfiff noch mehr Grund zur Freude, denn Charles Spragg wurde nicht nur mit dem Goldenen Ball als bester Spieler, sondern dank seiner sieben Treffer auch mit dem Goldenen Schuh ausgezeichnet. Der Schlussmann der Kiwis, Zac Jones, nahm den Preis als bester Torhüter des Turniers entgegen.

Der erfahrene Coach Danny Hay sagte, dass die Vorbereitungen für das Turnier im Oktober praktisch sofort beginnen würden. "Wir kehren jetzt nach Neuseeland zurück und werden einen Plan für die WM-Vorbereitung erstellen", kündigte er an.

Neuseeland wird mit dem Ziel nach Indien reisen, das Ergebnis bei den letzten drei Auftritten zu verbessern, als jeweils das Achtelfinale erreicht wurde. "Wir freuen uns, dass sie (Neuseeland) so viel Charakter gezeigt und gekämpft haben, um durchzukommen. Die Spieler werden nun nach Hause gehen und mit der Arbeit beginnen müssen. Sie müssen in richtig guter Form bleiben, wenn sie für den WM-Kader ausgewählt werden wollen."