Am Ende stand Jann-Fiete Arp im Kreis der arrivierten Bundesliga-Spieler des Hamburger SV und hielt eine emotionale Ansprache. Man weiß nicht, was genau gesagt wurde, aber es scheint wahrscheinlich, dass er sich nach dem 3:1-Heimsieg am Samstag gegen den VfB Stuttgart bei seinen Kollegen für die tolle Aufnahme ins Profi-Team bedankt hat.
 
Fakten Jann-Fiete Arp
  • Erstes Bundesliga-Tor nach nur 18 Minuten Spielzeit
  • Jüngster Bundesliga-Torschütze des HSV
  • Siebtjünger Bundesliga-Torschütze jemals
  • Erster Bundesliga-Spieler und -Torschütze des Jahrgangs 2000
  • Erzielte bei der U-17-EM einen Hattrick innerhalb von 13 Minuten
Wenn man sich einen traumhaften Monat für einen Jungspieler ausmalen kann, dann den, den Arp nun hinter sich hat. Bundesliga-Debüt im Derby gegen Werder Bremen Ende September. Dann ging es direkt weiter zur FIFA U-17-Weltmeisterschaft nach Indien und, wie es schon in der A-Jugend war, traf Arp fast nach Belieben.
 
"Vor mir liegt wahrscheinlich mein schwerstes Jahr", hatte Arp im Exklusiv-Interview mit FIFA.com kurz vor den Titelkämpfen auf dem Subkontinent noch gesagt. Davon ist aktuell aber nicht viel zu sehen. Der 17-Jährige traf gleich im ersten WM-Spiel und zählte am Ende in vier von fünf Partien zu den deutschen Torschützen. 
 
Fünf Treffer machten ihn zum viertbesten Torjäger der FIFA U-17-WM und als Trostpreis dafür, dass es mit dem Titel für Deutschland nichts wurde, durfte er sich immerhin über die Auszeichnung für das schönste Tor des Turniers freuen. Erzielt hat er es im Achtelfinale gegen Kolumbien mit dem rechten Außenrist – mit Ankündigung. "Ich kann auch mit dem linken Fuß spielen und abschließen, neige trotzdem aber dazu, den rechten Außenrist zu nehmen", war eine weitere seiner Aussagen vor der WM.
 
Spaniens Abel Ruiz (FC Barcelona), Englands WM-Torschützenkönig Rhian Brewster (Liverpool FC) oder Frankreichs Amine Gouiri (Olympique Lyonnais) sind in ihren U-17-Nationalteams ebenfalls die Torjäger vom Dienst – doch im Gegensatz zu Arp durfte kein einziger von ihnen bisher in der ersten Mannschaft ran.
 
Ganz anders bei dem Hamburger. Letzte Woche beim 1:2 bei Hertha BSC war er mit seinem Treffer der Lichtblick bei den Hanseaten und am Samstag setzte er gegen die Schwaben noch einen drauf, als er im Strafraum mit dem Rücken zum Tor den ersten Gegner versetzte, mit einer Finte den zweiten aussteigen ließ, um dann überlegt flach zum 3:1-Endstand abzuschließen. Abgeklärt wie ein 30-jähriger Routinier. Oder eben unbekümmert wie ein 17-Jähriger.
 
"Das war einer, wenn nicht sogar der geilste Moment in meiner Karriere. Vor Jahren stand ich auf der Nordtribüne und habe es mir vorgestellt", sagte der Mann, der im Gespräch mit der FIFA Harry Kane als sein großes Vorbild nannte, gegenüber dem vereinseigenen TV-Sender.
 
Der Start in sein "schwerstes Jahr" – den kann man nur als geglückt bezeichnet.