• Zweimaliger Weltmeister Mexiko vor dem Aus
  • Spielmacher Torres mit dem Versuch einer Analyse
  • Erstes Endspiel am Samstag gegen Chile

Ein Punkt aus zwei Spielen, das Aus vor Augen - und das als zweimaliger Weltmeister. Nein, so hatten sich die Mexikaner ihre Reise zur FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017 sicherlich nicht vorgestellt. Dennoch ist es genauso gekommen. Gegen den Irak reichte es zum Auftakt nur zu einem 1:1-Unentschieden, anschließend kassierte El Tri eine 2:3-Niederlage gegen England.

"Natürlich sind wir entäuscht und sehr traurig", ringt Jairo Torres in den Katakomben des Vivekananda Yuba Bharati Krirangan von Kolkata im im Anschluss an die Pleite gegen die Three Lions im Gespräch mit FIFA.com nach den richtigen Worten. "Aber wir haben nie aufgeben und hätten den Ausgleich verdient gehabt."

Tatsächlich war es beeindruckend, wie sich die Mexikaner nach dem 0:3-Rückstand aufbäumten und angefeuert von den frenetischen Zuschauern im Stadion durch einen Doppelpack von Diego Lainez auf 2:3 herankamen. Doch trotz größter Chancen in der Schlussphase blieb es dabei, daran konnte auch Torres nichts ändern.

Die Nummer sieben ist das Herzstück des mexikanischen Spiels, der Spielmacher, der Taktgeber. Derjenige, der in den richtigen Momenten den entscheidenden Geistesblitz haben soll. Beim CONCACAF-Qualifikationsturnier führte er El Tri zum Titel und wurde als bester Spieler ausgezeichnet. Im November 2016 gab er sein Profi-Debüt in der ersten mexikanischen Liga für Club Atlas. "Ein unvergessener Moment für mich. Mein Ziel ist es, dort in der nahen Zukunft mehr Einsatzzeiten zu bekommen. Danach kann alles passieren. Auch Europa wäre für mich eine Option."

In Indien, so der Plan, wollte vor allem Torres auf sich aufmerksam machen, doch der Mittelfeldspieler gibt zu, dass er selbst nicht zufrieden ist mit seinen bisherigen Leistungen. Der Titel war fest ins Visier genommen und nun droht dem WM-Vierten der letzten Auflage bereits nach der Gruppenphase das Aus. "Noch ist nichts verloren und unsere Leistung sollte uns Mut geben für das letzte Spiel gegen Chile. Unser Team ist stark genug und wir werden alles reinwerfen, was wir haben." Gegen die Südamerikaner muss am Donnerstag unbedingt ein Sieg her und dazu brauchen die Mexikaner ein wenig Glück, was die Ergebnisse in den anderen Gruppen angeht.

Sollte es am Ende, doch nicht reichen, könnte ihn vielleicht ein Fakt trösten. Auch sein Vorbild, der Brasilianer Neymar, scheiterte bei seiner einzigen U-17-WM 2009 bereits in der Gruppenphase. Inzwischen gehört der 25-Jährige zu den wenigen Spielern mit dem Prädikat Weltklasse. "Als ich klein war, habe ich Neymar oft spielen sehen. Damals war schon klar, dass er ein ganz Großer wird."

Und wer weiß - vielleicht sitzt irgendwo in der Welt am Samstag gegen Chile ein kleiner Junge vor dem Fernseher, schaut mit großen Augen einen brillierenden Torres zu und nimmt sich den Mexikaner dann ebenfalls als Vorbild. El Tris Nummer sieben hätte sicherlich nichts dagegen.