• Der spanische Coach analysiert die Gründe für die 2:5-Niederlage gegen England
  • Er sprach auch über seinen Gemütszustand nach der Endspielniederlage
  • "Die Jungs werden als Persönlichkeit und auch fussballerisch weiter wachsen", erklärte er

Spaniens U-17-Trainer Santi Denia beantwortete die letzte Frage, stand auf, um den Presseraum zu verlassen und plötzlich brandete Applaus auf. Diese Anerkennung überraschte ihn sichtlich, doch er bewahrte die Fassung, dankte kurz mit einer Geste und verließ den Saal.

Natürlich war es eine schwierige Situation. Kurz zuvor hatte sein Team einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielt und das Finale der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017 gegen England mit 2:5 verloren.

"Das ist kein Trost, aber ich habe den Applaus für mein Team mitgenommen", erklärte er gegenüber FIFA.com nur wenige Sekunden, nachdem er dankbar den Applaus vernommen hatte. "Auch wenn es am Ende nicht für meine Jungs gereicht hat, haben sie ein großes Turnier gespielt."

Das war im Grunde seine erste Botschaft an die Spieler. "Ich habe sie auf dem Spielfeld um mich versammelt und ihnen gesagt, dass sie getrost weinen könnten. Diese Medaille müssen sie im Herzen tragen und dann auch um den Hals. So etwas erreicht man nicht ohne Weiteres und sie haben hart dafür gearbeitet, wie wahre Männer."

Der 43-jährige Trainer räumt ein, dass es ihn besonders schmerzt, dass sein Team eine 2:0-Führung verspielt hat. "Dass wir diesen Vorsprung nicht gehalten haben, das tut weh. Der Anschlusstreffer vor der Halbzeit fiel genau zur falschen Zeit. In der Halbzeit sagte ich den Jungs noch, dass es gut für uns aussieht. Aber dann haben wir die Führung nicht halten können."

Natürlich fragten sich alle, wie das passieren konnte. "Wir hätten den Ball besser kontrollieren müssen, aber das war gar nicht so leicht", erklärt er. "Raum hinter den Abwehrspielern hatten wir genügend, aber der Schlüssel zum Spiel war der Ballbesitz. Und da haben wir versagt."

Das stand dann erst einmal so im Raum. "Wir hätten in der ersten Halbzeit ja sogar noch ein Tor schießen können … Andererseits muss man auch die Engländer loben. Das ist eine tolle Mannschaft. Sie waren auch physisch sehr stark. Man muss sie beglückwünschen."

Was noch zu tun ist ...
Santi steht vor einer wichtigen Aufgabe: Er muss seine Jungs wieder aufbauen. "Das ist bitter, aber da müssen sie durch. Sie werden weinen, ganz sicher. Niemand kann ihnen diese Last nehmen, mir übrigens auch nicht. Aber trotzdem sollten sie stolz auf die Arbeit der letzten zwei Jahre sein. Sie dürfen nicht sich selbst gegenüber ungerecht sein."

Der ehemalige Abwehrspieler von Albacete und Atlético Madrid, der die U-17-Auswahl des Landes seit 2010 trainiert, weiß auch, wie es für ihn weitergeht. "Ich möchte weiter diese wunderbare Erfahrung als Trainer dieser Generation machen. Ich möchte damit auch weiter dazu beitragen, dass wir uns alle im Verband weiter entwickeln."

Wo man von Generationen spricht: Wie schätzt er das Potenzial dieser Generation ein, von der Sergio Gómez mit dem Silbernen Ball von adidas und Abel Ruíz mit dem Bronzenen Schuh von adidas ausgezeichnet wurde?

"Wenn sie weiter daran denken, dass vor allem das Team zählt, dann werden sie sich noch weiter entwickeln. Die individuelle Qualität dazu haben sie. Einen Schritt noch, dann werden sie Profis. Diese Erfahrung auf höchstem Niveau, die sie hier gemacht haben, wird sie als Menschen und auch als Spieler weiter bringen."