• Spaniens Kapitäns Abel Ruiz im Interview
  • Neuauflage des EM-Endspiels gegen England
  • Mit sechs Treffern aussichtsreich im Rennen um den Goldenen Schuh

Vor knapp zwei Monaten, als sich die FIFA U-17-Weltmeisterschaft am Horizont abzeichnete, verriet Abel Ruiz im Gespräch mit FIFA.com, dass er seit dem Ende des europäischen Qualifikationsturniers vom WM-Titel in Indien träumt. Heute ist er nur eine Partie davon entfernt, diesen Traum zu verwirklichen.

"Wie ich mich fühle? Nun, es war von Beginn an unser Ziel. Aber jetzt, da wir im Finale stehen, kann ich es fast nicht glauben", räumt der spanische Kapitän wenige Stunden vor dem Duell gegen England ein. "Ich habe das Gefühl, dass es viel zu schnell geht, aber auch, dass wir es genießen müssen. Und gewinnen, klar."

Die Worte von Ruiz klingen aufrichtig. Auch, als er erzählt, dass er nach dem Triumph gegen Mali kaum einschlafen konnte. "Das ist schwer wegen des Adrenalins in so einem Halbfinale. Du legst dich schlafen und jeder Spielzug geht dir wieder durch den Kopf. Die guten und auch die nicht so guten."

Der Stürmer mit der Rückennummer neun erzielte zwei der drei Treffer gegen die Afrikaner und liegt mit insgesamt sechs Toren aussichtsreich im Rennen um den adidas Goldenen Schuh. "Das Wichtige ist, die WM zu gewinnen, dieses Gold. Wenn meine Tore dabei helfen, umso besser. Erst dann kommt der individuelle Preis, der mir als solcher natürlich viel bedeuten würde. Aber die Mannschaft steht an erster Stelle."

Der Kapitän des spanischen Teams achtet auf jedes Detail und räumt ein, dass es für den aktuellen Jahrgang auch um eine Frage der Ehre geht. "Dieser hier ist der einzige Titel, der dem Verband noch fehlt. Er verdient ihn, und wir wollen ihn ihm geben."

Was ruft unter diesen Umständen der Begriff 'Meister' in ihm hervor? "Puh! Beim Wort Meister kriege ich Gänsehaut, erst recht, wenn 'Welt' davorsteht!"

England in der Analyse
-Die Revanche: "Das Spiel wird genauso ausgeglichen wie das EM-Finale. Es würde mich nicht wundern, wenn die Entscheidung erneut in den letzten Minuten fällt."

-Der Schlüssel zum Erfolg:  "Wir versuchen, unserem Stil treu zu bleiben. Aber wenn die Partie so verläuft, dass England mehr Ballbesitz hat und wir standhalten müssen, können wir das auch. Wir werden uns an das anpassen, was für den Sieg nötig ist. Wir werden 200 Prozent geben müssen."

Hätten Sie's gewusst?

  • Abel ist der jüngste von drei Brüdern. "Einer ist Sänger und der andere Lehrer, sie haben also nichts mit dem Fussball zu tun."
  • Wie kam er dann zum Fussball? "Ich war drei Jahre alt, als mich meine Eltern im Verein meines Geburtsorts Almafuses anmeldeten. Denn sie sahen, dass ich gegen alles Runde trat, was mir in den Weg kam, egal ob weich oder hart. Von dort ging ich nach Valencia und bin jetzt in Barcelona."
  • Ein geborener Torjäger? "Ich begann als Innenverteidiger, aber ich nahm den Ball, ging nach vorne, dribbelte alle aus und schoss die Tore. In Valencia sagten sie zu mir: 'Du gehst in den Sturm.' Das war ein guter Wechsel!"

Der Kapitän über seine Teamkameraden...

  1. Der Witzbold: "Mateu. Er ist sehr aktiv und macht immer das erste, was ihm einfällt. Er ist ein bisschen verrückt." (lacht)
  2. Die Schlafmütze: "Juan Miranda. Sobald er einen freien Moment hat, legt er sich schlafen. Er liebt es, im Bett zu liegen!"
  3. Der Nimmersatt: "Keiner. Niemand isst hier übermäßig viel."
  4. Der Zurückhaltende: "Pedro Ruiz. Die meisten sind seit zwei Jahren dabei, aber er gehört zu den neueren Spielern. Aber im Laufe des Turniers hat er sich gut eingewöhnt."
  5. Der DJ in der Kabine: "Ich! Am häufigsten läuft 'La Roja baila', die Hymne der A-Nationalmannschaft. Das hören wir auf dem Weg zum Stadion und es steht für uns."