• Abdourahmane erzielte das erste Tor Nigers bei einer WM
  • Das Trikot und die Schuhe erhalten einen Ehrenplatz
  • Trainer Tiemoko analysiert den Erfolg und blickt in die Zukunft

Salim Abdourahmanes Gesichtsausdruck spiegelt eine Mischung aus Erschöpfung und Zufriedenheit wider, doch als wir auf sein Tor zu sprechen kommen, lässt das Lächeln nicht lange auf sich warten. Schließlich hat er nicht einfach irgendein Tor erzielt, sondern ein historisches. Dank seines Treffers konnte Niger nämlich bei seiner ersten Teilnahme an einem FIFA-Turnier gleich einen Sieg verbuchen.

"Ich werde mir die Wiederholung so oft anschauen, wie ich nur kann", meint der gerade einmal 16-Jährige im Gespräch mit FIFA.com mit Bezug auf das Tor, das seinem Team bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017 einen 1:0-Sieg gegen die DVR Korea einbrachte.

"Als der Ball im Netz zappelte, konnte ich mich nicht mehr halten. Mir ist durch den Kopf gegangen, dass das ganze Land die Partie im Fernsehen verfolgt und dass meine Familie es auch sehen würde. Diesen Augenblick werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen."

Auch das Trikot mit der Rückennummer 19 und die Schuhe, die er an diesem Fussballabend in Kochi getragen hat, haben für ihn eine besondere Bedeutung. "Ich werde sie für immer aufbewahren. Sie sind nicht nur eine schöne Erinnerung, sondern auch ein Stück Fussballgeschichte meines Landes. Wenn ich einmal Kinder habe, kann ich sie ihnen mit Stolz zeigen."

Im Augenblick denkt Salim allerdings nicht darüber nach, welchen Platz sein Name in der Fussballgeschichte des Landes einmal einnehmen wird. Er konzentriert sich ganz auf die Gegenwart. "Ich freue mich, dass mein Tor der Mannschaft weitergeholfen hat. Es gibt nichts Wichtigeres als den Sieg."

Zwischen Gegenwart und Zukunft
Der Gesichtsausdruck von Nationaltrainer Ismaila Tiemoko bleibt jedoch ernst. Nur wenn ihm jemand zum Sieg gratuliert, lässt er kurz ein Lächeln aufblitzen. "Da dies unsere erste Partie bei einem solchen Turnier war, sind wir zufrieden. Ich finde, das ganze Land sollte sich über diesen Sieg freuen", erklärt er unaufgeregt.

In seiner Analyse hebt er einen Aspekt hervor, den es zu korrigieren gilt: die mangelnde Chancenverwertung, aufgrund derer es nicht gelungen ist, die Partie gegen die Nordkoreaner bereits zu einem früheren Zeitpunkt zu entscheiden. "Meiner Meinung nach ist das auf die mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Wir arbeiten daran und wollen uns verbessern, aber Erfahrung kommt nun einmal erst mit der Zeit."

Und diese Mannschaft hat sicher noch einige Zeit vor sich. Das bestätigt auch Tiemoko. "Diese Spieler sind die Zukunft des Fussballs in Niger. 2019 richtet das Land die U-20-Afrikameisterschaft aus, und diese Spieler werden den Grundstock des Kaders bilden."

Mit Blick auf die U-17-WM fürchtet der Trainer weder den nächsten Gegner Spanien noch Brasilien, auf das man im letzten Spiel der Gruppe D treffen wird. "Auf A-Nationalmannschaftsebene flößen diese Teams einem schon gehörigen Respekt ein, aber nicht in dieser Altersklasse. Bei diesem Turnier haben alle eine Chance."